Ist soziale Gerechtigkeit machbar?

Andreas Schibany
17. August 2012, 19:25
  • "Nicht die objektive Tatsache der Ungleichheit, sondern die subjektiv 
wahrgenommenen Unterschiede von Besitz, Erfolg oder Glück treiben die Menschen 
an."
    foto: apa / dpa / berndt thissen

    "Nicht die objektive Tatsache der Ungleichheit, sondern die subjektiv wahrgenommenen Unterschiede von Besitz, Erfolg oder Glück treiben die Menschen an."

Gleichheitsversprechen haben eine unangenehme Seite: Idealiter wird allen alles in Aussicht gestellt, realiter haben aber nur wenige Berufs- und Lebenserfolg. Das öffnet Raum für giftige Gefühle

In Krisenzeiten gewinnen gutgemeinte Prinzipien an Bedeutung: Das zeigten die Parolen der Französischen Revolution, die Verheißungen der kommunistischen Bewegungen und die hochmoralischen Motive - freilich sanfter in der Ausprägung und wohlwollender in der Umsetzung - gegenwärtiger Visionen. Denn heute wird viel von Gleichheit, von Gerechtigkeit und jener neuen Form der Egalisierung gesprochen, welche als moralische Schubkraft dem Kapitalismus ein menschliches Antlitz verleihen soll: soziale Gerechtigkeit. Zu finden sind diese Motive auf den Bannern politischer Parteien sowie in den visionären Köpfen aller moralisch empfindsamen Menschen. Getrieben durch tief empfundene Ungerechtigkeiten, wollen diese Visionen eine gerechtere Welt schaffen: gleiches Recht, gleicher Lohn, gleicher Abwasch.

Doch beschränkt sich die gegenwärtige Diskussion auf einen - vor allem durch die Finanz- und Wirtschaftskrise definierten - kleinen Ausschnitt von Ungerechtigkeiten. Wird ein wenig der Vorhang gelüftet, lässt sich fast kein Plätzchen finden, wo es gerecht zugeht. Insbesondere in gesellschaftlich hochangesehenen Bereichen geht es brutal ungerecht zu. Ist es gerecht, dass J. K. Rowling, die Autorin der Harry-Potter-Romane, im Jahr rund sieben Mio. Euro verdient und andere, vielleicht talentiertere Schriftsteller am Hungertuch nagen müssen? Und dann erst die Wissenschaft: Ist es gerecht, dass nur der Erste einer wissenschaftlichen Entdeckung belohnt wird, und die anderen, welche knapp vor dem Durchbruch standen, völlig leer ausgehen? Ist diese The-winner takes-it-all-Eigenschaft ein probates Mittel, wissenschaftliche Anerkennung gerecht zu verteilen?

Dass soziale Ungleichheit oder gar subjektiv empfundene Ungerechtigkeit als Problem empfunden wurde, durchzieht nicht gerade das Gros der Menschheitsgeschichte. Die Familie oder Sippe entschied jahrtausendelang über den sozialen Status eines Menschen und bildete ein starres Korsett. Die natürliche Ungleichheit als Basis sozialer Ungleichheit galt als unumstößliches Naturgesetz, bis in der Neuzeit die Wende kam und die zentrale Prämisse vom Kopf auf die Füße gestellt wurde - vom Naturrecht der Ungleichheit zum Naturrecht der Gleichheit. "Der Mensch wird frei geboren, und überall ist er in Ketten", befand Jean-Jacques Rousseau im Contrat social und schuf damit die Grundlage für ein politisches Engagement in der Moderne gegen die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse.

Mit dem Liberalismus wurden modellhaft Bedingungen entwickelt, welche implizite Chancengleichheit herzustellen versuchten. Keine feudalen Privilegien oder Standesgrenzen sollen das Recht auf "pursuit of happiness" beschneiden, und gemäß dem neuen Paradigma der Gleichheit stehen im Prinzip jedem Menschen alle gesellschaftlichen Lebensbereiche und Positionen offen. Freilich haben diese meritokratischen Begründungen auch ihre Schattenseiten - würden sie funktionieren, müsste niemand unter Arbeits- und Erfolglosigkeit leiden oder aber mit beruflichen Rangplätzen vorliebnehmen, die unterhalb des Niveaus an Fähigkeiten und Fertigkeiten liegen.

