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Wikileaks-Sprecher Julian Assange kurz vor seiner Ansprache.
Wikileaks-Gründer Julian Assange hat bei seinem mit Spannung erwarteten ersten öffentlichen Auftritt seit seiner Flucht in die ecuadorianische Botschaft in London der Regierung in Quito gedankt. Er danke allen, die ihm geholfen hätten, vor allem Ecuador, sagte Assange am Sonntag auf einem Balkon der Botschaft. Vor dem Gebäude standen mehrere hundert Sympathisanten, Medienvertreter - rund 50 Kamerateams, Dutzende Fotografen - und Neugierige. Auch eine Hundertschaft der britischen Polizei war dort und sperrte die Straße im Stadtteil Knightsbridge ab. Ecuador hatte dem Australier, der vor zwei Monaten in die Botschaft geflohen war, am Donnerstag diplomatisches Asyl gewährt.
Zudem forderte Assange US-Präsident Barack Obama auf, die "Hexenjagd" auf die Enthüllungsplattform Wikileaks und ihre Informanten zu beenden. Unter anderem müssten der Wikileaks-Informant Bradley Manning sowie andere aus dem Gefängnis entlassen werden und Entschädigung für ihre Haft bekommen. "Während Wikileaks bedroht wird, wird auch die Meinungsfreiheit und die Gesundheit unserer ganzen Gesellschaft bedroht", sagte Assange am Sonntag.
Balkon
Assange äußerte sich von dem Balkon - und damit diplomatisch unverletzlichem Gebiet - aus, um eine drohende Festnahme durch britische Polizisten zu verhindern. Laut der Wiener Konvention ist die Hoheitsgewalt der Behörden des Gastgeberlandes in der Botschaft außer Kraft gesetzt. Andernfalls hätte Assange eine Festnahme durch die britische Polizei riskiert. Diese bewachen die Botschaft, um den 41-jährigen Australier festzunehmen, sobald er das Gebäude verlassen sollte.
Assange soll wegen mutmaßlich dort begangener Sexualdelikte nach Schweden ausgeliefert werden, hat aber von Ecuador politisches Asyl bekommen. Er fürchtet, letztlich an die USA ausgeliefert zu werden. Wikileaks hat mit der Veröffentlichung vertraulicher US-Diplomatendepeschen und brisanter Dokumente aus den Kriegen im Irak und in Afghanistan den Zorn der USA auf sich gezogen. Nach übereinstimmenden Angaben aus den USA, Schweden und Großbritannien hat Washington jedoch bisher keine Schritte unternommen, um Assanges Auslieferung zu erreichen.
Ankündigung
Kurz vor dem Auftritt hatte Assanges Anwalt gesagt, ein weiterer juristischer Schritt sei geplant. Details dazu gab es nicht. Assange ist nach Angaben seines rechtlichen Beraters Baltasar Garzon in "Kampfstimmung" und hat sein Anwälteteam mit weiteren juristischen Schritten beauftragt. "Assange hat seine Anwälte beauftragt, einen juristischen Schritt zu vollziehen, um die Rechte von Wikileaks, von Julian selber und allen, gegen die derzeit ermittelt wird, zu schützen", so der frühere spanische Star-Ermittlungsrichter Garzon.
Die britische "Sunday Times" berichtete, Assange sei bereit, nach Schweden auszureisen, wenn Stockholm garantiere, ihn nicht an die USA auszuliefern. Der Wikileaks-Sprecher Kristinn Hrafnsson sagte der Nachrichtenagentur AFP, bevor über eine Ausreise verhandelt werden könne, müsse Schweden "ohne Einschränkung" garantieren, Assange "niemals" an die USA auszuliefern. Eine solche Garantie wäre "eine gute Ausgangsbasis" für eine Beilegung des Streits. Ein Sprecher des schwedischen Außenministeriums in Stockholm erwiderte jedoch, "Verdächtige haben nicht das Privileg, Bedingungen zu diktieren". Er verwies darauf, dass Schweden grundsätzlich Menschen nicht an Länder ausliefere, in denen ihnen die Todesstrafe droht.
Der Fall Assange hat sich zu einer handfesten diplomatischen Affäre entwickelt. Die lateinamerikanischen Verbündeten Ecuadors drohten Großbritannien mittlerweile mit "ernsthaften Konsequenzen", sollte das Land die Immunität der Botschaft missachten. Die Bolivarische Allianz für die Völker unseres Amerikas (ALBA), in der sich linksgerichtete lateinamerikanische Staaten zusammengeschlossen haben, rief die UNO zu Beratungen über die Unverletzlichkeit diplomatischer Vertretungen auf. (APA/Reuters, 19.08.12)
Link
Wie der Westen mit Wikileaks umgeht ist ein Skandal. Mit seiner Serie bei Russia Today, hat sich Assange aber selbst disqualifiziert.
Die Feinde meiner Feinde sind nicht automatisch meine Freunde.
Jemand der von Meinungsfreiheit spricht, kann sich nicht vor Putin beugen.
