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Mit "San Francisco" zur Stimme einer "Bewegung": Scott McKenzie.
Los Angeles - Eigentlich hätte der als Philip Wallach Blondheim geborene Sänger Scott McKenzie auf Einladung seines Musikerfreundes John Phillips Mitglied von dessen Band The Mamas & The Papas werden sollen. Deren Song California Dreamin' brachte 1966 frühzeitig die Flower-Power- und Hippie-Szene vom US-Underground-Phänomen weltweit in die Mainstream-Popcharts.
Doch McKenzie, der zuvor schon mit Phillips in der Popband The Smoothies harmonieselig gute Laune verbreitet hatte und kommerziell äußerst erfolgreich mit dem Trio The Journeymen im Folkbereich unterwegs gewesen war, lehnte dankend ab. Er wollte sein Glück lieber als Solokünstler finden. John Phillips war ihm deswegen Gott sei Dank nicht böse: Er schrieb für ihn den bis heute an den mit Wandergitarren behübschten Lagerfeuern beliebten Song San Francisco (Be Sure To Wear Flowers In Your Hair). Der wurde 1967 zum vielleicht noch größeren Welthit als California Dreamin'. Gerüchten zufolge sorgte er damals auch für eine Wanderbewegung der Weltjugend Richtung Kalifornien.
Mit dem sanften, menschenfreundlichen, mit klarer, sauberer Stimme, in fescher Montur und mit langem, aber gepflegtem Haupthaar vorgetragenen Song San Francisco, erstmals angestimmt beim (von John Phillips organisierten) Monterey-Pop-Festival, wurde Scott McKenzie zur Stimme einer "Bewegung". Als der breiten Gesellschaft ohne das schmutzige Beiwerk von freier Liebe und super Drogen verkaufte Idee funktionierte sie sensationell gut. Spätestens aber nach Woodstock 1969 wurde der Hippietraum von Charles Manson oder dem Fanal des Altamont-Festivals nachhaltig beschädigt.
Für das Ein-Hit-Wunder Scott McKenzie war da die große Karriere schon wieder vorbei. Es folgten noch schöne, aber unauffällige Songwriter-Alben wie Stained Glass Morning (1970) - und er wurde schließlich in den 1980er-Jahren auch noch Mitglied der längst als Nostalgieact gebuchten The Mamas & The Papas.
Nach einer langen schweren Nervenkrankheit ist Scott McKenzie nun in Los Angeles seinem Leiden erlegen. (Christian Schachinger, DER STANDARD, 21.8.2012)
Nachlese (mit Postings)
US-Sänger Scott McKenzie 73-jährig gestorben
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mit dem verschweigen der eigentlichen mission der hippies will der meister, raffiniert wie er ist, nur auf sie aufmerksam machen:
wir werden nie mehr mit einem system kollaborieren, das von latent-permanenter kriegsführung und heuchelei zu leben vorgibt, denn es ist kein leben sondern töten.
wir werden uns nie mehr für unsere wahren gefühle genieren, die angeblich blöde und kitschig sind.
besser im widerstand scheitern als in kollaboration dahinsiechen.
und wenn ihr wissen wollt, wie das klingt, spielt jimi hendrix.
hat mich als Kind gepackt...ich wollte auch ein "Gammler" sein....war aber zu klein um selbst entscheiden zu dürfen...und daher blieb mit die Russische Pelzhaube nicht erspart, keine Buntgestickte Lammfelljacke/Mantel. :-)
Für mich war das undenkbar dass diese Generation mal in Todesnähe kommt.
Nun mehren sich die Einschläge :-(
Natürlich war es auch mich undenkbar, dass diese Generation und Bands mal in Todesnähe kommt. Wenn ich wieder mal ne LP aus dieser Ecke rausnehme, muss ich mit Erschrecken wahrnehmen, wie jung die damals waren, obwohl man selbst Janis, Jim Brain, Pipgen, etc. immer als alt in Erinnerung hat - man war ja ein Zwerg und diese damlas schon toten Stars eben die Altvorderen. 1970er & 1980 vergisst man schnell, 1990 und 00 ohnehin, sie waren aber etwas ganz besonderes. Davon zeugt auch der Umstand, dass Songs aus dieser Zeit immer wieder gecovert werden. Er zählte zwar zur leichteren Sorte, aber immerhin ist dieser Song bei Millionen Menschen im Hirn mit einem Erlebnis abgespeichert.
kommt das nur mir so vor, oder hat der Artikel wirklich einen leicht süffisanten Unterton?
Mich stoert das jetzt.
immer noch ein hardcore-gänsehaut-song für mich. ideal im auto.
irgendwie packt mich immer das gefühl beim anhören, dass ich das doch was verpasst habe (weniger die - eh belanglose politische veranstaltung) aber die geile party. danke scott.
schnellere version von san francisco.
https://www.youtube.com/watch?v=_qs1l01qnrw
Nix für mich. Aber für die Generation Rave & Trance, die mit Singer-Songwritern eher nichts zu tun hat, ist das sicher ein nettes Stück. Kriegen sie wenigstens sozusagen ums Eck ein bisserl altes Flower Power mit, das im Goa-Gewummere eine neue Ausdrucksform gefunden hat.
Was ist bloss draus gworden? Sind die Bubn in den Gwändern wirklich alle bei der Bank gelandet, Manager für Social Competence oder so? Wo sind die Mädls ohne Handy, mit denen man ganz offenbar noch einfach so reden konnte?
Gentle people...
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