Wahrscheinlich keine Freunde fürs Leben

Nach dem 4:4 zwischen Admira und Red Bull Salzburg gerieten die Trainer aneinander

Südstadt - Admira gegen Red Bull Salzburg in Zahlen oder auch Toren: 1:0, 2:0, 3:0, 3:1, 3:2, 3:3, 3:4, 4:4. Mehr kann ein Fußballspiel in der Trenkwalder-Arena kaum bieten, wobei sich die Dramatik danach fortsetzte, fast steigerte. Die beiden Trainer, also Dietmar Kühbauer und Roger Schmidt, gerieten im Kabinentrakt aneinander, Sicherheitskräfte trennten die beiden Streithansln.

Kühbauer soll zu Schmidt etwas gesagt haben (nichts Beleidigendes), worauf dieser gefordert hat, Kühbauer solle gefälligst Deutsch sprechen. Das hat den Österreicher erzürnt. "Wir reden eben Dialekt. Ich respektiere die Deutschen und verlange auch, dass sie uns respektieren." Freunde fürs Leben werden die beiden nicht mehr, Schmidt hat laut Kühbauer schon während des Spiels dauernd gemeckert und vom Schiedsrichter gelbe Karten für Admiraner gefordert.

Zum Vorspiel: Die in der Abwehr erschreckend schwachen Salzburger gerieten 0:3 in Rückstand, zweimal netzte Philipp Hosiner. Als das Flutlicht abgedreht war, sagte der 23-Jährige: "So ein Spiel habe ich noch nie erlebt. Letztendlich mussten wir mit dem Punkt zufrieden sein." Schmidt hatte zwiespältige Gefühle: "Es ist nicht so einfach, eine Reaktion zu zeigen. Man hat in der ersten Hälfte deutlich gemerkt, wie viel Verunsicherung in meiner Mannschaft steckt. Nach der Pause haben wir uns freigeschwommen, die Partie gedreht. Vielleicht ist der Punkt besonders wertvoll, wenn man bedenkt, wie er zustande gekommen ist."

Der 19-jährige Norweger Havard Nielsen scorte dreimal, Red Bull dürfte schon weit unnötigere Transfers getätigt haben. "Ich bin sehr glücklich, dass wir nach dem klaren Rückstand so zurückgekommen sind", sagte er.

Noch einmal Hosiner: "Salzburg hat bewiesen, dass sie doch eine super Mannschaft sind." Kühbauer hatte übrigens auch zwiespältige Gefühle, das war die einzige Gemeinsamkeit mit Schmidt: "Ich bin etwas enttäuscht, dass das 3:0 nicht zu einem Sieg gereicht hat. Wir hätten sie heute schlagen müssen. Wir haben uns selbst um den Lohn unserer Arbeit gebracht."

Ebenfalls am Samstag ist Aufsteiger WAC auch der dritte Versuch misslungen, erstmals ein Heimspiel im Oberhaus zu gewinnen. Mattersburg siegte durch ein Tor von Manuel Seidl 1:0. In Innsbruck zeigte der hoch oder auch niedrig gehandelte Abstiegskan didat Wiener Neustadt auf, die Niederösterreicher schlugen die Hausherren 3:2. Der zur Pause eingewechselte Günter Friesenbichler (33) erzielte alle drei Treffer. Wacker ist möglicherweise auch ein Abstiegskandidat. (red, DER STANDARD, 20.8.2012)

Fußball-tipp3-Bundesliga (5. Runde): FC Admira Wacker Mödling - Red Bull Salzburg 4:4 (3:1). Maria Enzersdorf, Trenkwalder-Arena, 3.212 Zuschauer, SR Harkam

Tore: 1:0 (15.) Hosiner, 2:0 (37.) Sabitzer, 3:0 (45.) Hosiner, 3:1 (45.+2) Nielsen, 3:2 (46.) Nielsen, 3:3 (56.) Nielsen, 3:4 (77.) Maierhofer, 4:4 (80.) Schicker

Admira: Tischler - Plassnegger, Windbichler, Drescher, Palla - Schachner, Mevoungou (61. Schrott) - Sabitzer, Thürauer (61. Schwab), Jezek - Hosiner (79. Schicker)

Salzburg: Walke - Schiemer, Douglas (46. Maierhofer), Sekagya (46. Jantscher), Hinteregger - Mendes - Hierländer, Berisha (62. Leitgeb), Soriano, Zarate - Nielsen

Gelbe Karten: Sabitzer, Plassnegger, Windbichler, Schwab bzw. Hierländer, Walke, Mendes

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