Massenflucht in Indien

Christine Möllhoff aus Neu-Delhi, 17. August 2012, 17:37

Angst vor Rache wegen Unruhen in Bundesstaat Assam

Der 21-jährige Bishnu hat Angst. "Wir sind uns sicher, dass etwas Schlimmes geschehen wird", meint der Wanderarbeiter, der in Chennai auf den Zug nach Hause wartet. Er ist nicht der Einzige. Böse Gerüchte über drohende Übergriffe haben eine Massenpanik unter Migranten aus Indiens Nordosten ausgelöst. Aus Angst um ihr Leben fliehen sie zu Tausenden aus Bangalore, Pune, Chennai und anderen Metropolen zurück in ihre Heimatstädte.

Die Bahnhöfe quellen seit Tagen über von Flüchtlingen, die Bahn musste Sonderwagons und -züge einsetzen. Der Exodus hat solche Ausmaße angenommen, dass sich am Freitag Regierungschef Manmohan Singh einschaltete. Er versicherte den Migranten, Delhi werde alles tun, um sie zu schützen. "Die Einheit unseres Landes steht auf dem Spiel."

Bei den Migranten handelt es sich um Studenten und Wanderarbeiter aus dem Nordosten Indiens, vor allem Assam. Niemand weiß bisher, wer die Gerüchte in Umlauf brachte - einzelne Politiker vermuteten flugs China, Pakistan oder Burma dahinter. Aber über SMS und Twitter verbreiten sie sich seit Tagen wie ein Lauffeuer.

Die Gerüchte besagen, dass Muslime angeblich Racheakte wegen der Gräueltaten in Assam planen. Im indischen Teestaat Assam liefern sich seit Wochen das indigene Volk der Bodo und zugewanderte Muslime blutige Kämpfe, bei denen bisher 80 Menschen getötet wurden. 400.000 Menschen flohen aus ihren Dörfern. Muslime werfen den Bodos vor, regelrechte Massaker zu verüben.

Die Unruhen schüren nun auch andernorts Spannungen. In der Finanzmetropole Mumbai protestierten vergangenen Samstag 10.000 Muslime gegen die Gewalt in Assam und lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Nun soll es in mehreren Städten zu Übergriffen auf Nordostinder gekommen sein, viele hätten Droh-SMS erhalten. "Wir haben zu viel Angst, um hierzubleiben", sagt die Kunststudentin Carolyn Gonmei, die nun Pune verließ.

Vernachlässigter Nordosten

Der Nordosten ist das vernachlässigte Stiefkind Indiens und ist nur über eine schmale Landzunge mit dem Rest Indiens verbunden. Immer wieder erschüttern separatistische Aufstände die bitterarme, rückständige Region. Deshalb ziehen viele junge Leute in die boomenden Städte, um dort zu studieren oder zu arbeiten. Wegen ihres anderen Aussehens werden sie oft abschätzig als "Chinkies" tituliert.

Bei den Kämpfen in Assam geht es um Landkonflikte. Die einheimischen Bodos werfen den zugewanderten Muslimen vor, ihnen immer mehr Land wegzunehmen. Das dichtbesiedelte Indien bietet unterschiedlichsten ethnischen Gruppen und Religionsgemeinschaften eine Heimat, meist leben sie friedlich zusammen. Doch immer wieder entladen sich Spannungen auch in Gewalt. (Christine Möllhoff, DER STANDARD, 18.8.2012)

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14 Postings
Und wieder sind die ach so friedliebenden involviert......

Ich weiß, wen Sie meinen und gebe Ihnen recht.

Die Bodos? Die (Süd-)Inder? Die Polizei? Die Muslime? Die Hindus?

Die Christen? Die Engländer? Die Großgrundbesitzer? Die Kleinbauern? Die jungen Landlosen? Die Grundstücksspekulanten? Die Chinesen? Die Pakistanis? Die Politiker? Die Burmesen? Die Wanderarbeiter?

Ein einfaches Weltbild hift Ihnen vielleicht dabei Ihre kleine Welt ein bissl leichter zu verstehen, aber bei einem Konflikt wie dem in diesem hier beschriebenen kommens damit net wirklich weiter... Vermutlich weiß niemand der nur hier nur diesen Artikel liest was dort wirklich gerade abgeht, wenn nichteinmal die Leute die dort leben wirklich wissen was los ist, aber sie schaffens wunderbar aus diesem Artikel irgendetwas herauszulesen was sie in ihren persönlichen Feindbildern bestärkt. Schlau ist das nicht!

