Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Wien - Heimkinder für Fremdfirmen - nicht selten sogar ohne Lohn - arbeiten zu lassen dürfte zwischen den 1950er- und 1970er-Jahren in Österreich nicht die Ausnahme gewesen sein. Nach Tirol und Oberösterreich wurden am Freitag auch Fälle aus Vorarlberg bekannt. Dort sollen acht- bis 15-jährige Kinder des Landesjugendheims Jagdberg in den Sommerferien oft bei Bauern als Erntehelfer eingesetzt worden sein, erklärt Kinder- und Jugendanwalt Michael Rauch.
"Aus Erzählungen wissen wir, dass es den Kindern meist gut gefallen hat. Die Arbeit war zwar schwer, aber es gab offenbar immer viel zu essen", erzählt Rauch. Einzelne Jugendliche hätten aber auch berichtet, dass sie "bis zur Erschöpfung und Bewusstlosigkeit bei großer Hitze" hätten arbeiten müssen. Zudem wurden sie von Erziehern beim Hausbau eingesetzt, ebenfalls ohne Bezahlung. Dazu kamen Gewalt und heim interne Strafdienste. Man stehe hier in der Aufarbeitung aber erst am Anfang. Die zuständige Vorarlberger Landesrätin Greti Schmid (ÖVP) versprach, möglichen Opfern Unterstützung. Bisher habe sich aber noch kein Betroffener gemeldet.
In Tirol haben sich hingegen mittlerweile fünf Personen gemeldet, die sich daran erinnern, in den 1960er- und 1970er-Jahren als Heimkinder für einen Betrieb gearbeitet und kein Geld erhalten zu haben, sagt Manfred Jenewein aus dem Büro des zuständigen Landesrates Gerhard Reiheis (SPÖ). Manche seien durchaus froh gewesen, dem Heimalltag durch Arbeiten zu entfliehen. Mitte der Woche waren Vorwürfe laut geworden, Swarovski, Darbo und Eglo-Leuchten hätten 15- bis 18- jährige Heimkinder aus der Anstalt St. Martin beschäftigt. Der Lohn dürfte nicht an die Jugendlichen weitergegeben worden sein. Eine Aufarbeitung hat begonnen.
Auch in Oberösterreich mussten Heimkinder Auftragsarbeiten erledigen. Ein Teil des Verdiensts wurde für Verpflegung und Unterkunft einbehalten.
Die erhobenen Vorwürfe haben jetzt die Salzburger Landesregierung aufgeschreckt. Landesrätin Cornelia Schmidjell (SPÖ) lässt erheben, ob und in welchem Umfang in Salzburg in Heimen untergebrachte Jugendliche für Firmen gearbeitet haben.
In Wien (am Wilhelminenberg) ist (noch) kein Fall von Fremdarbeit bekannt geworden. "Darauf lag in unseren Erhebungen auch nicht der Fokus", erklärt Barbara Helige, Leiterin der Untersuchungskommission Wilhelminenberg. Hätte es jedoch in dem Wiener Heim systematisch Fremdarbeit gegeben, so hätte die Kommission sicherlich davon erfahren, ergänzt Helige. Im Burgenland, in Kärnten und in der Steiermark sind ebenfalls keine Fälle gemeldet worden. (kali, ker, mue, neu, ver, wei, DER STANDARD, 18./19.8.2012)
Auf den Abschluss der Untersuchungen zum Heim Wilhelminenberg sollen noch weitere Erhebungen folgen. Die Stimmen für die Einrichtung einer bundesweiten Dokumentationsstelle mehren sich
Vor einem Monat ist aufgeflogen, dass in einer vom Grazer Jugendamt betreuten Wohngemeinschaft mehrere Mädchen über Jahre misshandelt und vergewaltigt wurden. Ein Lokalaugenschein in einer WG offenbart erschütternde Biografien der Kinder.
