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Ob die Kiwi zum Killer wird, entscheidet des Allergikers Immunsystem. Und die richtige Spritze zur richtigen Zeit.
Die Frau isst zwei Stücke von der Kiwi, dann bekommt sie rote Flecken am ganzen Körper und wird ohnmächtig. Rasch ruft man den Notarzt, der sofort lebensrettende Medikamente spritzt. In der Uni-Klinik hat der Allergologe die Diagnose schnell gestellt: Die 29-Jährige ist allergisch gegen Kiwis. Schon winzige Mengen reichen, und ihr Immunsystem spielt verrückt. Noch zweimal bekommt sie so einen allergischen Schock.
Mehr als 17 Millionen Menschen in Europa reagieren allergisch auf Nahrungsmittel, 3,5 Millionen von ihnen sind jünger als 25 Jahre. Kinder sind am häufigsten gegen Hühnereiweiß allergisch, gegen Eiweiße in Kuhmilch, in Weizen, Fisch oder Nüssen. Erwachsene entwickeln eine Allergie vor allem gegen Obst, Gemüse oder Nüsse. Immer mehr Menschen glauben, sie seien allergisch gegen bestimmte Nahrungsmittel. "Aber nur bei einem von zehn können wir das wirklich nachweisen", sagt Thomas Werfel, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie.
Es gibt wenige verlässliche Daten, ob Nahrungsmittelallergien wirklich häufiger auftreten. Nach zwei Studien aus den USA und Großbritannien scheint es aber so zu sein. Demnach sind heute etwa doppelt so viele Menschen allergisch als vor zehn Jahren. "Warum das so ist, wissen wir nicht genau", sagt Antonella Muraro, Leiterin des Zentrums für Nahrungsmittelallergien an der Uni-Kinderklinik in Padua. Manche Forscher vermuten, es liege an der Hygiene-Theorie: Kinder kommen heutzutage weniger in Kontakt mit Keimen, und ihr Abwehrsystem kann so nicht trainiert werden. "Ich halte aber die sogenannte Epigenetik für viel wichtiger", sagt Muraro. Im Mutterleib und in den ersten Lebensmonaten sind Kinder heute Substanzen ausgesetzt, mit denen sie früher weniger Kontakt hatten, zum Beispiel im Essen oder in der Umwelt. Diese Stoffe verändern Gene in den Körperzellen, dadurch lösen Botenstoffe eher eine Abwehrreaktion aus. Bei manchen Allergikern scheint außerdem die Darmwand durchlässiger für Fremdstoffe zu sein.
Bei Kindern bricht eine Nahrungsmittelallergie oft in den ersten zwei Lebensjahren aus - mit Bauchschmerzen, Fließschnupfen, blutigem Durchfall, geschwollenen Lippen und Gesicht oder Ausschlag am ganzen Körper. Erwachsene entwickeln die Allergie eher im Rahmen einer Kreuzreaktion: Primär sind sie allergisch gegen Eiweiße in Pollen. Diese ähneln denen in Nahrungsmitteln so sehr, dass der Körper dagegen ebenfalls eine Abwehrreaktion einleitet. So kann es sein, dass es plötzlich kribbelt oder brennt im Mund, wenn ein Pollenallergiker einen Apfel isst, obwohl er ihn jahrelang vertragen hat. Im Extremfall schwillt sein Rachen an, und die Luft wird knapp. "Das ist aber selten lebensbedrohlich", sagt der Allergologe Werfel. Ein Drittel der Erwachsenen reagiert jedoch mit dem gesamten Körper und kann ohnmächtig werden wie die junge Frau.
Die Allergie wird mit Haut- und Bluttests festgestellt. "Konnten wir damit nichts nachweisen und glaubt der Patient aber dennoch, allergisch zu sein, kann man einen Provokationstest machen", sagt Philippe Eigenmann, leitender Allergologe in der Uni-Kinderklinik in Genf. Dabei bekommt der Patient eine winzige Menge des verdächtigen Eiweißes, und unter Notfallbereitschaft beobachten die Ärzte, ob er reagiert.
Mit einer neuen Technik können Ärzte seit kurzem die Allergie genauer feststellen. Nahrungsmittel enthalten hunderte von Eiweißen. Aber nur wenige davon lösen tatsächlich eine Allergie aus. "Mit neuen Tests können wir genau herausfinden, auf welches dieser Eiweiße jemand allergisch reagiert und wie heftig", erklärt Karin Hoffmann-Sommergruber, Allergieforscherin an der Med-Uni Wien. So lösen zum Beispiel die Eiweiße Cor a 8 und 9 in Haselnüssen eine stärkere Reaktion aus als Cor a 1.
Bei zwei Dritteln der Kleinkinder verschwindet die Allergie im Vorschulalter von selbst. "Warum, wissen wir nicht genau", sagt Hoffmann-Sommergruber. "Wenn wir es wüssten, hätten wir die Grundlage für eine gezielte Therapie." Denn heilen kann man die Allergie bisher nicht.