Man kann jemaden nicht vorwerfen, dass er eine Sache

so kommentiert, wie sie sich nach dem Artikel verhält. Darin ein Weltbild zu vermuten ist etwas voreilig. Es stimmt, dass sich bestimmte Religionsgemeinschaften als friedlich titulieren, während ihre Anhänger sich täglich dem Gegenteil widmen. Es geht nicht darum, ob auch Polizei (die das Gewaltmonopol hat), Christen oder sonstwer irgendwo auf dem Planeten noch in diese Kategorie fällt. Sicher ist, dass solche Auseinandersetzung eine wirtschaftiche Ursache haben und mittels Ausgrenzungsdogmen - wie sie alle abrahamistischen Religionen zur Genüge liefern - ausgetragen werden. Der Islam ist dabei an vorderster Front; In Worten und Taten. Wollen Sie das bestreiten?

In diesem Artikel steht dass mittlerweile 400000 Menschen auf der Flucht sind und eigentlich niemand weiß wieso!

Was da gerade abgeht kann sich eigentlich keiner erklären! Wer da gerade ein Interesse daran hat aus Pune oder Bangalore Studenten u Wanderarbeiter in einer konzertierten Aktion zu vertreiben kann nur gemutmasst werden. Am ehesten wohl indische Mafia=Grundstückspekulanten (1qm Grund in Delhi oder Bangalore ist z.T teurer als 1qm Grund auf Manhattan) Wenn darauf ein Slum steht kann man nicht bauen, wenn der Slum niedergebrannt ist wird gebulldozert). In Assam kämpfen offenbar Bodos mit Muslimen. Das ist so weit weg v Bangalore oder Pune dass das dort keine Racheaktionen auslösen wird, aber offenbar gerade Proteste weil sich die dortigen Muslime anscheinend gerade von der Regierung zu wenig unterstützt sehen. Absurderweise flüchten ja

gerade hunderttausende Menschen dorthin wo es Kämpfe gibt aus Regionen wo es ruhig ist!
Wenns Proteste in Mumbai v 10000 muslimischen Indern gegen die Untätigkeit der Regierung bei den Kämpfen in Assam gibt dann ist das Ausschreitungen gibt, dann heißt das was genau? Dass "die Muslime" mal wieder gewalttätig sind? Schon mal die indische Polizei (mehrheitlich Hindus) bei einer Demo erlebt?

Was ich bestreiten will? Dass dieser Konflikt einfach zu verstehen ist. Ich kapier nicht was da grad abgeht! Am ehesten Grundstücksspekulation in den reichen Städten. Geplant v jemandem mit Infrastruktur u know How. Eine Massenpanik v 400000 Leuten anzuzetteln ist sogar in Indien schwer.

Und laut dem Artikel flüchten gerade eher Menschen muslimischen Glaubens.
Ich will nicht bestreiten dass Religion sehr oft eine Ursache (oder Ausrede) für Gewalt ist. Aber ich betreite dass das alles so eindimensional u simpel ist. In Indien wallen an allen Ecken u Enden immer wieder mal Unruhen auf, ob jetzt die Hindus Christen erschlagen u Kirchen niederbrennen, oder Muslime u Hindus aufeinander einprügeln (gern zu muslimischen Festen) oder jetzt in Assam mit Bodos u den "Bodo Liberation Tigers" (BLT)... Das ist alles echt soooo komplex und wenn dann jemand wie sie oder "Derfdeswoarsein" bei so einem Konflikt daherkommen und posten: "Eh kloa, die Moslems wieder amal dabei, dann wudert mi nix!" dann ist das einfach nur dämlich!

http://forbesindia.com/article/s... ce/33562/1

http://en.wikipedia.org/wiki/Assam

Gesehen wo Assam liegt? Wissens wo Pune u Bangalore sind? Erklärens mir wieso ich aus einer Boomstadt dorthin zurück flüchten wos Unruhen u Kämpfe gibt!

Irgendwelche Bodo Liberation Tigers kämpfen in Assam mit Muslimen. Daraufhin flüchtet weil sie ein Droh SMS bekommen hat eine Kuststudentin aus Pune zurück nach Assam??? (in ein von der Regierung schlecht geschütztes Camp im Kriesengebiet?) Und sie glauben das ist die ganze Wahrheit u "die Moslems" sind sicher schuld?

http://m.aljazeera.com/se/201281... 2950685537

http://in.reuters.com/article/2... BU20120816

So schaut Multikulti aus wenn nicht mehr genug zum Fressen da ist!

So leiden Menschen und fürchten um ihr Leben weil Hetzer Leute die zuvor friedlich nebeneinander gelebt haben aus unterschiedlichsten Gründen (Bereicherung, religiöse Verblendung, politische Interessen) gegeneinander aufhetzen. Ob Norwegen,

Exyugoslawien, Deutschland oder Indien...

Bitte nicht!!

...immer diese Mit-erhobenen-Zeigefiner Satzerln und Schuldzuseisungen, damit die Stimmung erst wirklich aggressiv wird!

Hmmm,

bei uns gibt es aber 'genug zum Fressen'....

Könnte mich auch nicht erinnern, daß 100 000 Türken verjagt wurden.

Traurig, aber wahr

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