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Moskau - Mit einem "Punkgebet" kurz vor der Präsidentenwahl in Russland protestierten sie im Februar in einer Kirche gegen den heutigen Staatschef Wladimir Putin - jetzt wurden die drei Musikerinnen der Band Pussy Riot im Alter zwischen 22 und 30 Jahren wegen "Rowdytums" zu jeweils zwei Jahren Lagerhaft verurteilt. Und das bedeutet: Nadeschda Tolokonnikowa, Maria Alechina und Jekaterina Samuzewitsch werden sich bei einer Vollstreckung des Urteils mit Mörderinnen und Diebinnen in Baracken mit bis zu 120 Frauen wiederfinden.
Während es für verurteilte Männer in Russland eine ganze Reihe von Straflagern und Gefängnistypen gibt, sieht der russische Strafvollzug für Frauen nur eine Art von Straflager vor. Die Frauen-Lager bestehen aus Verwaltungsgebäuden, Schlafräumen für die Gefangenen und einem Arbeitsbereich. Die Komplexe sind mit Zäunen, Stacheldraht und Wachtürmen von der Außenwelt abgeriegelt. Wiederholungstäterinnen und erstmals Verurteilte werden in unterschiedlichen Lagern festgehalten.
Die Lebensumstände der Frauen in den Lagern werden auf der Internetseite des russischen Strafvollzugs sowie von der Mitarbeiterin der Moskauer Nichtregierungsorganisation Gefängnis und Freiheit, Jelena Gordejewa, geschildert. Demnach sind die Verurteilten in grüne Uniformen gekleidet, auf denen ihr Name prangt. Persönliche Kleidung ist verboten. Ein Mal pro Monat dürfen die Frauen telefonieren, wobei das Gespräch auf maximal 15 Minuten begrenzt ist.
Im Gegensatz zu männlichen Gefangenen dürfen Frauen eine unbegrenzte Zahl an Paketen erhalten. Untergebracht sind die Frauen in den meisten Fällen in Baracken mit 100 bis 120 Gefangenen. Der Tag beginnt um 6.00 Uhr, anschließend müssen sich die Häftlinge draußen zum Durchzählen versammeln. Nur wenn die Temperaturen unter minus 30 Grad fallen, findet die Zählung drinnen statt.
In jedem Frauen-Lager gibt es drei Unterbringungsformen: normal, erleichtert und streng. Im normalen Strafvollzug dürfen die Frauen pro Jahr sechs kurze Besuche (bis zu vier Stunden) erhalten sowie vier lange Besuche (bis zu drei Tage). Für die langen Besuche steht den Gefangenen und ihren Besuchern wie Ehemann oder Eltern ein separater Raum zur Verfügung. Besuche von Nicht-Familienmitgliedern müssen von der Gefängnisverwaltung genehmigt werden. Tolokonnikowa und Alechina haben kleine Kinder, von denen sie seit Monaten wegen der Untersuchungshaft getrennt sind.
Weniger als die Hälfte der Frauen geht im Lager einer Arbeit nach. Wer arbeitet, kann zwischen 25 und 50 Euro im Monat verdienen. Die Arbeit besteht in der Regel darin, Uniformen für die Gefängnisverwaltung, die Armee oder das Innenministerium zu nähen. Für die Frauen, deren Verhalten gut bewertet wird, gilt der sogenannte erleichterte Strafvollzug. So können die Gefangenen ohne Einschränkungen Produkte im Lager kaufen und bekommen zwei zusätzliche lange Besuche gewährt.
Die strenge Unterbringungsform wird drei Monate lang für die Frauen verhängt, die gegen Regeln verstoßen haben. Dazu zählt etwa der Konsum von Alkohol und Drogen, Ungehorsam oder Beleidigung von Gefängnisbeamten. Die Frauen werden dann isoliert, dürfen nur einmal pro Tag für eineinhalb Stunden nach draußen und keine Telefonate führen oder Besuche empfangen.
In Russland sitzen derzeit rund 59.000 Frauen ein. Frauen aus Moskau werden nicht zwangsläufig in Lagern nahe der Hauptstadt inhaftiert, sondern können sich Hunderte Kilometer entfernt wiederfinden. (APA, 18.8.2012)
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unklar ist, ob einfach nicht genug "arbeitsplätze" vorhanden sind; d.h., warum nicht alle arbeiten müssen (nicht, dass ich dies befürworte!)? bei uns ist arbeit im gefängnis meines wissens zwingend, aber wer es nicht tut, auf den werden keine hunde losgelassen - er/sie wird aber wahrscheinlich dafür bestraft (mit isolierung?) UND nicht vorzeitig wegen guter führung entlassen.