Großteils bedingte Haftstrafen für die Kinderbetreuer
Forschungen zum Mädchenheim St. Martin bei Schwaz geplant, Bericht über Zwangsarbeit fast fertig
Bürgermeister Nagl ist "fassungslos und verärgert", seine Partei will "pubertierende Mädchen und Burschen" in Stadt-WGs jetzt trennen
Minderjährige sollen laut "ORF"-Bericht "ohne Vorwarnung" nach Wien gebracht worden sein - Volkshilfe ortet "Racheaktion gekündigter Mitarbeiter"
Streit um Fristen für Entschädigungsanträge
Kindheit und Jugend im Fokus von Historikern
Studie über Untergebrachte in Tirol
Prozess um Misshandlung von fünf Kindern in Leoben
Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch waren in der Nachkriegszeit nicht nur in Kinderheimen, sondern auch in Pflegefamilien präsent. Ein von der Stadt Wien beauftragtes Team der FH Campus Wien soll die Zustände untersuchen
Fasslabend: Gewalttätige Erziehungsmuster nur mit langjähriger Psychotherapie überwindbar
Mädchen mit Behinderungen sollen in Heimen zwangssterilisiert worden sein
Zudem sollen auch Landesorganisationen Heimkinder beschäftigt haben - Bericht des Landeskontrollamtes aus dem Jahr 1977 dokumentiert Vorgänge
Hans Weiss hat in seinem neuen Buch Vorgänge in 135 Einrichtungen untersucht und liefert einen erschütternden Befund
Bund entschädigt für Quälerei in staatlichen Internaten - Bundeskommission ist aber noch wenig bekannt
Salzburger Historiker verlangen eine einheitliche Regelung zur Entschädigung von Heimkindern. Der Missbrauch war "gesellschaftlicher Konsens" und die "Verantwortungskette" war lang
Gerichtsbeschluss für Einweisung in Heim nach Volljährigkeit fehlt offenbar - Salzburgerin fordert Lohn für Arbeit im Kloster zurück
Der Tiroler Erwin Aschenwald (50) erlitt in Heimen nicht nur Gewalt. Die Behörden hätten ihm wider besseres Wissen den Vater vorenthalten. Nun soll eine DNA-Analyse posthum die Vaterschaft klären
Vorerst meldeten sich 13 Personen
Arbeit ehemaliger Heimkinder soll dem heutigen Lohnniveau entsprechend entlohnt werden
Der Zeithistoriker Horst Schreiber hat Tiroler Heimkinder der 60er Jahre interviewt. Zwangsarbeit sei ein Erziehungsmittel gewesen
Opferschutzanwaltschaft wird Bubenburg-Opfer für vorenthaltene Patenschaftsgelder entschädigen
Das Bundesheer hat nach Missbrauchsvorwürfen gegen Soldaten am Montag eine eigene Untersuchungskommission eingerichtet
Betroffene mussten unter erschwerten Bedingungen in der Landwirtschaft mithelfen
Swarovski arbeitet bei Kommission des Landes mit und durchforstet Unterlagen - Darbo will notfalls Lohn "noch einmal zahlen"
Soziallandesrat erwartet sich lückenlose Aufklärung - Neben Swarovski sollen auch Darbo und EGLO auf Zöglinge zurückgegriffen haben
Auch in Oberösterreich ließen Firmen Heimkinder für sich arbeiten. Im Gegensatz zu Tirol erhielten sie dafür ein Taschengeld. Swarovski, Darbo und Eglo wollen jetzt wissen, wo ihre Löhne gelandet sind
Heimkinder sollen in den Sechzigerjahren unbezahlt für den Kristallkonzern gearbeitet haben - Auch Marmeladenhersteller Darbo ist betroffen
Betroffene leiden unter Kompetenzwirrwarr
Methoden waren in psychiatrischer Universitätsklinik Wien in 1970er-Jahren üblich
Gernot Heiss leitet fünfköpfiges Team - Fragwürdige Methoden bei Forschung und Patientenbehandlung auf dem Prüfstand
Übergriffe in Heimen seien auch heute keine Ausnahme, sagt der Sozialpädagoge Peter Wanke
Experimente an Wehrlosen gab es nicht nur in Österreich
Zweite Millionenklage gegen das Land Oberösterreich: Den Klägern, die in Heimen misshandelt wurden, sind die 20.000 Euro Entschädigung zu wenig
Kinderpsychiater Berger: "Formen eines fast systematischen Sadismus"
Aufarbeitung der Psychiatrie-Geschichte der Nachkriegszeit
Aufklärung von zweifelhaften Therapiemethoden in den 1970er Jahren
Heimkinder wurden früher besonders gerne für Medizin-Experimente herangezogen, schlussfolgert die Vorsitzende der Wilhelminenberg-Kommission
