Dačić und Thaçi, ein Treffen erprobter Feinde

Adelheid Wölfl aus Prishtina
20. August 2012, 18:02

Kosovarischer und serbischer Premier in New York vor Wiederaufnahme des Dialogs

Der eine nennt den anderen gern "Kleiner Sloba", ein Spitzname in Anspielung auf Slobodan Miloševic. Der andere drohte noch im Vorjahr, dass niemand behaupten solle, dass Serbien für den Kosovo keinen Krieg führen wolle. Wenn sich an Dienstag der Premier des Kosovo, Hashim Thaçi, und sein neuer serbischer Amtskollege, Ivica Dačić, in New York bei der Sitzung des UN-Sicherheitsrats begegnen, so ist das ein Treffen zweier langjähriger politischer Feinde.

Der eine agierte in den 1990er-Jahren als Scharfmacher von Miloševic gegen die Albaner im Kosovo, der andere führte die Kosovo-Befreiungsarmee UÇK. Die meisten Beobachter aus dem Kosovo und der EU fürchten, dass die neue nationalistische Führung in Belgrad den Dialog mit dem Nachbarn verschlechtern oder zumindest verlangsamen könnte. Andere sehen in der politischen Konstellation aber sogar eine Chance. In Prishtina ist in diesen Tagen von "Nixon in China" die Rede, in Anlehnung an das Treffen des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon 1972 mit Mao Zedong in Peking, das zum diplomatischen Erfolg wurde.

Knackpunkt Nord-Kosovo

Im Fall von Dačić und Thaçi geht es um die Wiederaufnahme des EU-geführten Dialogs, der wegen des Wahlkampfs in Serbien im Februar abgebrochen worden war. Bisher wurde der Dialog ohne Treffen hochrangiger Politiker geführt. Doch Serbien versucht schon seit geraumer Zeit die "technischen Gespräche" zu politischen Gesprächen aufzuwerten, um vor allem den Status des mehrheitlich von Serben besiedelten Nordkosovo aufzurollen, was für den Kosovo nicht infrage kommt. Für beide Staaten ist allerdings ein erfolgreicher Dialog Voraussetzung für weitere Schritte bei der EU-Integration.

Die bisherige kosovarische Chefverhandlerin Edita Tahiri besteht aber darauf, dass vor der Wiederaufnahme des technischen Dialogs (etwa über Energie, Telekom und vermisste Personen) die bisherigen Vereinbarungen von Serbien umgesetzt werden. Insbesondere das gemeinsame "Grenzmanagement", bei dem ein kosovarisches und ein serbisches Team von Zöllnern und Polizisten mit Experten der EU-Mission Eulex zusammenarbeiten sollen, müsse endlich installiert werden, so Tahiri zum STANDARD. Serbien hat bisher noch nicht einmal das Protokoll für dieses Grenzmanagement unterschrieben. Brüssel würde nun die Unterschrift genügen, um den "technischen Dialog" nach dem politischen Treffen von Dačić und Thaçi wieder aufzunehmen. Man will, dass Serbien ein Zeichen guten Willens setzt.

Im EU-Außenamt zweifelt man aber daran, dass beide Seiten auf den Dialog vorbereitet sind. Die Wahl von Präsident Tomislav Nikolic und die neue rechte Regierung setzte viele unter Schock. Und Belgrad zweifelte selbst die bisherigen Ergebnisse des Dialogs an. Auch der kosovo-serbische Politiker Oliver Ivanovic stellt im Gespräch mit dem Standard nun die legale Basis für die bereits vereinbarte Übergabe der Zivilregister infrage, die die serbischen Behörden nach dem Krieg aus dem Kosovo mitgenommen hatten. (Adelheid Wölfl, DER STANDARD, 21.8.2012)

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"Kosovo-Befreiungsarmee UÇK"

Würde eher sagen: Kosovo-Eroberungsarmee UÇK.

Und warum die Serben einen Teil ihres Landes, wo sie noch die Mehrheit stellen, nämlich nördliche Teile des Kosovo, einfach so den Eroberern schenken sollten, das kann wohl nur die Frau Wölfl erklären.

Nein, umgekehrt!

Den Serben ist es nie gelungen, Kosovo zu erobern. Es wird ihnen auch nie gelingen. Kosovo ist albanisch. Und das wird es bleiben.

Klar,

hätte man Serbien erobert, könnte man Ihre Gedankengänge nachvollziehen, ansonsten muss man Ihr Statement als rhetorischen Humbug bezeichnen.

Seine Augen verraten, dass er verlieren wird, auch wenn er noch einen taktischen Sieg errungen hat, wovon sein beginnendes Schmunzeln zeugt:

http://www.blic.rs/Vesti/Pol... -u-regionu

Es sieht eher so aus als hätte er ein Auge auf Dacic Niere.

