Abhängig von Serbien im unabhängigen Kosovo

Adelheid Wölfl aus Štrpce
17. August 2012, 17:50
  • Neue Parkbänke und ein neuer Parkplatz in der serbischen Enklave  Štrpce im Süden des Kosovo.
    foto: wölfl

    Neue Parkbänke und ein neuer Parkplatz in der serbischen Enklave Štrpce im Süden des Kosovo.

Vier Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo wird das Land für souverän erklärt.

 Der Ahtisaari-Plan hat für die Serben Verbesserungen gebracht – doch ohne Zugang zur Privatwirtschaft bleiben sie vom Geld aus Belgrad abhängig.

Die rote Digitalanzeige blinkt: Noch 62 freie Parkplätze. Der Parkplatz von Štrpce ist geradezu jungfräulich neu. Überhaupt ist die serbische Enklave eine Vorzeigegemeinde im Kosovo: Blumenkisterln, Parkbänke, 30 Sozialwohnungen, das Spital ist mit frischer gelber Farbe bepinselt. Nur das mit dem Parken klappt noch nicht so ganz. Die Gehsteige sind voller Autos. "Das einzige Auto, das dort auf dem Parkplatz steht, gehört wahrscheinlich Braca", sagt Milko C. grinsend. Braca ist der Spitzname für den Bürgermeister von Štrpce, Bratislav Nikolic.

Milko C., 20, hat zwei Pferde, hört gerne den Rapper "50 Cent" und möchte in Štrpce leben, obwohl er sich "nicht ganz sicher fühlt" und manchmal das Gefühl hat ein "Fremder im eigenen Land" zu sein. Trotzdem fährt der junge Serbe manchmal nach Prishtina oder ins mehrheitlich albanisch besiedelte Ferizaj zum Einkaufen, auch wenn er dabei an dem riesigen rot-schwarzen Kriegerdenkmal vorbei muss mit den martialisch marschierenden Mitgliedern der Kosovo-Befreiungsarmee UCK.

Die Sicherheitssituation und die Bewegungsfreiheit hat sich für die Serben im Kosovo in den vergangenen Jahren verbessert. Und viele Serben boykottieren nicht mehr die kosovarischen Institutionen, auch wenn es noch Misstrauen gibt. Milko C. etwa ist besorgt, dass "Braca auf die Albaner hört, die ihm vorgesetzt sind". Tatsächlich hat der Bürgermeister gute Kontakte nach Prishtina und hat jahrelang für die Amerikaner im Irak gearbeitet. 2010 ist er angetreten, den sogenannten Ahtisaari-Plan umzusetzen.

Als der Kosovo im Februar 2008 seine Unabhängigkeit erklärte, galt der Plan, benannt nach dem finnischen Diplomaten Martti Ahtisaari, als Garantie für die politische Partizipation der Minderheiten, allen voran die Serben, damit sie in der mehrheitlich albanischen Gesellschaft nicht an den Rand gedrängt werden. Die Umsetzung des Plans wurde vom Internationalen Zivilen Büro (ICO) überwacht. Mehr als vier Jahre nach der Unabhängigkeit zieht dieses Büro unter der Leitung des niederländischen Diplomaten Pieter Feith nun ab. Anfang September soll der Kosovo offiziell souverän werden. Was hat sich verändert?

Furcht vor Machtverlust

Die serbischen Gemeinden im Süden bekommen nun Geld aus Prishtina, sind aber nicht völlig in den kosovarischen Staat integriert. Milko C. fährt etwa quer durch den Kosovo nach Mitrovica, um eine Ausbildung zum Feuerwehrmann zu machen. In Nordmitrovica hat der kosovarische Staat nichts zu sagen. Aber auch das Bildungs- und Gesundheitssystem für die Serben im Süden bleibt in serbischer Hand. Und viele sind weiter vom Geld des serbischen Staats abhängig. Milko C's Vater, der Postler von Štrpce, zahlt etwa die Pensionszahlungen aus Belgrad aus. Lehrer und Ärzte in Štrpce bekommen Gehälter vom serbischen Staat und vom kosovarischen Staat - auch wenn dies dem Ahtisaari-Plan widerspricht.

Die Abhängigkeit von der öffentlichen Hand bleibt groß. 40.000 von insgesamt etwa 100.000 Kosovo-Serben erhalten irgendeine Unterstützung aus Serbien, 21.000 bekommen ein Gehalt aus Belgrad. Und obwohl es jetzt ein paar neue Jobs bei den Gemeinden gibt, die sich auch in die kosovarischen Strukturen integriert haben, ist die Minderheit noch unterrepräsentiert. Auf Staatsebene arbeiten etwa fünf Prozent Serben, in den staatlichen Betrieben jedoch nur 0,75 Prozent, auf der Ebene der Gemeinden immerhin bei drei Prozent. Zehn Prozent der Jobs sollten eigentlich von Angehörigen von Minderheiten eingenommen werden.

