Morsi reist als erster ägyptischer Staatschef in den Iran

19. August 2012, 18:15

Gipfel der blockfreien Staaten Ende August

Kairo/Teheran - Der ägyptische Präsident Mohammed Morsi will Ende August zum Gipfel blockfreier Staaten in die iranische Hauptstadt Teheran reisen. Morsi werde dort den Vorsitz, den Ägypten 2009 von Kuba übernommen hatte, nun an den Iran weitergeben, berichtete die amtliche ägyptische Nachrichtenagentur Mena am Wochenende. Es wäre demnach der erste Besuch eines ägyptischen Staatschefs im Iran.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern liegen seit mehr als drei Jahrzehnten auf Eis: Teheran hatte den Kontakt zu Kairo 1980 nach der islamischen Revolution abgebrochen. Grund war der ein Jahr zuvor geschlossene israelisch-ägyptische Friedensvertrag. Kairo erkannte darin als erstes arabisches Land den jüdischen Staat an.

Nach dem Sturz des langjährigen ägyptischen Staatschefs Hosni Mubarak Anfang 2011 war Morsi im Juni zum neuen Präsidenten gewählt worden.

Die Blockfreien-Bewegung war 1955 während des Kalten Krieges ins Leben gerufen worden. Sie sollte ein Gegengewicht zur Blockkonfrontation zwischen den USA und der Sowjetunion bilden. Heute gehören der Gruppe 118 Entwicklungs- und Schwellenländer aus Afrika, Asien und Lateinamerika an. (AFP/DER STANDARD, 20.8.2012)

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