Ein Lehrer-Blog? Längst fällig!

Blog | Andrea Vanek-Gullner, 17. September 2012, 09:47
  • Gestaltet von einer Lehrerin für LehrerInnen, die Fragen haben und Lösungen brauchen - und vor allem Ermutigung.
    foto: apa/hochmuth

    Gestaltet von einer Lehrerin für LehrerInnen, die Fragen haben und Lösungen brauchen - und vor allem Ermutigung.

Lehrer, Kinder, Mütter, Väter - das Zusammenspiel kann funktionieren. Eine Lehrerin gibt Tipps

Ja, wir Pädagogen kennen unsere Pflichten. Erfüllen unseren Bildungsauftrag und erziehen unsere SchülerInnen. Ganz so, wie es bereits Johann Friedrich Herbart (1776-1841) postulierte.

Und einfach ist es wirklich nicht, in einer Klasse, bunt besetzt mit Kindern mannigfaltigen kulturellen Backgrounds, darunter eine kleine Schar mit sonderpädagogischem Förderbedarf, jeden Einzelnen seiner Individualität entsprechend zu bilden und zu erziehen. Hinzu kommen Elternarbeit, Konferenzen, Administration. Und immer öfter auch Gewalt.

Bei dieser Gelegenheit: Gibt es Lösungen für das Gewaltproblem, und wenn ja, welche? Dürfen LehrerInnen strafen - und wenn ja, wie? Können Konsequenzen kindgerecht sein? derStandard.at gibt ab sofort Antwort auf solche und andere pädagogische Fragen. Unbürokratisch und rasch. Mit der ersten Plattform für unsere Probleme, persönlich oder ganz profan, die dann und wann jeden von uns treffen können.

Apropos persönlich: Was, wenn es heißt, "Kopftuch aus der Klasse"? Wenn einer engagierten Muslimin, die ich höchstpersönlich an der Pädagogischen Hochschule unterrichten durfte, die Möglichkeit verwehrt wird, in den Kinderschuhen steckende Vorurteile im Keim zu ersticken? Klar ist: Wenn Intoleranz auf Intoleranz knallt, wird's brenzlig. Klar hinschauen statt den Kopf schütteln, das sollte die Devise sein. Was ich hier raten würde? "Gehen Sie zur Schulleitung, suchen Sie das Gespräch. Darüber, dass Sie Sorge haben, dass Ihnen Ihr Kopftuch im Weg steht. Darüber, dass Sie Vorbehalte verstehen, aber offen sind für Fragen und Ängste der Eltern, bereit sind, aufzuklären, warum, wieso, weshalb. Und niemanden beeinflussen wollen. Also selbst Toleranz leben. Im Hier und Jetzt."

Toleranz als Tugend der PädagogInnen ist auch in der Elternarbeit gefragt. 

Mitunter möchte uns die Macht der Erziehungsberechtigten geschickt in die Falle des Gefallenwollens hineinmanövrieren. Und unser pädagogisches Ego mit uniformem Ruf nach Besser, Weiter, Schneller, Mehr kleinkriegen. Das macht manchmal wütend.

Was ich dazu sage? Dass ich selbst Mutter dreier Kinder bin und die Eltern zuallererst verstehe. Dass ich aber als Mutter auch dankbar bin für Richtlinien, klare Worte durch die PädagogInnen meiner Kinder. Dass ich als Mutter den Mut der Lehrer brauche. 

Ja, auch wenn ich es mir mitunter selbst nicht eingestehen kann: Ich bin dankbar dafür, von der Lehrerin meines Kindes klare Richtlinien zu bekommen. Darüber, welche Angelegenheit es wert ist, in die Schule gebracht zu werden. Und welche Angelegenheit ein klarer Appell an mich als Mutter ist, die Selbstkompetenz meines Kindes zu stärken. "Du wirst in der Schule beschimpft? Wie könntest du das lösen? Zur Lehrerin gehen, dich abwenden oder klar und deutlich sagen: 'Das möchte ich nicht!'? Was passt für dich, fühlt sich gut an? Versuch's doch morgen mal, du schaffst das schon! Und dann reden wir wieder, bleiben dran."