"Das Einzige, was wirklich hilft, ist, das Nahrungsmittel zu meiden", sagt Eigenmann. Bei Kleinkindern könne man nach zwei Jahren vorsichtig versuchen, das Nahrungsmittel wieder zu geben. "Gerade bei Milch ist das sehr wichtig wegen des Kalziums." Bei der jungen Frau mit der Kiwi-Allergie begannen die Ärzte eine Immuntherapie. Eine allergische Reaktion blieb bisher aus. (Felicitas Witte, STANDARD, 20.8.2012)
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Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem übermäßig stark auf bestimmte Eiweiße, z. B. auf Casein oder Lactalbumin in der Milch. Beim ersten Kontakt mit dem Allergen, der Sensibilisierung, produziert der Körper große Mengen Antikörper (IgE), die sich an Abwehrzellen (Mastzellen) binden. Isst man das Allergen noch einmal, schütten die Mastzellen Histamin aus, was zu der Immunreaktion führt.
Bei einer Pseudoallergie gegen Erdbeeren, Zitrusfrüchte, Tomaten oder Meeresfrüchte schütten die Mastzellen Histamin ohne vorherige IgE-Produktion aus. Sie verursacht Beschwerden wie eine echte Allergie.
Bei einer Intoleranz oder Überempfindlichkeit fehlen dem Körper Enzyme für die Verdauung, etwa die Laktase, die den Milchzucker (Laktose) spaltet. Das verursacht Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall. Die Betroffenen vertragen aber noch kleinere Mengen Milch, je nachdem, wie gut das Enzym noch funktioniert.
Bei einer Histamin-Intoleranz kann der Körper Histamin nicht gut abbauen. Geringe Mengen an Histamin, etwa in Rotwein, führen zu Kopfschmerzen, Hitzegefühl oder Magen-Darm-Beschwerden. Menschen mit einer psychischen Unverträglichkeit können bestimmte Nahrungsmittel nicht essen, weil das ihrer Überzeugung widerspricht. (fewi)
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Darmbakterien verdauen das Essen und regulieren das Immunsystem. Bitte weiter auch die GIFTSTOFFE im Essen beachten, dass auch Reaktionen hervorrufen kann.
Schaut in die Lebensmittelregale und schaut was die Leute für ihr tägliches Essen einkaufen.
Kaum ein Lebensmittel das nicht irgendwie künstlich behandelt oder mit E-Nummern (ja ich weiß nicht alle Nummer sind schlecht) versehen.
Man ist was isst - die Rechnung kommt per Allergie oder im Alter.
Nur meine Meinung!
- doppelt so viele Allergien wie vor 10 Jahren
-"Im Mutterleib und in den ersten Lebensmonaten sind Kinder heute Substanzen ausgesetzt, mit denen sie früher weniger Kontakt hatten"
FRAGE: ist das mit den "Substanzen" nur blabla oder sind die bekannt. Und wenn bekannt, warum werden sie nicht für (werdende) Mütter, Säuglinge und Kleinkinder verboten bzw. zumindest DEUTLICH davor gewarnt?
Oder ist eh alles wurscht solange kaum jemand an den Allergien stirbt?
Das "glauben" bezieht sich ja auf die Allergie, nicht darauf dass er reagiert (das wird der Patient wie Sie meinen ja wissen) ... Aber ob es wirklich eine Allergie oder was anderes ist muss ja mal gezeigt werden, es gibt ja einige mögliche Ursachen für eine Reaktion
hier hab ich eine einfache beschreibung gefunden:
http://myownveganjoy.blogspot.co.at/2009/08/m... auber.html
empfehlen kann ich auch das buch peace food:
http://peacefood.de/modules/t... x.php?id=8
Wer sagt, dass ich denen glaube?
Die simple Wahrheit ist, dass ich mich bei dem Thema "Calcium und Milch" nicht wirklich auskenne. Wenn Sie mir aber dann solche Links präsentieren, machen Sie sich lächerlich.
Also her mit den unabhängigen Studien, denn Ihr Argument ist nämlich ziemlich dumm: Wenn die eine Lobby Studien präsentiert, ist es ok, wenn ich die meiner Lobbdy präsentiere.
seit jahrzehnten ist bekannt, dass milch zu verdauen deutlich mehr kalzium aus dem körper entzieht als es bringt. dh wenn man den kalziumhaushalt im körper hoch halten will muss man den konsum von milch und milchprodukten vermeiden.
das ist lang bekannt.
ärztinnen und ärzte sollten endlich erkennen, dass ihre ausbildung NULL information zu ernährungsfragen beinhaltet. deswegen sollten diese dazu einfach schweigen, weil ihre kompetenz de facto null ist. oder glauben sie immer alle noch dass sie allmächtig und allwissend sind nur weil sie dr.med. sind?!?!
Kalzium ist ja außerdem nur ein Aspekt, Milch liefert ja weitere wertvolle Nährstoffe.
Und dass sich evolutionär eine Anpassung an den Milchkonsum (Laktasetoleranz - zumindest bei den meisten Europäern) gebildet hat, zeigt ja dass dies zu einem evolutionären Vorteil geführt haben muss, da sich diese genetische Eigenschaft sonst vermutlich nicht durchgesetzt hätte.
Eine Interaktion zwischen Viehzucht und genetischer Anpassung über die ich dankbar bin ... Ich liebe Milchprodukte :)
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