Doch heute wird die Legitimität normativer Grundfreiheiten ergänzt und gleichzeitig unterlaufen. Mit der sozialen Gerechtigkeit bohrte sich ein subjektiv empfundenes Gerechtigkeitsdenken in ein Referenzsystem, was nicht nur ein Spannungsverhältnis, sondern auch einen latenten Gegensatz erzeugt: Die Durchsetzung ungleicher, aber legitimer Anstrengungen und Leistungen kann als ungerecht empfunden werden! Und damit wird ein Nerv getroffen. Mit der "sozialen Gerechtigkeit" hatte ein sprachlicher Kollektivfetisch Einzug gehalten, auf dessen " semantischen Betrug" schon F. A. von Hayek hinwies: "Es ist wahrscheinlich richtig, dass die Menschen mit ihrer wirtschaftlichen Situation zufriedener wären, wenn sie den Eindruck hätten, die relativen Positionen der einzelnen seien gerecht. Aber die ganze Vorstellung einer Verteilungsgerechtigkeit - dass jeder einzelne das bekommen sollte, was er moralisch verdient - ist in der spontanen Ordnung menschlichen Zusammenwirkens sinn-los ..."

Mit der subjektiv empfundenen sozialen Gerechtigkeit kommt eine tiefe - mitunter abgründige - menschliche Eigenschaft zum Tragen. Denn der Mensch ist ein Unterschieds-, Vergleichs- und Zugehörigkeitswesen. Stets findet er zu sich selbst über die Abgrenzung von anderen, gewinnt also Orientierung über Differenz und Vergleich und setzt sich stets in Beziehung zum Rest der Gesellschaft. Aber damit treten auch " Rachegefühle, Neid, Scheelsucht, Hämischkeit, Schadenfreude und Bosheit in die Ressentimentbildung" ein, wie Max Scheler in Das Ressentiment im Aufbau der Moralen zeigte. Das Lebenselixier des Neiders ist der zwanghafte, bösartige Vergleich.

Was ihm das Leben vergällt, ist weniger sein Nachteil als die tatsächliche oder vermeintliche Bevorzugung des anderen. Scheler zeichnet die hässliche Fratze eines Gefühls von Inferiorität und Ohnmächtigkeit gegenüber dem Besitz oder Erfolg des anderen. Dieser erscheint dem Neider gerade als etwas, was eigentlich ihm zustünde und was jener ihm weggenommen hat. Alles wird nach dem einfachen Grundmuster des Nullsummenspiels aufgefasst: Der Vorteil des anderen ist der eigene Nachteil.

Damit liegt das Paradoxon auf der Hand: Im Naturrecht der Ungleichheit waren Neid und Missgunst nicht vorhanden. In einer Kultur "sozialer Gerechtigkeit" indes, die allen scheinbar alles idealiter verspricht, jedoch nur einigen wenigen realiter Berufs- und Lebenserfolg eröffnet, wird auch der Raum für Neid, Missgunst und Ressentiment weit geöffnet. Immer weiter gehende Gleichheitsforderungen entgrenzen auch giftige Gefühle und lösen Politiken der Angleichungen aus.

Georg Simmel hat eine Politik der Angleichung 1897 in seinem kleinen Text Rosen. Eine soziale Hypothese sehr schön beschrieben, indem er darin die Geschichte einer "fürchterlichen Ungleichheit" erzählt. Vorgestellt wird zunächst eine dörfliche Idylle, eine Ansammlung von Häuschen mit anliegenden Gärten, einige Besitzer haben darin Rosen und züchten sie, andere nicht. Das fällt zunächst nicht weiter auf, irgendwann wird es aber registriert, und es regt sich "dumpfer Groll". Agitatoren treten auf, eine Revolutionspartei entsteht, und das Menschenrecht auf Rosen wird gefordert. Und nach einem wilden Kampf konnte das "Ideal sozialer Gerechtigkeit" verwirklicht werden: Alle haben nun Rosen, und alle sind gleich.