Injektionen sollen vorübergehend körperliche Beeinträchtigungen verursacht haben - Helige: Kommission prüft - Fälle haben nichts mit Malaria zu tun
Bisher rund zehn Personen in Kontakt mit Wiener Juristen
Den Berichten zweier ehemaliger Wiener Heiminsassen über Malariatherapien in den 60er Jahren folgten am Dienstag Vorwürfe, Mädchen seien in Tirol mit Tierpräparaten "niedergespritzt" worden
Udo Jesionek, Präsident des Weißen Rings, erklärt, was es den Betroffenen heute einfacher macht, öffentlich zu reden
Zuständiger Psychiatrie-Direktor "besorgt" über kolportierte Therapiemethoden
Als schwere Körperverletzung einzustufen
Öhlbock: 14-tägige Behandlungszyklen, Kinder dienten als Träger für Virus
Bis Ende der 1970er Jahre wurden gegen "Onanie und sexuelle Übererregung" auch Tiermedikamente eingesetzt
Kasper: Betroffene könnten als "Erregerträger" verwendet worden sein
Helige spricht von "Zusammenhang zwischen Wilhelminenberg und Spiegelgrund"
Es sei zu klären, ob ein "Verbrechen" passiert sei oder es sich um eine "völlig überholte Behandlungsmethode" handle
An der Wiener Uni-Klinik für Psychiatrie sollen in den 1960er-Jahren Versuche mit Malariaerregern durchgeführt worden sein, berichtet ein Betroffener. Die Klinikleitung zeigt sich bestürzt; die Akten aus der Zeit gelten als verloren
Heimkinder bekommen für Zwangsarbeit, die sie für Firmen, Bundesheer und Landwirtschaft leisten mussten, keine Pension. Der Gesetzgeber Bund habe bei der Kontrolle versagt, kritisieren Experten und Opposition
Tja, da wurden wohl "alte Traditionen" weiter gelebt! Nachdem die Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge nicht mehr verfügbar waren, ist die "saubere Gesellschaft" wohl zu den nächsten Opfern - Heimkindern - über gegangen. In deren Augen waren diese eh rechtlos, weil ohne Elternhaus waren die schon immer Freiwild.
Sowas darf wie jede andere Form von Kindesmißbrauch NIE verjähren und sollte schwer strafbar sein!!
körperlich und psychisch ausgenutzt und tw. "zerstört" wurden.
Mich wundern leider diese Berichte über harte Erntearbeiten etc. nicht mehr wirklich. Fällt sicher unter "sinnvolle Beschäftigung"....
Nach den schockierenden Ergebnissen der Aufarbeitung der letzten Jahre ist klar, dass da noch einiges kommen wird.
Ich hoffe für die mittlerweile erwachsenen Opfer, dass sie in irgendeiner Form Gerechtigkeit bekommen.
Zweifle aber an Schuldeingeständnissen der Heimleiter etc., weil das damals eben "normal" war.
Teilweise stimmt das ja mit dem "Das war halt damals so."
Allerdings ist die Jugendfürsorge nicht dazu da, Kinder den gleichen Zuständen auszusetzen wie die, aus denen man sie gerettet hat, sondern ganz im Gegenteil besseren. Aber es scheint so als wären die Lebensumstände für das Kind nach dem "aus der Familie nehmen" immer schlechter gewesen als vorher, und das nach wie vor.
ja, so "schützende" Eltern kenn ich auch:Papi prügelt Mami krankenhausreif, Mami rennt ins Frauenhaus und vier Tage später mit den Kindern wieder zu Papi zurück. Angebote wie Daueraufenthalt im Frauenhaus mit den Kindern, später Hilfe bei Wohnungssuche usw. werden nicht angenommen. Mami wohnt mit Kindern bei Papi, Papi drischt, Polizei kommt führt Papi ab, Haft, Papi kommt wieder nach Hause, Papi drischt Mami, Kinder immer live dabei, Wega kommt, Mami beteuert sich zu trennen, drei Monate später sind Mami und Papi wieder zusammen, Papi tritt Mami die Wohnungstüre ein und auf den Kopf, Mami kommt ins Spital....
... Kinder werden aus der Familie genommen und leben nun ohne Polzei und Dresche wo anders. Schrecklich gell?
Das ist eher nicht die Realität, aber der Idealfall fürs Jugendamt. Die mögen diese Äktschn.
Wenn man es wagt, selbst einem Schädiger Grenzen zu setzen, wird man als "äußerst dominant" bezeichnet und der Schädiger als wichtige Bezugsperson.
