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vergrößern 600x792Mara Mattuschkas "Gorilla in meinem Bett".
Salzburg - Über die Dienstbarkeit von Kunst gibt es viele Theorien, darunter auch eine, die das Therapeutische hervorhebt. Die therapeutische Funktion hat auch eine individuelle Komponente: Der Künstler schult Wahrnehmung und Denken, um die Welt von ungewöhnlichen Seiten aus betrachten zu können. Bereits dieser Prozess kostet Zeit, noch länger dauert dann das Ordnen der generierten Gedanken.
Wer das wuchernde Chaos nicht zu strukturieren versteht, wird nervös. Um das zu vermeiden, gewöhnt sich der Künstler derart an den Ordnungsprozess, dass dieser zur Sucht wird. Wie bei jeder Form von Abhängigkeit sucht der "Giftler" nach umgehender Befriedigung, und Künstler haben immerhin das Glück, den Stoff selbst produzieren zu können.
So meint es die Künstlerin Mara Mattuschka, die heuer an der Sommerakademie unterrichtet: Im Kurs "Gemaltes Licht" gibt sie eine Einführung in emotionale, psychoaktive, ja ekstatische Malerei auf der Basis des Gegenständlichen.
1959 in Sofia geboren, kam Mattuschka mit 17 Jahren nach Österreich. In Bulgarien galt sie als ein Mathematikgenie. Als sie sich in Wien immer mehr von der Muttersprache entfernte, verlegte sich Mattuschka auf das Visuelle. Sie studierte an der Angewandten bei Maria Lassnig - Malerei, Performances und Experimentalfilme sind ihre bevorzugten Ausdrucksmittel.
Am Montag stellt sich Kunstjunkie Mattuschka im Vortrag Vier und zwanzig Stunden den Gedankeneruptionen und erörtert Probleme der Stoffbeschaffung sowie durch Entzugserscheinungen im Urlaub. (Gerhard Dorfi, DER STANDARD, 18./19.8.2012)
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