"Die Internationale Gemeinschaft hat eine Erfolgsgeschichte gebraucht", sagt die politische Analystin Engjellushe Morina. Der Ahtisaari-Plan sah vor, dass mehr Kompetenzen von der Zentralverwaltung auf die Gemeindeebene verschoben werden, in albanischen wie serbischen Gemeinden. Das ist auch in manchen inhaltlichen Bereichen geschehen. "Aber es gab keine finanzielle Dezentralisierung, die Gemeinden können zu wenig Steuern eintreiben und sind völlig von der Zentralverwaltung abhängig", kritisiert Morina. "Selbst wenn eine Gemeinde einen Bleistift will, muss sie sich an das Finanz- und Bildungsministerium wenden", erzählt Morina. Schuld seien die regierenden Parteien, die um Geld und Macht fürchten.

Aber auch konkrete Punkte des Ahtisaari-Plans wurden nicht umgesetzt. Die serbisch-orthodoxe Kirche verweigerte etwa die Zusammenarbeit, wenn es um das kulturelle und religiöse Erbe ging. Allerdings gibt es jenseits des Plans, erstaunliche Veränderungen. So lernen zwei Popen im Kloster von Dečani mittlerweile Albanisch, fünf haben um die kosovarische Staatsbürgerschaft angesucht.

Der politische Analytiker Krenar Gashi vom Think Tank Indep spricht von einem formellen Ende der überwachten Unabhängigkeit. SWir werden immer unter Supervision stehen, wir sind einfach ein so kleines Land." Der Kosovo habe aber gezeigt, dass er als Staat agieren könne, so Gashi. Doch auch wenn ICO nun geschlossen wird, bleiben die internationale Kfor-Truppe und die Rechtsstaatsmission Eulex im Land. Internationale Experten sitzen auch weiter in Gerichten oder in der Privatisierungsagentur. Viel wichtiger sei aber die Präszenz von westlichen Botschaften, allen voran jener der USA, die auch weiterhin die Politik im Kosovo bestimmen, so Gashi. Sogar die amtierende Präsidentin Atifete Jahjaga wurde von der US-Botschaft ausgesucht. (Adelheid Wölfl, DER STANDARD, 18.8.2012)

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kaum zu fasen

das hier geht an manche serben die kein plan haben und zwar sei ihr die die jenigen die am balkan seit Jahren mordet raubt und kleine kinder tötet das wollen wir nicht
vergessen ihr habt den kopleten balkan zerstört beraubt und beklaut die serbische arme schreckte Nichtmal davon ab kleine kinder zu töten und heute auf unschuldig machen das passt zu euch weil ihr kein gewiesen habt von wegen kosovo ist serbien seit lieber froh das mann euch nicht noch aus serbien vertreibt ihr habt soviel misst gebaut euch sollte garnix gehören wieviel leid habt ihr den menchen zu gefügt jezt auf wir serben die armen das kosovo hatte schon immer den albanern gehört serben haben versucht das land für sich zu klauen tut mir leid hat nicht sein sollen

so frustriert?

bist du so scheu das du dich unter einem Deutschem Namen versteckst? typisch für euch Albaner immer mit dem Stock ins Auge des anderen und danach sich hinter anderen Verstecken?

bist du so frustriert in einem heutigem Kosovo zu Leben welches keinen Millimeter weiterkommt? Wo die Kriminalität auf offener Strasse geduldet und gefördert wird, weil die Politiker die Köpfe derer Banden sind?

Oder stört dich das wissen das du in deinem Rentenalter wieder sehen wirst wie wir euch in euer noch trostloseres nach hause (albanien) Jagen werden, sobald es dem Westen unter allen Fingern brennen wird?

Herrschaften & Diktaturen (ob offensichtliche oder die heutige des Westens = Medienpropaganda) gingen immer unter füher oder später!

ich glaube kaum dass Österreich einen kleineren Fehler begangen hat *hust* judenvernichtung

laut UN 1244 wird in endphase serbische armee an die äussere grenzen kosovos postiert werden, damit das morden der serbische zivilisten, auch kinder unter 4 j. (!) endlich gestoppt wird.
albanische terorristen werden sich nach albanien zurück ziehen müssen, weil sonst gibts richtig krach.

