Gewerkschaft will hitzefrei für Bauarbeiter

  • Ab 35 Grad wird es zu heiß.
    foto: apa/barbara gindl

    Ab 35 Grad wird es zu heiß.

"Schwerstarbeit in der prallen Sonne - das kann es doch nicht sein"

Wien - Angesichts der bevorstehenden Hitzewelle - es soll ja am Montag bis zu 38 Grad bekommen -, fordert die Gewerkschaft Bau-Holz hitzefrei für die Arbeitnehmer. "Während Badegäste bei diesen tropischen Temperaturen einfach in den Schatten flüchten können, müssen unsere Bau-Holz-Arbeiter weiter in der prallen Sonne Schwerstarbeit leisten. Das kann es doch nicht sein", so Baugewerkschafter Josef Muchitsch (SPÖ) in einer Aussendung.

Auch heuer hätten bereits viele Bauarbeiter ihre Arbeit wegen Schwächeanfällen oder Kreislaufproblemen einstellen müssen. Muchitsch plädiert für eine klare Regelung puncto Temperaturen, die aus seiner Sicht "durchaus vertret- und leistbar" wäre. Ab 35 Grad sollen Bauarbeiter hitzefrei bekommen. In den vergangenen fünf Jahren habe es österreichweit im Schnitt drei Tage mit 35 Grad oder mehr gegeben, und dies ausschließlich am frühen Nachmittag, argumentiert die Gewerkschaft. Die derzeitige Regelung, wonach die Arbeitsbedingungen "zumutbar" sein müssen, sei nicht zufriedenstellend, hieß es. "Die Entscheidung liegt jetzt bei den Verantwortlichen vor Ort."

Hundstorfer für individuelle Lösungen

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) hat sich am Montag hingegen für "individuelle Regelungen" ausgesprochen. Es sei zum Beispiel auch möglich, Gratiswasser zu verteilen oder längere Pausen zu machen, wenn das technisch auf Baustellen möglich ist. Grundsätzlich verstehe er die Forderung nach Hitzefrei, eine Generallösung sei aber nicht ideal. Man müsse jede Berufsgruppe unterschiedlich sehen, daher seien individuelle Lösungen das Vernünftigste, sagte der Minister am Rande einer Pressekonferenz. (APA, 20.8.2012)

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