Her Majesty's meist-gesuchte Steuersünder

19. August 2012, 17:50
  • "Schurken-Galerie": Auf der Fotoplattform Flickr veröffentlicht die 
britische Finanzbehörde  unter "HMRC's Most Wanted" Fotos und Namen von 
20 mutmaßlichen Steuerbetrügern.
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    "Schurken-Galerie": Auf der Fotoplattform Flickr veröffentlicht die britische Finanzbehörde unter "HMRC's Most Wanted" Fotos und Namen von 20 mutmaßlichen Steuerbetrügern.

Während Deutschland mit Bankdaten-CDs nach Steuersündern fahndet, stellt sie Großbritannien ins Internet

London/Wien - Schon bisher verstanden es die britischen Steuerbehörden, die Bürger für ihre Suche nach Steuersündern einzuspannen. Per Hotline oder online kann jeder, der seine Nachbarn oder Kollegen verdächtigt, dem Staat seinen Obolus zu verweigern, dies bei Her Majesty's Re venue and Customs (HMRC) diskret anzeigen. Jetzt will das Finanzministerium die Bürger auch als Jagdgehilfen bei flüchtigen Steuerbetrügern gewinnen und veröffentlicht eine Liste im Internet.

Insgesamt sind es 20 Leute, die dem Fiskus viel, sehr viel Geld schulden sollen. "Die Täter haben den Steuerzahler zusammen mehr als 765 Millionen Pfund gekostet, und wir werden sie erbarmungslos verfolgen", rechtfertigt Finanzstaatssekretär David Gaucke in der Zeitung Telegraph die ungewöhnliche Aktion.

Auf der Fotoplattform Flickr finden sich unter dem Titel "HMRC's Most Wanted" zu jedem der Gesuchten Foto, Namen, Alter, Delikte und der vermutete Aufenthaltsort. Britische Medien bezeichnen den Online-Aufruf als "Schurken-Galerie".

Entschlossener Kampf

Einer der dicksten gesuchten Fische ist zum Beispiel ein britisch-pakistanischer Doppelbürger. Er soll unter anderem mehrere Tonnen Tabak illegal ins Land geschmuggelt haben. Der 44-Jährige soll sich nach seiner Flucht derzeit in Dubai aufhalten. Der Schaden zulasten des Fiskus beträgt den Angaben nach rund 200 Millionen Pfund (rund 254 Mio. Euro.)

Finanzminister George Osborne will mit der Aktion in Zeiten des härtesten Sparprogramms demonstrieren, dass Steuerhinterziehung entschlossener bekämpft werde. Doch so gut wie erhofft kommt das Ganze bei den Bürgern nicht an. Nicht nur, weil möglicherweise die Persönlichkeitsrechte der am Internetpranger stehenden Personen verletzt werden.

Unvollständigkeit

Die "Most Wanted"-Liste sei unvollständig, bemerkt der Morning Star. Es fehlten Politiker, Unternehmer oder auch Prominente. Diese würden zwar nicht nachweisbar im großen Stil Steuer hinterziehen. Sie verstünden sich aber gekonnt, Steuervermeidungspraktiken in der juristischen Grauzone anzuwenden.

So fehle etwa der Chef des britischen Mobilfunkers Vodafone, Guy Laurence, schreibt die Guardian-Kolumnistin Ellie Mae O'Hagan. Dem Unternehmen wird nachgesagt, allein bei einer Transaktion der Staatskasse sechs Milliarden Pfund Steuer vorenthalten zu haben.

Und noch etwas stößt dem kleinen Steuerzahler auf der Insel gehörig auf: Britische Investoren bringen jährlich zig Milliarden Pfund auf ausländischen Konten in Sicherheit. Hinzu kommt, dass besonders London zu einem Magnet für ausländische Superreiche geworden ist, weil der Staat ihnen großzügige Erleichterungen bei der Einkommenssteuer gewährt. Hinzu kommt, dass Großbritannien mit den Kanalinseln oder der Isle of Man weitere Paradiese für undurchsichtige Finanzmanöver im Angebot hat. (kat, DER STANDARD, 20.8.2012)

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Ablenkungsmanöver

...von den richtig grossen Fischen.

