Augenheilkunde: Wartezeiten belastend

20. August 2012, 17:16

Ärzte: Zu wenig Kapazitäten - Neuordnung der Aufgabenverteilung notwendig

Alpbach - Es gibt Abstimmungsbedarf in Sachen Augenheilkunde: Einerseits glauben viele Konsumenten, es sei mit dem Gang zum Optiker getan. Andererseits gibt es bei den Augenärzten, die immer tiefer in den Hintergrund dieses wichtigen Organs blicken, Wartezeiten. Zusätzlich findet in der Ophthalmologie derzeit auch eine Revolution in Sachen High-Tech-Diagnose und High-Tech-Behandlung statt, die in Österreich bisher vor allem in den Spitälern umgesetzt wurde. Eine Neuordnung von Agenden über einzelne Gesundheitsberufe und Sektoren (Krankenhäuser, niedergelassene Praxis) hinweg ist hier notwendig, hieß es bei einem Pressegespräch am Rande der Alpbacher Gesundheitsgespräche.

Nur 40 Prozent der Bevölkerung haben keine Augenprobleme, ergaben die Daten aus einer repräsentativen Umfrage (rund 1.000 Probanden). 50 Prozent brauchen eine Sehschärfenkorrektur. Je zehn Prozent berichten von trockenem Auge oder Entzündungen, fünf Prozent von Grauem oder Grünem Star. In den vergangenen Jahren kam es zu einem teils heftigen Konkurrenzkampf zwischen Augenärzten und Optikern. Dazu ein Faktum aus der Umfrage: Mit der Terminvergabe "sehr zufrieden" waren nur 27 Prozent beim Augenarzt, jedoch 70 Prozent beim Optiker.

Das Problem liegt darin, dass sich im Auge (Diabetes, Makula-Degeneration, Schwach- und Fehlsichtigkeit bei Kindern) auch Erkrankungen zeigen können, die nicht per Sehschärfenfeststellung diagnostiziert werden können. Thomas Szekeres, Präsident der Wiener Ärztekammer: "Wir sollten die Bevölkerung viel intensiver über die Möglichkeiten aufklären, die der Augenarzt hat. Dass es Wartezeiten gibt, ist uns bewusst." Wobei die "Optiker-Augenärzte-Konkurrenz" nur noch ein Teil des Problems ist. Johannes Steinhart, Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte: "Lesebrillen bekommt man ja bereits auch in großen Tankstellen." Dort gibt es naturgemäß überhaupt nur noch Produkt-Verkauf.

Sensible Kinderaugen

Besonders vulnerabel sind Kinder. Gabriele Seher, Stellvertretende Obfrau der Wiener Augenärzte: "Das kindliche Auge lernt das Sehen in den ersten Jahren. Beide Augen lernen gemeinsam - und jedes für sich." Komme es zu einer Sehschwäche auf einem Auge (vier bis sechs Prozent der Kinder), kapere das andere die entsprechenden Nervenzellen im Gehirn und es entstünde eine irreparable Sehschwäche auf einem Auge. Deshalb sollten alle Kinder bis ins Schulalter einmal jährlich zum Augenarzt.

Gerade in den vergangenen Jahren haben sich die diagnostischen Methoden und die Therapien in der Augenheilkunde dramatisch weiter entwickelt. Ein Beispiel ist die Behandlung der der altersbedingten, feuchten Makuladegeneration durch regelmäßige Injektion von monoklonalen Antikörper-Präparaten/Konstrukten, mit der auch eine deutliche Verbesserung der Sehfähigkeit erzielt werden kann. Peter Gorka, Vorstandsmitglieder der Österreichischen Gesellschaft für Augenheilkunde: "Ich erlebe eine technologische Entwicklung, die der Finanzierung voranläuft. Der Schritt, dass das von den Spitälern in den niedergelassenen Bereich herauskommt, verläuft mit Verzögerung." Fazit: Sowohl in Diagnose als auch in Therapie eröffnet sich die Gefahr, dass die modernste Augenheilkunde ein "Privileg" des teuersten Umfelds - des Spitals - bleibt oder in den Privatbereich abschwimmt.