Aber der Friede war nur von kurzer Dauer, denn es stachen den Anhängern der Gleichheit weitere minimale Ungleichheiten ins Auge: Einige Rosen gedeihen besser und duften verführerischer als andere, die Sonneneinstrahlung begünstigt ebenfalls einige mehr als andere, und wieder bohrte sich der Stachel der Benachteiligung in die Seele der Menschen. Nachdem auch hier Anpassungen vollbracht wurden, erscheinen auch die minimalsten Unterschiede nicht weniger unerträglich als vorher die großen. Und die aggressive Erbitterung der erneut ausbrechenden Rebellionen steht denen früherer Kämpfe in nichts nach. Wie oft und bis wann sich die Rebellionen wiederholten, konnte Simmel nicht sagen - " bloß die Rosen lebten ihre selbstgenugsame Schönheit weiter".

Simmels Märchen betont die definitorischen Aspekte der Ungleichheit. Nicht die objektive Tatsache der Ungleichheit, sondern die subjektiv wahrgenommenen Unterschiede von Besitz, Erfolg oder Glück treiben die Menschen an. Und mit der Bandbreite gradueller Ungleichheiten und deren willkürlichen Interpretationen werden natürlich ideologischen Vergleichsrastern Tür und Tor geöffnet. Man kann sich leicht als Verlierer fühlen, wenn andere erheblich mehr gewonnen haben als man selbst. Es wird als Verlust empfunden, was man nie besessen hat, und diskriminiert ist, wer sich diskriminiert fühlt.

Dass der Mensch sein Glück und seine Lebenszufriedenheit hauptsächlich durch den Vergleich erzielt, ist auch eine Erklärung des sogenannten Easterlin- Paradoxons in den Wirtschaftswissenschaften. Entgegen den Annahmen der klassischen Ökonomie lässt sich nämlich langfristig kein Zusammenhang zwischen dem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf und der Lebenszufriedenheit der Menschen finden. Ab einem bestimmten Wohlstandsniveau flacht die Zufriedenheitskurve ab. Die Erklärung dafür ist, dass die Menschen ihre Zufriedenheit aus dem Vergleich ziehen: Wie zufrieden Menschen mit ihrem Einkommen und, davon abgeleitet, mit ihrem Leben sind, hängt davon ab, ob sie mehr oder weniger verdienen als die Menschen in ihrer Vergleichsgruppe. Eine Einkommenserhöhung führt zwar zu einer höheren Lebenszufriedenheit, diese fällt aber deutlich geringer aus, wenn die Einkommen aller anderen Vergleichspersonen ebenfalls steigen. Kurzfristig führt eine Einkommenserhöhung zu einer Besserstellung, langfristig passen sich die neuen Ansprüche an das neue Niveau an, und der Mensch gewöhnt sich daran.

Welcher Ausweg bietet sich nun an aus der Dialektik einer staatlich postulierten "sozialen Gerechtigkeit" und der ressentimentanfälligen Triebkraft des Menschen? Lässt sich mit den neuen Motiven und der Betonung des "Sozialen" endlich Gerechtigkeit herstellen und damit die Zeit des Ressentiments beenden? Wohl kaum. Die Chancen bleiben stets begrenzt, und die Ressourcenverteilung ist niemals endgültig, sondern stets im Fluss. Es gibt immer Umverteilungen der Vorteile und der aufgebürdeten Lasten, niemand kann wissen, wohin die Entwicklung geht. Es war aber stets das Ideal eines freien Menschen, der sich selbst als mündig ansieht und der seine Mündigkeit nicht eintauscht gegen Sorglos-Versprechen. Freilich wird die individuelle Freiheit, die vor allem die Freiheit des anderen ist, niemals Neid, Missgunst und Ressentiment tilgen können - was aber weder machbar noch letztlich wünschenswert ist, wenn der Mensch Architekt des eigenen Lebens bleiben soll.    (Andreas Schibany, Album, DER STANDARD, 18./19.8.2012)

Andreas Schibany, Jg. 1966, studierte Philosophie, Soziologie und Volkswirtschaftslehre in Wien. Ökonom am Zentrum für Wirtschafts- und Innovationsforschung der Joanneum Research in Wien, Leiter der Forschungsgruppe Technologie, Innovation und Politikberatung. Schreibt Studien und Kommentare, u. a. für den Standard.

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EIn Politiker, der Gerechtigkeit fordert oder sie gar verspricht, den kann man getrost und uneingeschränkt als unverschämten Lügner abtun.

Einer,der "eine gerechtere Welt will", ist da schon ehrlicher, denn er gibt implizit zu, daß er keine absolute Gerechtigkeit versprechen kann oder mag.
Und über das, was gerechter ist, läßt sich dikutieren und ein Kopmromiß finden. Wenn dieser auch wohl nicht von sehr langer Dauer sein wird.