Erinnert a wengal an Stasimethoden

Off-Topic:
Gründung der Bank of England:
Die Zeichner dieser Anleihe erhielten am 27. Juli 1694 das königliche Privileg eine Notenbank in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft unter der Firma The Governor and Company of the Bank of England zu gründen. Das Stammkapital in Höhe von 1,2 Millionen Pfund wurde dem Staat als Darlehen gegen acht Prozent Zinsen gewährt.

Soviel zum Thema, warum Steuern an den Staat zu zahlen sind. (kleiner Tipp: Es ist reiner Zinsdienst zugunsten der "privaten" Geldgeber.)

Von 20 Fotos, haben 14. arabische Gesichtszüge.

und ein europäischer gesichtszug,...

...sechs Milliarden Pfund Steuer vorenthalten.

Das an den Pranger stellen zur aufhetzung des Pöbels gegem den Klassenfeind hatten wir schon oft genug.

Man sollte meinen die Menschen lernen aus der Geschichte.

Wer Steuern zahlt, ist selber schuld!

Leider leben wir in einem System wo der Staat allmächtig ist und man dem nur sehr schwer entkommen kann.

und das Royale-Gesindel haben's natürlich vergessen ...

nanu, ein paar stunden waren auf dem foto fast nur migrantInnen zu sehen. jetzt schauts ganz anders aus.

Mich würde interessieren wieviel Geld der Queen ...

... durch die Top 20 der britischen Steuerflüchtlinge entgeht. Ich schätzte mal, das kann man bei den 700 Mio noch ein paar Nullen dran hängen.

Tabak illegal ....

... Ins Land geschmuggelt.

Wer kann mir sagen, wie man legal schmuggelt?

Klassischer Pleonasmus

"Ich hab 12 Kilo Tabak im Auto versteckt, aber ich sag nicht wo!"

könntest ja als Suppenkraut importieren, und kommst dir drauf das es doch besser zum Rauchen geht.

Verzollen musst Du`s dann evtl. aber trotzdem!

Ja, eh - dann verzollt mans und somit hat man's legal geschmuggelt.
Eine andere Methode dafür fällt mir nicht ein...

Es ist eh klar, dass da noch sehr viel mehr und auch sehr viel größere Fische fehlen. Aber wenigstens mal ein guter Kompromiss für den Anfang, sowas ist ja leicht ausbaufähig.
In Ö würden sich die meisten Politiker dagegenstellen, weil wer auch immer fehlt oder viel zu viel preisgegeben wird und das ganze verläuft im Sand und wir 10 Jahre lang nicht angepackt.

Da ist etwas faul,

es kann nicht sein, dass 80% der schlimmsten Steuerbetrüger in GB Immigranten sind.

naja Doppelstaatsbürger haben meist ein Geldeinkommen dank Investitionen in ihrem Heimatland das nie als Einkommen in GB aufscheint. Bin mir auch nicht sicher ob das überhaupt illegal ist, nur weil deren Herkunftsland nicht gut kontrolliert.

Das sind nicht Steuersünder sondern Steuerbetrüger.

Steuerhinterziehung ist eine Straftat. Das ist kriminelle die am besten hinter Gitter eingesperrt werden um das nicht wieder zu tun und um der Gesellschaft vor diesen Schamrtozr zu schützen.

In einer Gesellschaft von 100% hart arbeitenden Menschen gebe ich Ihnen recht. Realistischer ist dass der eine Schmarotzer (jemand der die auf Staatskosten ausgebildeten Mitarbeiter in seinem Unternehmen einsetzt) dem anderen Schmarotzer (jemand der von Transferleistungen lebt) Geld vorenthält.

Umgekehrt wäre es besser:

In SCHWEDEN werden die geleisteten Steuerzahlungen in einer Liste öffentlich gemacht.

Wer viel zahlt, hat hohes soziales Ansehen.

Wer zuwenig zahlt, aber mit Reichtum herumprahlt, steht rasch am öffentlichen Pranger.

Jeder Schwede wird sich natürlich bemühen, recht hoch oben auf der Liste zu stehen und nicht als "SANDLER MIT PORSCHE" dazustehen...

in der Redaktion sitzt wohl ein "Hinzu kommt"-Fan ;-)

Schon immer waren die Brits uns Euros weit voraus

nicht nur was Effizienz, sondern auch Witz betrifft.
Ach, sär ich bloß in Britannien auf die Welt gekommen...

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