Tizian-Frühwerk vorübergehend wieder in Italien

19. August 2012, 15:19

Zarin Katherina die Große hatte das Gemälde einst nach Russland bringen lassen

Wien/Venedig - Ein frühes Meisterwerk des venezianischen Malers Tizian (um 1488-1576) kehrt nach 244 Jahren in Russland nach Italien zurück: Das Gemälde "Flucht nach Ägypten" wird vom 29. August an in der Gallerie dell'Accademia in Venedig gezeigt. Nach Ende der Ausstellung "Nie gesehener Tizian. Die Flucht nach Ägypten und die große venezianische Malerei" am 2. Dezember kehrt es dann aber dauerhaft in die Eremitage nach St. Petersburg zurück. Neben Tizian werden in der Ausstellung auch bedeutende Naturmalereien der Renaissancekünstler Giovanni Bellini, Giorgione, Cima da Conegliano und Lorenzo Lotto gezeigt.

Das gut drei Meter breite Gemälde "Flucht nach Ägypten" von 1507 gilt als das erste überlieferte Kunstwerk Tizians und als innovative Landschaftsmalerei. Eingebettet in eine grüne Berglandschaft mit Fluss - der Künstler stammte aus der Alpenstadt Pieve di Cadore - fliehen Josef und Maria mit dem Jesuskind vor König Herodes. Bis heute ist nicht bekannt, wann die ursprünglich für den Palazzo Vendramin-Calergi am Canal Grande geschaffene "Flucht nach Ägypten" erstmals den Besitzer wechselte. 1768 erwarb Katherina die Große das Bild von den Erben des Grafen Heinrich von Brühl und ließ es nach Russland bringen. Nach einer zwölf Jahre dauernden Restaurierung in der Eremitage war das Tizian-Gemälde seit April in der National Gallery in London zu sehen. (APA, derStandard.at, 19. 8. 2012)

Share if you care
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.