"Splinter Cell: Blacklist" lässt Spieler foltern

  • Sam Fisher foltert einen Feind.
    foto: ubisoft

    Sam Fisher foltert einen Feind.

Spiel stellt einen vor schwierige moralische Entscheidungen - Kritische Stimmen

Der Agenten-Thriller "Splinter Cell: Blacklist" sorgt mit Folter und "moralischen Entscheidungen" für Aufregung. In einem frischen Trailer zum 2013 erscheinenden Werk demonstrieren die Entwickler unter anderem, wie man Feinde unter Anwendung von Gewalt verhören kann. "Sam wird alles, was nötig ist tun, um an entscheidende Informationen zu gelangen", erklärt Creative Director Maxime Beland. Das Spiel stellt die Spieler dafür vor ethisch schwierige Entscheidungen und lässt es einem etwa frei, einen Gegner zu töten oder bewusstlos zu machen.

"Abstoßend"

In Branchenkreisen sorgt dieses Gameplay-Element mitunter für heftige Reaktionen. "Gears of War: Judgment"-Autor Tom Bissell kommentierte die gezeigte Szene mit den Worten: "Eine Präsentation tiefster menschlicher Abgründe, alles im Namen der Unterhaltung". "Wir erreichen eine merkwürdiges emotionales Klima, wenn Unterhaltungsmedien Folter als Effekt einsetzen, anstelle als das Schlimmste, was Menschen einander antun können", sagt Bissel. "Ich habe mich einige Tage dafür geschämt, ein Spieler zu sein, dafür, Militär-Games zu mögen und interessiert an diesem abstoßenden Mist zu sein."     

Actionman

Bissel, der selbst an wenig zimperlichen Werken arbeitet, sieht dadurch eine weitere Grenze überschritten. "Splinter Cell"-Hersteller Ubisoft will das Franchise mit dem neuesten Kapitel einer breiteren Zielgruppe öffnen. Dass der bisher vorwiegend lautlos agierende Protagonist Sam Fisher dafür ein wenig weiter in Richtung "Rambo" rückt, gehört offenbar auch dazu. (zw, derStandard.at, 20.8.2012)

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