Ja, auch Mütter sind zum Mutmachen da.

Lehrer, Kinder, Mütter, Väter - das Zusammenspiel kann funktionieren. Wenn Eltern um ihren Erziehungsauftrag und auch ihre Grenzen wissen. Und von der Lehrperson ihres Kindes zu spüren bekommen, dass genau ihr Kind wertvolles Mitglied der Gruppe ist, willkommen ist. 

Da können Eltern loslassen, vertrauen. 

Was immer hilft? Achtsamkeit. Zuhören, hinhören, sich einlassen auf den Dialog - zuallererst dort, wo's schwer ist.

So viel ist sicher: Schule heute braucht mutige Menschen. PädagogInnen mit Persönlichkeit, die selbstverantwortlich entscheiden, Mut machen - den Kindern und auch den Eltern. Die aber auch mal selbst ermutigt werden. Lesen dürfen, dass sie geschätzt werden in dem, was sie tun. Auch und gerade über die Medien.

Jetzt sind endlich wir LehrerInnen dran. (Andrea Vanek-Gullner, derStandard.at, 17.9.2012)

Haben Sie Fragen an Andrea Vanek-Gullner? Schicken Sie ein E-Mail an bildung@derStandard.at!

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Lehrer sollten mitreißende Vorbilder für Lernen sein

LERNEN & LEHREN kommt von germ. LAISTI = FÄHRTE. Man lernt indem man Fährten des Lebens folgt und eigene ErFAHRungen macht. Wenn einen das so fasziniert, dass einem andere von sich aus folgen wollen, ist man Lehrer. So einfach geht das in der Ich-kann-Schule. Dort sind Kinder (und Eltern) auch Lehrer und Lehrer auch Lerner.
Lehrer sollten ein mitreißendes Vorbild für LERNEN sein. Lehrer haben SOGwirkung. Mit Sog kann man Kräfte gut lenken, mit Druck nicht. Wenn man SOGwirkung hat, hat man sie auf alle. Wenn man immer nur DRUCK machen gelernt hat, ist einem das noch nicht bewusst. In der Ich-kann-Schule gilt deshalb das SOG-Prinzip:Lass dir was einfallen, was ZIEHT!
Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe

Hab' selten so einen Hohlquatsch gelesen.

Drucklos

Ist aber doch schön, wenn man lesen kann - wenn man es kann.
Es klappt schon noch besser! Habe Geduld mit Dir!
Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe

Frage

Und welche Kompetenzen ermächtigen Sie zu derart anmaßenden Äußerungen in Form von Pauschalbehauptungen?

Unglaublich

Jetzt haben die Lehrer sogar noch Zeit für eine Blog...

Wieder so ein Lemminghirn.

die is keine lehrer nicht

die machta schreibta von selba

Lehrer als SPERRER 3

dass freie schulen und waldorfschulen beim pisa-test so erstaunlich gut bewertet werden sollte zum selbstkritischen nachdenken anregen.
wer steht denn im mittelpunkt der schule? die bedüfnisse der schüler - oder das selbstdarstellungsbedürfniss der/des lehrerIn?
das selbstverständnis der lehrer als moderne dienstleister für ihre chefs = ihre arbeitsplatz- und geldgeber = ihre schüler, deren wohlbefinden und lebenslange vitalität und kreativität sie nach bestem wissen und können unterstützen DÜRFEN wünsche ich mir baldigst verwirklicht.

Beide Extreme sind selbstverständlich abzulehnen

Und selbstverständlich funktioniert in der Regel Schule bei einem Minimalaufwand an gutem Willen von allen Seiten ziemlich einwandfrei.
Offen gestanden kann ich diesen Willen ihrem Posting nicht entnehmen...