Ein neues Modell soll - von Oberösterreich ausgehend - mit einem ersten Projekt die Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Apothekern etc. im Bereich der Augenheilkunde verbessern und das Bewusstsein der Bevölkerung für die Früherkennung und regelmäßige Kontrolle ausweiten. Anhand einer noch zu erstellenden Check-List, so auch die OÖ-Apothekerkammerpräsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr sollen unter den Apothekenkunden jene speziell angesprochen werden, für die eventuell der Gang zum Augenarzt dringend angeraten wäre. Das sind zum Beispiel Patienten, die immer wieder wegen rezeptfreien Produkten in Sachen Augen in die Apotheke kommen. (APA, 20.8.2012)

unberechenbare untersuchungsdauer

Die Wartezeiten in der Kassen-Ordination sind vor allem durch die unberechenbare Untersuchungsdauer der Patienten zu erklären. Ein "rotes Auge" kann für Diagnose und Beratung 1 Minute dauern ( z.B.: banale Bindehautentzündung) oder eine halbe Stunde ( z.B.: Glaukomanfall, Regenbogenhautentzündung...). Die Wartezeiten sind jedenfalls auch für die behandelnden Ärzte nicht wünschenswert.

Ich denke, es geht bei den Wartezeiten nicht ausschließlich um die im Wartezimmer. - Auch wenn diese mitunter recht lang ist.
Aber vorher muss man, je nachdem wo man wohnt und welcher Kasse man angehört, oft wochenlang auf einen Termin warten. Kurz: ein Besuch beim Facharzt hat hauptsächlich mit Warten zu tun - und wenn man eh "nur" eine Lesebrille braucht, tut man sich das halt nicht immer an. Auch wenn es im Sinne der Gesundheit besser wäre, die Augen gelegentlich überprüfen zu lassen.

Wartezeit bei Arzt ok aber

ich habe noch keinen Termin unter 4 Monaten erhalten. Und das nur um die Augen kontrollieren zu lassen und ggf. eine neue Brille. Das ich da zur Kontrolle und für eine neue Brille mir dem Umweg über den Augenarzt erspare ist wohl klar. Fielmann ist klasse und Termine unter 2 Wochen möglich.

Optiker ist nicht gleich Augenarzt

Wissen Sie eigentlich, was "nur" eine Kontrolle beim Augenarzt bedeutet? Nicht nur Sehtest, sondern auch Augendruckmessung "state of the art" ( nicht mit Luftstoss!), Untersuchung des vorderen und hinteren Augenabschnitts etc. Der Optiker will Ihnen eine Brille verkaufen ( macht damit auch viel mehr "Geschäft " als der Augenarzt!), hat keine medizinische Ausbildung und kann die meisten Krankheitsbilder an Ihrem wichtigsten Sinnesorgan nicht oder nur unzureichend erkennen. Klasse ist was anderes!

es kommt auf den grund an

Im Vorjahr wurde mit "mystery calling" in allen Bundesländern bei Augenärzten mit verschiedenen Szenarien Termine vereinbart. zB: Notfall, Kind, Routinekontrolle. Abgesehen von Vorarlberg und Oberösterreich ( die beide ein sehr nachteilhaftes Krankenkassensystem für niedergelassene Fachärzte und Patienten haben) bekam man bei Notfall am selben Tag ( ganz selten erst am nächsten Tag) den Termin! Auch der Kindertermin war sehr schnell zu bekommen. Für den Routinetermin musste man je nach Bundesland zwischen 2-10 Wochen warten. Und dies ist wohl auch vertretbar. z.B.: In Wien bekommen Sie bei vielen Augenärzten den Termin für die Routinekontrolle in 2-6 Wochen.

Ich habe vor ca. 2 Jahren in OÖ einen Nottermin

bei einem Augenarzt gebraucht. Bekommen hätte ich bei Dreien die ich anrief den Termin bei einem am nächsten Tag, bei den anderen gleich erst 1 Woche später.

Also ging ich in die Spitalsambulanz.

Will man einen normalen Termin kriegt man den frühestens in 3-4 Monaten. OÖ ist eine absolute Katastrophe.

Es gibt viel zu wenige Fachärzte in OÖ und das nicht nur bei den Augen. Bei den Lungenfachärzten sieht es auch nicht besser aus.

Das Zahnarztsystem ist sowieso krank. Die Behandlungen auf Krankenschein sind gerademal so gut, dass man mit 40-50 zumindest ein paar Zähne verliert. Zahnersatz ist ja Privatsache und die Kasse spart. Sinnvolles wie Mundhygiene etc. Privatsache.

leider haben Sie recht

Das oberösterreichische Versorgungssystem ist leider ( vor allem auch auf Betreiben des heutigen Gesundheitsministers, früher OÖ GK Obmann) spitalslastig. So braucht die Krankenkassa weniger für die Versorgung der Bevölkerung zahlen. Und wie es dann in den Spitalsambulanzen zugeht, ist denen herzlich egal.

Es gibt zu wenig Kassenverträge für Augenärzte

Das Problem wird künstlich von den Krankenkassen erzeugt!

Beim Augenarzt müssen Sie heute mit mindestens 2,5 Std. Wartezeit rechnen!!!

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