Ich bin einmal mit vier Mädchen in der Straßenbahn gefahren, deren Worten zu entnehmen war, dass sie mit Erwachsenen zusammenwohnen, die sie mit dem Vornamen ansprechen und die ihnen täglich irgendwas erlauben oder befehlen. Die erinnerten mich irgendwie an die rumänischen Straßenkindern vor einigen Jahren, wild, laut, immer Körperkontakt suchend, aber dabei gegeneinander kämpfend; eine hat die jüngeren gequält, indem sie ihnen gesagt hat, da müssen sie jetzt aussteigen, obwohl's nicht gestimmt hat, und die haben nicht gewusst, wohin, und dann hat die ältere gelacht. Und alle waren angezogen wie wild zusammengewürfelt.
Naja, langer Rede kurzer Sinn: Die bejugendamteten Kinder sind offensichtlich sich selbst überlassen. Da wundert mich nix.
Wirre Sache:
Einerseits offensichtlich Mädchen aus einer Jugend- WG die über ihre BetreuerInnen reden, andererseits wild körperkontaktsuchende rumänische Strassenkinder in der -ja wo sonst?- Strassenbahn.
Wie geht das zusammen? Für mich gar nicht. Also was sollen diese Bassena- Stories?
Den Vogel schießen sie aber mit obigem ab:
Offenbar wundert sie nix, da es ja heute solche Beschäftigungsfirmen für Heimkinder nicht mehr so gibt. Wo sie nicht so sich selbst überlassen wären.
Neinein! Es waren nicht rumänische Straßenkinder, sondern nur ihr Verhalten erinnerte mich an das von rumänischen Straßenkindern, die ich vor einiger Zeit im Fernsehen gesehen habe. Aber sonst passt alles.
Und wenn diese Kinder statt verschiedener Vornamen "Mama" und "Papa" gesagt hätten, wäre meine "Wahrnehmung" ein absolut ernst zu nehmender Grund gewesen, der Familie zu hälfän. Kinder auf die Art alleine herumziehen lassen wird zu Recht nicht gern gesehen, bei den eigenen Einrichtungen werden aber andere Maßstäbe angesetzt. Dann mutiert es zum Bassenatratsch.
Sind Sie DSA? Würde passen.
Die ganzen Einzelheiten, die jetzt auftauchen, sind zwar schlimm, kommen mir aber vor wie eine willkommene Ablenkung.
Jetzt wird so getan, als wäre es nicht nach wie vor in Ö selbstverständlich, dass sich Behörden einfach grundlos Kinder nehmen und mit ihnen machen, was sie wollen. In dem Punkt hat sich nämlich genau nix geändert, nur dass die Täterinnen jetzt herzig dreinschauen und über die Medien verbreiten lassen, dass das Jugendamt überarbeitet ist, dass es wirklich wirklich nur dann einschreitet, wenn was gaaanz, gaaanz Schlimmes ist und ansonsten ja nur besorgt nachfragt. Alles falsch, nach wie vor. DAS gehört geändert.
In einem anständigen Österreich müssen solche Erkenntnisse Gefängnisstrafen nach sich ziehen. Auf die Verantwortlichen gehört dieselbe Härte angewandt die sie den hilflosen Kindern gegenüber angewandt haben, egal wie alt sie heute sind. Laßt die Verbrecher nicht entwischen!
jetzt ist es genau so, dass Kinder bis zu 3 /sehr selten älter, in Pflegefamilien kommen.
Ältere Kinder kommen in betreute Wohngemeinschaften, ev ins Kinderdorf.
Geld ist knapp, wo möglich wird versucht, die Kinder aus den WGs wieder in die Familien zu bringen.
"aussi" um 05 uhr in der früh-und ab in den stall...ins bett mit den berüchtigten hühnern. gut, es war keine erziehungsanstalt, kein heim, sondern ein von der fürsorge graz ausgewählter pflegeplatz. mit vier fürsorgebankerten hatte die bäuerin gratis-arbeitskräfte, denn pro monat floßen vier mal ös 400.- in deren handkasse.dagegen ist "schöne tage" von franz innerhofer tatsächlich ein urlaub.
Ein Freund von mir (geboren 1957) war als "Pflegekind" bei diversen Bauern.
Dies bedeutete, dass die Bauern sich eine kostenlose Arbeitskraft auf den Hof holten, die sie ungeachtet des Alters so viel wie möglich zwangsarbeiten ließen. Die Fürsorge spielte mit und lieferte die Kinder.
Wer ausrückte kam ins Erziehungsheim (in diesem Fall Eggenburg).
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.