Kinder unter 4 Jhr werden getötet?
Das schaffte bis jetzt die Armee die gegen die UCK erfolgreich Krieg geführt hat,der Zuege K31 gegen Milosevic.
Er schoss auf UCK Kämpfer,Frauen,Alte und Kinder,ich hoffe ihr kommt eines Tages zurück. ;)
Man hat nicht umsonst der Bundeswehr gedeint,und man kommt dann immer und immer wieder um für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

ja, z.B. am 28. Mai 2000 im Cernica Dorf wurden Miki Petrovic (4 Jahe alt), Vojin vasic (60 jahre alt), Tihomir Simijonovic (45 jahre alt) brutal ermordet. Dabei schwer verwundet Petko vasic und Zoran Stolic, viele leicht verwundet. Sie alle waren vor dem Supermarket als auf die von deren Nachbar albanischer Abstammung geschossen wurde.
Für dies und weit mehr als 1000 weitere Morde, zuletzt erst vor ein Paar Wochen, wurde niemand zur Verantwortung gezogen.

Verstehe:
Serben=Opfer
Albaner= Täter
Ich möchte keine der Morde gut heißen,mir kommt es aber so vor,es gibt nur serbische Opfer oder wurden Opfer von Gewalt.
Wer wurde zur rechenschaft gezogen vom Massaker im Jahre 2000 in Mitrovica,als ein Serbe 11 Albaner erschoss?

Keiner.
Und das bis Heute.

checks endlich du Idiot. beide sind die Opfer und die USA sind die Täter...

Sogar die amtierende Präsidentin Atifete Jahjaga wurde von der US-Botschaft ausgesucht

haaaah, wie köstlich... eigentlich zum lachen wenns nicht so traurig wär... wo sonst kann ein botschafter einen "präsidenten" aussuchen? - na wer weiß es? richtig! in einer kolonie, einem protektorat, einem marionettenstaat usw...
nur alles schön verpackt und alle jubeln über freiheit, selbstbestimmung und demokratie...

Jetzt haben wir was neues entdeckt,auf auf Entdeckungstour.

Sie wurde vrogeschalgen vom US-Botschafter,gewählt hat sie das Parlament und nicht der US-Botschafter.

Bye the way

Sie hatz recht. Und bitte verbreiten keinen Alabnische Propaganda mehr hier.

vhttp://enver007.wordpress.com/2011/01/2... -daneben/^

Bye The Way:
Die Seite wurde nicht gefunden,dennoch auch für dich,hat das Parlament abgestimmt oder EX-Botschafter Chritopher Dell?

Wieder zeigen Sie unendliche Naivität

Die Republik Kosova ist und bleibt unabhänig.

Normal bre! :)

so unabhängig dass sogar die us botschaft alles bestimmen kann ;-)

an diese märchen glauben nur die albaner und ein paar alte säcke wie schwarz-schilling und ahtisaari

Wie etwa 92 andere Staaten auch?
Aber nicht doch,wie kann mal alte Säcke nehmen,denn genau diese Säcke haben das meste Sagen auf dieser Welt.

Sind es tatsächlich

so viele Staaten wie Albaner meinen Sie wären die ersten Menschen auf dem Planeten?

Es sind Tatsächlich 92 Staaten,aber die ersten Menschen waren dennoch die Serben,denn Gott brauchte 6 Tage nicht nur den Serben zu schaffen sondern auch Platz für Kirchen und Klöster,insbesondere die ausgedachten im Kosova. ;)

insbesondere die ausgedachten im Kosova. Gähhnnnn

Weltkulturerbe im Kosovo - informiern Sie sich doch ein wenig, wer soll sie den sonst noch ernst nehmen?

Wie etwa 1899 die Kirche von Deqan die den Albaner enteignet wurde?

Oder die ausgedachte aus dem Mittelalter in Ferizaj,die während der Kolonailzeit der 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts?

Oder doch die riesen Baustelle unter Milosevic vor den Toren Baustellen,die ganu so geblieben ist,wie sie angefangen wurde?

hahahaha

Hören Sie auf Weltkulturerbe zu verschmähen !

http://de.wikipedia.org/wiki/Klos... e%C4%8Dani

biete hören Sie auf zu lügen!

so ein blödsinn,
in dem artikel gibts nirgendwo referenzen.

beschwehren sie sich bei der unesco.

Nach Ihrem verständnis scheinen die ja falsch zu liegen die serbischen Klöster unter das Weltkulturerbe gestellt zu haben.
Naja, manche wollens alt nicht wahr haben. Ist doch schön das Kosovo einige "Weltkulturerben" hat.
Sie solten stolz sein;-)

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