Ja, das ist sie, die "Sozialgerechtigkeit", 100% möglich: man könnte es sogar leicht beweisen, nur daß man leider in der Zwischenzeit die Hundversuche abgeschafft hat... An ihrem Ende würden alle Versuchshunde gleicharm sein, sodaß man/frau/trans/poly/multi/pseudo/quasi/bi sofort den Sozialismus ausrufen könnte. Gleich danach würden sie anfangen, sich gegenseitig zu zerfleischen (freilich unter der Beachtung der universellen Hunderechte).

ob es die Idee der sozialen Gerechtigkeit ausserhalb Europas existent ist, erscheint völlig unerheblich. Wir leben in Europa, unsere Werte sind die der Aufklärung. Dass Ideale wie Gerechtigkeit meist relativ und sehr subjektiv erlebt werden, ist ebenfalls klar. Vielleicht liesse sich diese insoferne implementieren, dass Abgeordnete in Landtagen und Nationalrat über einige Monate die Mindestsicherung erhalten, aufdass sie spüren, wie es vielen Menschen geht, über die sie entscheiden.

Die Idee "sozialer Gerechtigkeit" gibt's ausserhalb Europas nirgendwo auf der Welt. Und in Europa ist diese Illusion scheinheilig, hat man sich doch seinen Reichtum per gewaltsamer Ausbeutung des Rests der Welt erschaffen.

Wahre globale "soziale Gerechtigkeit" auf einem Planeten, auf dem mehr als die Haelfte mit weniger als $2.50/Tag = rund $75/Monat auskommen muessen, das wuerde dem Europaer wenig gefallen, muessten doch sehr viele Privilegien aufgegeben werden.

In Japan auch nicht?

Japan ist ein interessanter Fall, aehnlich wie Europa eine Region, die einst dominant war und wo's nun bergab geht..

Eine der Theorien wieso der Neandertaler ausgestorben ist, beruht auf der Idee, dass der Neandertaler wesentlich sozialer als der Homo sapiens veranlagt war. Dass sich der Neandertaler um seine Alten, Schwachen und Behinderten gekuemmert hat, war dem Homo sapiens gegenueber ein fataler Nachteil.

... und zugleich ein wesentlicher Ursprung

der moralischen und sozialen Gebote der großen Religionen, die es ncht gäbe, gäbe es gegenüber der Instinktwelt des homo sapiens, der sich maximal um seinen Clan scherte, nicht Verbesserungsbedarf.
Und der läßt sich mangels einer allgemein anerkannten weltlichen Ordnungmacht nur in Götterfurcht durchsetzen.

Ich sehe die Entstehung größerer Gemeinschaften ("Städte"), Religionen und die Entwicklung der Arbeitsteilung und damit Geldwirtschaft in unauflöslicher, einander allseitig bedingender Verzahnung.

"Im Naturrecht der Ungleichheit waren Neid und Missgunst nicht vorhanden."

Wer sagt das? Das ist doch eine sehr naive Romantisierung. Wenn man sich moderne "primitive Gesellschaften" anschaut gibt es dort enormen Neid und enorme Missgunst - und natürlich auch enorme Ungleichheit. Früher wirds ganz genauso gewesen sein.

Außerdem haben viele Menschen in Österreich eine völlig absurde Vorstellung von Gerechtigkeit. Nein, wenn man jemandem der sich angestrengt hat und hart gearbeitet hat sein Geld stiehlt um es dann jemandem zu geben der lieber in die Nachtschicht gegangen ist und sich zugesoffen hat statt zu lernen ist das NICHT "gerecht". Bei uns gibts ja nur deshalb so viele erfolglose Menschen weil wir Erfolglosigkeit so sehr belohnen.

Ist soziale Gerechtigkeit machbar?

Was ist das, soziale Gerechtigkeit?

https://www.evernote.com/shard/s8/... 746110269c

Auf den Punkt gebracht - die Menschen san anfoch zu deppart um glücklich zu sein.

Das wird wohl stimmen, aber nichts desto trotz sollte man als Moralist immer nach einem Mehr an Gerechtigkeit streben. Hier gilt wohl der Grundsatz "Der Weg ist das Ziel."