"Mal sehen wie der Krimi weiter geht" - krimi ist ein guter ausdruck für diese farce. weil mehr als ein aufregendes gschichtl ist das nicht.
"Sommerpause beim Thema Wikileaks." - gibts da etwa mehr zu schreiben? außerdem gehts nur um den wichtrigtuer assange und nicht um wikileaks, von dem man gar nichts mehr hört.
"den größten Beitrag zu echter Demokratie leisten kann." - ganz bestimmt, wenn sie ihrer philosophie "alle informationen allen zugänglich zu machen" treu bleiben würde. bisher mussten nur die amis die hosen runter lassen, die anderen (russland, china, etc) dürfen weiter heimlich sein. da muss noch was kommen wenn man seinen eigenen grundsatz ernst nimmt und nicht als heuchlerisches anti -usa projekt gelten will.
selten so einen bullshit gehört,... aber wie sagt man so schön leben und leben lassen,..
"heuchlerisches anti usa projekt"
nun vielleicht sollten sie mal darüber nachdenken wer in den letzten jahren wo krieg gegen wen geführt hat.
Chinas Vorgehen sind bestimmt auch nicht legitim, Wikileaks ist jedoch keine Zeitreise Argentur die nun über jedes Land herfällt.
Es ist naiv und ignorant zu behaupten, sie wären nur was wert wenn sie sich gleich mit jedem anlegen würden. Vielleicht denken sie mal besser über ihre Worte nach bevor Sie sie rauslassen. Sie haben sich nun gerade mal mit den USA angelegt und Sie sehen was passiert. Sollen sie gleichzeitig gegen die Welt kämpfen?!
... aber ja "Assange"-Jünger sind naiv... -.-
"Es ist naiv und ignorant zu behaupten, sie wären nur was wert wenn sie sich gleich mit jedem anlegen würden." - nun, die enthüllungen von den usa sind schon eine weile her, mittlerweile könnten sie sich mal dran machen depeschen der anderen zu veröffentlichen, worauf du in deiner gutgläubigkeit offensichtlich wartest. ich nehme an darauf wirst du lange warten, weils gar nicht vorgesehen war. sollte da noch was kommen werde ich meine meinung ändern, aber bis dahin bin ich kritisch - im gegensatz zu dir.
"Sie haben sich nun gerade mal mit den USA angelegt und Sie sehen was passiert" - was ist denn passiert? gar nichts. einer (manning) sitzt, der andere macht sich wichtig. also her mit den russ/chin. depeschen. :)
nobelpreis aus den faengen des obamas befreien
manning (oder das was von ihm uebrig ist) aus den faengen der amis befreien.
die buesche und ihre hintermaenner anklagen und einsperren.
den scharner paul in die A mannschaft von barcelona. (nicht prioritaer)
sorry is schon spaet und so.
Jaja, die Ruhe vor dem Sturm. Dann sollen die USA Bradley Manning, den jungen Mann, der aus Überzeugung das Richtige getan hat, auch gleich begnadigen wenn sie eh nichts böses wollen...
Und warum sind die letzten Assange News (nur) unter Netzpolitik zu finden?? Ich weiß, hier sind viele User, aber der ganze Fall gehört zu "internationaler Politik"!
Das Assange Thema geht nicht nur die Leute was an, die sich für Filesharing und Zensur interessieren!
PS:Pussy Riot sind auch nicht in Netzpolitik, nur weil das Medium "youtube" war!
Früher oder später erwischen sie ihn. Sie müssen das tun, aus ihrer inneren Logik.
Aus Sicht der USA hat Assange Beitrag zum Hochverrat begangen. Das ist in allen Staaten höchst strafbar.
Auch wenn ich der Meinung bin, dass es das Delikt gar nicht geben sollte, die USA wird weder meine Meinung interessieren, noch die von Assange und seinen Freunden.
ja, natürlich ;) Aus der Sicht der Nazis sind sie Hochverräter...
Allerdings lohnt sich ein Blick auf die legale Definition von Hochverrat - weiß nicht wie das für die USA ist, aber bei uns wäre der Assange so weit ich das interpretiere, kein Hochverräter....
...wäre man auch kein Verräter und jede fristlose Entlassung wäre nichtig, wenn zB ein Buchhalter anzeigt, daß sein Chef ihn - oder wen anderen - dazu veranlaßt hat, die Bilanzen zu fälschen... oder seine Sekretärin zu killen... Aber wehe, man deckt auf, daß der Staat in Form von Armee oder privaten Security-Firmen unter anderem Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht... dann ist das natürlich Hochverrat! Das wirklich Traurige aber ist: Über die Diplomatendepeschen hat man wochenlang geredet und geschimpft. Zu den Kriegsverbrechen hat man die Achseln gezuckt, relativiert, entschuldigt... und dann ist's eingeschlafen! Weltweit! DAS macht mir Angst! Was der eine vom anderen denkt: Hochverrat! Folter und Mord: Kollateralschäden halt.
es ist sonntag ... da dauerts vielleicht immer bissi länger
http://derstandard.at/134516449... -erklaeren
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