Der grosse "Sloba"

hat das damals auch gedacht und wo liegt er heute ? ...unter der Erde!

ja dort wo wir auch alle mal enden weden ! Und was soll daran schlimm sein ?

Bin mal gespannt wie lange es Dauert bis man wieder anfängt Wölfl zu kritiesiern oder wie lange unsere Serbischen Forumfreunde brauchen bis das organhandel Thema wieder anfängt....

Sind Sie empört?

es wird so lange dauern

option 1 :bis frau wölfl aufhört serbische opfer zu marginalisieren und bis der organhandel vollständig aufgeklärt ist und die drahtzieher hinter gitter sitzen.
option 2: bis das serbische volk und andere freien menschen mit gerechtigkeitssinn die darüber schreiben aufhören zu egsistieren.

Hier ein kleiner Bericht über die Korruption der westlichen Eliten:

http://translate.google.com/translate... 55212.html

Bald werden sie in der selben Falle sitzen wie die Milosevic-Elite und nur ein Ausweg wird offen sein!

Verhandelt ruhig weiter, in ein paar Monaten ist der Verhandlungsspielraum ausgeschöpft, dann gibt es nur mehr eine Lösung für die sinkenden Westmächte.

Sloba fängt schon mal aus dem Grab zu grinsen an, bald wird er lachen...........

unabhängikeitserklärung der kosovo-albaner wurde bisher von nur rund 40 länder anerkannt. 12.8.2012

http://www.greenpeace-magazin.de/tagesthem... un-werden/

sie müssen wirklich aufhören western-krimis zu lesen! sie vergiften ihre denkweise. sie haben eine lebhafte fantasie, dass kann ich ihnen versichern. der einzige unterschied zwischen ihnen und mir ist nur, dass sie es noch nicht wissen.

Der Unterschied ist in der tat das Sie westliche Krimis,die sich vertippen oder verschreiben Glauben schenken,denn es sind nicht 40 Staaten sondern 92.
jeder Link den ich angebeben habe konnte man es klar und deutlich nachlesen,oder wollen Sie es nicht verstehen?

Ich weiß nicht,ich habe nie einem Serben getrautr. ;)
Ich weiß aber wo es steht,das es so ist.

eine frage an die serben

was stellet ihr euch vor ,
wo die mitte ist von unabhägigkeit und autonomie?
bekommen die albaner unabhängigkeit haben sie alles.
Bekommen sie autonomie haben sie nichts, denn serbein kann sie aufhenben wie vor kurzem in der vojvodina.was gibts da zu verhandeln ?

"Aufheben" ist da so eine Sache. Das muss man rechtlich betrachten.

Die Vojvodina bekam einen anderen rechtlichen Status in der neuen Verfassung verpasst. Also nach Jugoslawien und der Auflösung Serbien/Montenegros. Würde der Kosovo - rein hypothetisch - zu Serbien "zurückkommen", dann müsste der Status des Kosovo, Rechte und Pflichten dieser Teilrepublik und seiner Bürger, in der Verfassung verankert werden, um damit eine Rechtssicherheit zu schaffen. Ich gebe Ihnen aber recht, daß dies' auch keine 100%ige Garantie für etwas ist.

Anno 1991/1992 hatten Kroatien und Bosnien auch nicht die verfassungsrechtliche Möglichkeit auf jene Art aus Jugoslawien auszutreten, in welcher es dann geschehen ist. Sie haben es trotzdem getan und niemanden im ach so rechtsliebenden Westen hat es gejuckt ;)

Irrtum oder bewusste Falschmeldung?

Die alte jugoslawische Bundesverfassung sah durchaus die Möglichkeit des Austritts aus dem Bund, sprich die volle Selbständigkeit der Republiken (nicht aber der autonomen Provinzen Kosovo und Vojvodina) vor!

die mitte ist

das teritorium zu serbien das albanische volk in die unabhängigkeit entlassen

Über das Territorium soll also Belgrad entscheiden,

und nicht die Bevölkerung des Kosovo?
-
So, jetzt haben Sie begriffen, wieso die Albaner die Unabhängigkeit forderten und sie nun haben.
Sie sind ein Träumer - und vor allem sind Sie lächerlich.

Über serbisches Territorium entscheiden Serben, warum auch nicht. Und obwohl euch nix zu steht, und weil wir mit euch auch nix mehr zu tun haben wollen bekommt ihr einen Großteil. Ist das nicht genug? Was fehlt , etwa meine Niere?

Was fehlt , etwa meine Niere?

Nein,aber vielleicht ein neuer LKW um Leichen herum zu Transpotieren.

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