In dem Moment wo rein materielle Werte zum Gradmesser von Gerechtigkeit werden, entsteht ein unüberwindliches Zerrbild.
Soziale Gerechtigkeit bedarf der Interaktionen im Gemeinwesen, über Kommunikation mit anderen erfährt dann der einzelne von der Qualität seines Engagements.
In unserer Gesellschaft ist Kommunikation jedoch nicht durchgehend möglich.

Der Wohlstand im laufenden Kapitalismus beruht immer auf Ungleichheit...

...Erst die Ungleichheit und das Wecken von Bedürfnissen, die zuvor noch nicht da waren (die ihrerseits durch den Schuldendruck erzeugt werden), sind die Triebfeder des Kapitalismus. Würde man tatsächlich alles gerecht verteilen wollen, gäbe es für den Einzelnen keinerlei Anreiz mehr, mehr zu leisten als alle anderen und wir wären im Sozialismus und seiner sich selbst verstärkenden Trägheits-Spirale gelandet. Auch hier wird die Faul- und Trägheit instutionalisiert, sodass am Ende zwar Gerechtigkeit herrschen kann (wenn die richtige Leute am Werk sind), aber nur um den Preis eines rapiden Wohlstandverlustes. Sozialismus ist also die gerecht verteilte Armut.

Kapitalismus ist folglich ungerecht verteilte, oft tödliche Armut!

@ wirdeinlichtleinseinamendedestunnels

Armut wird nicht verteilt.

- aber sogar grosszügigst...!

1897? Und was haben wir jetzt 2012, realer denn je ist diese Erzählung.

die Bestimmung, dass der Mensch dazu verdammt ist, aus dem Vergleich sein Glück zu beziehen, ist möglicherweise für den Grossteil richtig. Es gibt qber so etwas wie menschliche Reife, Erfahrung und Intelligenz. Da ändert sich der Neidgeiferreflex im Vergleich. Und es gibt begabte Menschen, die wissen, was sie wollen, daran arbeiten und sich maximal freuen, wenn andere anderes erreichen, was die wiederum erreichen wollten....
Der Wiener an sich ist der geborene Neider.

@ werbinich

1897? Nein, 1789!

Die Antwort ist NEIN!

Nein, weil es "soziale Gerechtigkeit" gar nicht geben kann. Dieser Begriff ist ein Oxymoron.
ENTWEDER ist etwas sozial ODER etwas ist gerecht.

Es mag vielleicht gesellschaftlich wuenschenswert sein, wenn von Reichen an Arme umverteilt wird, aber es ist sicher nicht gerecht, jemandem - mit welchem Argument auch immer - etwas wegzunehmen, um es einem anderen (ohne entsprechende Gegenleistung) zu geben.

wenn also gerecht das Gegenteil von sozial ist

dann bedeutet
ungerecht = sozial
und
gerecht = assozial ??

@ Sonstwer

Sozial ist nicht das Gegenteil von gerecht, aber diese beiden Eigenschaften sind nicht miteinander kompatibel - etwa wie kochendes Eis.

- allerdings ist heisses eis nur wärmer als kaltes eis...

@ wirdeinlichtleinseinamendedestunnels

Heisses Eis gibt es nicht, dann ist es entweder Wasser oder Wasserdampf.

- noch nie ein bananensplit probiert??

Das ist grundsätzlich richtig gedacht - aber Sie ziehen aufgrund mangelhafter empirischer Daten falsche Schlussfolgerungen

Reichtum kann nämlich schon rein mathematisch nur entstehen, wenn jemandem anderen etwas ohne entsprechende Gegenleistung weggenommen wird.
Daher gibt es auch keine "UM"-verteilung von Reich zu Arm - dies ist ein vollkommen unzulässiger ideologischer Kampfbegriff - sondern lediglich zaghafte Versuche einer "RÜCK"-verteilung dorthin, wo die Dinge in einem demokratischen Gemeinwesen hingehören, nämlich dorthin, wo die Leistung erbracht wurde.

Das verstehe ich nicht. Nehmen Sie 2 Straßenkünstler: Der eine steht 2h am Tag in der Altstadt, der andere 8h am Tag - beide kassieren gleich gut, aber am Abend hat der 8h-Steher 4 x soviele Münzen im Hut. Hat der dem anderen jetzt was weggenommen?!

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