Lehrer als SPERRER 2

eine junge pragmatisierte Lehrerin stirbt an krankheit: 10 dienstjahre werden zusätzlich angerechnet + 40.000.- ÖS begräbniskostenzuuschuß + witwer- und waisenpension für die familie + bei wiederverheiratung 70 monatsrenten steuerfrei (asvg 35 monate)
vortbildungsverpflichtung mit überwiegend qualitätslosen angeboten
jahresarbeitszeit (ausnahme gegenstände mit vielen prüfungen, tests, schularbeiten etc) so unvergleichlich niedrig, dass mir kein vergleich außer zu manchen politkern einfällt.
neugebauer sperr weiter!
mutig unsere frau minister

Lehrer als Sperrer

als ehemaliger berufsschullehrer darf ich ein wenig aus der erfahrungskiste plaudern:
ein älterer und daher mit damals rund 14 x 50.000.- ÖS bezahleter + pragmatisierter + schwer alkoholkranker "kollege" übt wiederbetätigung und machtmissbrauch an "seinen" schülern. NICHT versetzbar, NICHT kündigbar.

M.a.W.

Sie haben seinen Job nicht gekriegt...?

??

ehemaliger berufsschullehrer ohne vortbildung...

[V]ortbildung .. der war gut :D

Wenn Sie echte Beweise gehabt hätten, zeugt Ihr Schweigen von keinem Verantwortungsbewusstsein.
Ihre Interpretation seines Lebens?

Bezüglich der Misere im Bildungswesen wird über Lehrer, Kinder, Organisation, Ausbildung, Strukturen, Schulsysteme, etc, etc, geschrieben.
Mir fehlen da zwei wesentliche Faktoren in der Diskussion: die Eltern als Erziehende und Vorbilder, sowie die Gesellschaft an sich in Österreich. Diese beiden zusammen bilden das Fundament und die tragenden Säulen für das Funktionieren eines erfolgreichen Bildungswesens.
Aber dieses Thema traut sich keine Partei anzugreifen, das ist ihnen zu heiß.
Solange sich die beiden Faktoren nicht ändern, wird sich nichts ändern an der momentanen Situation!

Ich freue mich...

...auf viel(seitig)e Beiträge! Ich stehe selbst seit diesem Schuljahr zum ersten mal in einer Integrationsklasse und habe einen winzigen Einblick davon bekommen, was Sie in Ihrem Lehrerinnen-Dasein alles erlebt und erfahren haben müssen. Ich freue mich darüber, mich mit einer Expertin wie Ihnen und anderen KollegInnen austauschen zu können. Ich war sehr schockiert über einige vorige Beiträge, denn ich finde Sie und die Idee des Blogs super. Alles Liebe und Gute!

Am schlimmsten hier (bei den Postings)

ist der Neid.

???

Also ich möchte mich hiermit an alle wenden, die behaupten, dass diese Frau keine Ahnung vom Schulwesen hat!!!!

Ich selbst habe als Studentin die Unterstützung dieser Lehrperson genossen und finde sie unglaublich darin, was sie macht!

Sie steht sehr oft in Klassen und hilft SchülerInnen, StudentInnen und LehrerInnen im Alltag des Schullebens.
Meiner Meinung nach sollten sich hier keine Leute äußern, die null Ahnung von Schule und der Arbeit als LehrerIn haben!

Es mag ja sein, dass wir Lehrer Ferien haben. das ist auch gut so- aber weiß denn jemand wie viele Fortbildungen man als LehrerIn machen muss, wie lange die Vorbereitung und Nachbereitung des Unterrichts dauern, wie viel Elternarbeit geleistet werden muss und sollte?

einen Lehrer-Blog schreiben
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seit mindestens 2002 nicht mehr vor einer Klasse gestanden haben

Nein, danke.

Schon diese Formulierungen "Dürfen LehrerInnen strafen - und wenn ja, wie? Können Konsequenzen kindgerecht sein?" stimmen höchst nachdenklich...

Es darf u.a. wohl befürchtet werden, dass der Unterschied zwischen "Konsequenz" uns "Strafe" ein paar "Fachleuten nicht klar ist...

Und ob "konsequent sein" kindgerecht ist? *facepalm*

Ich kann es nur wiederholen:

Wieder redet jemand von der Schule, der seit (10) Jahren nicht mehr vor einer Klasse gestanden ist!
Also: wertlos!

"Hinzu kommen Elternarbeit, Konferenzen, Administration. Und immer öfter auch Gewalt."

Wie, Gewalt ist nun Teil der Jobdiscription? "Frau Kollegin, seien Sie so gut, teilen Sie nicht nur gute Noten, sondern auch gewaltig aus."

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