Neun Tote bei Bombenanschlag in der Südost-Türkei

Auch drei Kinder unter Opfern - Behörden machen PKK verantwortlich

Ankara - Bei einem Bombenanschlag sind in der türkischen Stadt Gaziantep nahe der türkischen Grenze zu Syrien am Montag neun Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien auch drei Kinder, sagte Vizeministerpräsident Besir Atalay vor laufenden Fernsehkameras. Zudem wurden mehr als 60 Menschen verletzt.

Ein mit Sprengstoff präpariertes Fahrzeug sei am Abend im Zentrum der Stadt im kurdisch dominierten Südosten des Landes explodiert, sagte Bürgermeister Asim Güzelbey im türkischen Fernsehen. Bei der schweren Detonation nahe einer Polizeiwache seien mehrere Autos und ein Stadtbus in Flammen aufgegangen. Drei Insassen des Busses seien unter den Opfern.

Die Behörden machten die in der Türkei verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für das Attentat verantwortlich. Die mehrheitlich von Kurden bewohnte Region ist eine Hochburg der PKK, die seit 1984 gegen die Regierung in Ankara kämpft.

Entführung

Der Konflikt zwischen türkischen Sicherheitskräften und kurdischen Rebellen hatte sich in den vergangenen Wochen wieder verschärft. Erst in der vergangenen Woche war der türkische Abgeordnete Hüseyin Aygün nach seiner Entführung durch die PKK wieder freigelassen worden. Die türkische Armee hatte Ende Juli eine Boden- und Luftoffensive gegen Stützpunkte der PKK gestartet. Bei dem Konflikt mit der PKK wurden seit 1984 mehr als 45.000 Menschen getötet. Kurdische Organisationen beklagen eine systematische Diskriminierung ihrer Volksgruppe durch den türkischen Staat.

Ankara hat das Regime in Damaskus und die iranische Führung beschuldigt, die PKK zu unterstützen. Die türkische Regierung will verhindern, dass die PKK den Bürgerkrieg im benachbarten Syrien nutzt, um dort dauerhaft von Kurden bewohnte Gebiete unter ihre Kontrolle zu bringen. (APA, 21.8.2012)

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