Solschenyzin beschreibt Fahrten von deportierten Lagerhäftlingen im "Stolypin" (nach dem zaristischen Premierminister benannt) -einem umgerüsteten Viehwaggon, wobei die Umrüstung aus dem Vernageln der Fenster bestanden hatte und aus der Entfernung des Ofens, in 1000e km entfernte Lager an der sowj. Pazifikküste und in Ostsibirien.
Solche Fahrten dauerten mitunter ein halbes Jahr, unterbrochen von tagelangen Märschen von Bahnanschluss zu Bahnanschluss, alles auch bei 40 Grad minus.
Die Inhaftierten lagen im Stolypin zusammengepfercht auf mehrstöckigen Pritschen, bzw. darunter. Die Untenliegenden bekamen die Fäkalien der Oberen zu spüren, denn Toiletten gab es keine.
Ob sich die Transportformen heute etwas geändert haben?
Solschenyzin beschreibt den freien Paketempfang in den Gulags etwa so:
Die wegen krimineller Delikte Inhaftierten nahmen den "Politischen" unter den Augen der Wachen ihre Pakete und sonstige Gegenstände in der Regel weg. Danach verkauften sie diese gegen Täusche, Geld oder Vergünstigungen, an die Wachen.
Wer von den "Politischen" danach überhaupt noch Geld oder Tauschsachen hatte, konnte dann aus dem reichhhaltigen Warenlager der Wachen sehr überteuert seinen eigenen Wintermantel wieder zurückkaufen.
Also, Elsner´schen (oder Grasser´schen, falls jener dereinst in fernen Tagen doch noch zu ein paar Wöchelchen Knast kommt) Saus & Braus werden die Pussys im Gulag nicht erleben.
Aber zu mindestens gelten sie dann als ausländische Agenten. Denn ein neues Gesetz sagt, dass wenn Gruppen oder NGOs Geld, wie Spenden, aus dem Ausland bekommen, werden sie als ausländische Agenten bewertet.
Was also bei uns normal wäre, wenn zb eine NGO einen Antrag an die EU, UNO stellt, um für ein Projekt gefördert zu werden, ist in Russland zwar noch kein Verbrechen, aber man steht unter Überwachung des Geheimdienst und bekommt offiziell den Titel "ausländische Agenten" umgehängt und wird auch so in die Medien genannt.
Ich sehe mehrere, mindestens vier Teilnehmer.
Bild: http://666kb.com/i/c6ho2bg... ufb7qb.jpg
Hier auch das Video fürs Nachzählen. http://www.guardian.co.uk/music/vid... ngle-video
Nein, damals konnte man ins Irrenhaus kommen.
Und glaub mir, wenn Du gemeinsam mit Verrückten untergebracht wirst, dann bist Du es bald tatsächlich selbst und sie können Dich dann tatsächlich nicht mehr rauslassen.
Natürlich gab es innovative Behandlungsmethoden wie Elektroschocks.
ich will da nichts beschönigen -
es ist immer noch ein großer unterschied, er wird halt in manchen beziehungen immer kleiner (aber putin läßt journalisten ermorden) -
hierorts sollte Ihnen aber die alltägliche behandlung von als völlig gesund gesehenen menschen (in richtung überwachung, observation, "transparenz") schon sehr zu denken geben.
"verrückte" dürften darob um einiges weniger gelassen sein als Sie.
(by the way: die foren sind ebenfalls oft eine art irrenhaus, und kommt hier eine verrückte in die gesellschaft von massenweise persönlichkeitsgestörten, oder einfach üblen/dummen, menschen, dann sollte die auf sich aufpassen: es droht sonst ein übergang zu noch viel heftigeren kopfschmerzen.)
Fürs beten in der Kriche, das filmen und dann mit Musik unterlegen?
Wohl kaum, sie versuchen nur verzweifelt nach Argumenten, um das Vorgehen Russlands zu verteidigen - denn Russland gegen USA, USA böse = Russland gut. So ihr sehr einfaches und beschränktes Weltbild.
Es sollte sich mitlerweile auch in den USA herumgesprochen haben, das der Alkoholiker Jelzin und seine Familie, zwar Immunität gegenüber Strafverfolgung genießen, aber nicht,daß Russland deshalb ein Irrenhaus wird.
Ich sag's mal so, auch wenn viele jetzt vor Wut toben, Putin ist endlich mal ein Intelektueller in der russischen Regierung, wenn auch mit nachrichtendienstlichem Hintergrund, aber um so besser.
Der kennt seine Pappenheimer und läßt sich nichts vormachen.
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