Anwalt wurde kurz nach der Entführung getötet

Michael Möseneder, 17. August 2012, 18:22

Über die beiden in dieser Woche in Moskau festgenommenen Verdächtigen wurde am Freitag die Untersuchungshaft verhängt

Wien - Auch die russische Justiz scheint überzeugt, dass die beiden am Dienstag in Moskau festgenommenen Männer die Täter sind, die den Wiener Wirtschaftsanwalt Erich Rebasso entführt und getötet haben. Obwohl von Gesetz wegen noch länger Zeit gewesen wäre, wurde am Freitag die Untersuchungshaft über die 31 beziehungsweise 35 Jahre alten Verdächtigen verhängt.

Da das Duo vorerst kein umfassendes Geständnis abgelegt hat, ist der genaue Tatablauf auch für die heimischen Ermittler noch nicht ganz klar. Die Obduktion der Leiche des 48-jährigen Juristen hat ergeben, dass er höchstwahrscheinlich erwürgt, möglicherweise auch erdrosselt worden ist. Der genaue Todeszeitpunkt lässt sich aufgrund des Zustands der Leiche wohl nicht mehr feststellen - allerdings ist für die Ermittler klar, dass er bereits kurz nach seiner Entführung am 27. Juli aus einer Tiefgarage in der Wiener Innenstadt getötet worden sein muss. Denn die beiden Hauptverdächtigen sind bereits kurz nach dem Kidnapping wieder in ihre Heimat geflogen.

Mord wohl nicht geplant

Im Vorhinein geplant dürfte ein Mord allerdings nicht gewesen sein. Schließlich verwendeten die beiden Männer zur Anmietung eines Wagens ihre echten Ausweise - was darauf schließen lässt, dass sie zunächst ihr Geld zurückwollten.

Denn die beiden verloren im Rahmen eines Anlagebetruges mehrere zehntausend Euro. Da im Rahmen dieses Betruges auch Rebassos Name auftauchte, erhielt er schon seit längerem Drohbriefe von Geschädigten. Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigte nach einer Selbstanzeige des Juristen allerdings, dass sein Name missbräuchlich verwendet wurde.

Da sich aus dem Kilometerstand des Mietwagens ergibt, dass das Duo im Großraum Wien unterwegs gewesen sein muss, sind die Kriminalisten mittlerweile auch davon überzeugt, dass sie Rebassos Haus im Tullnerfeld - nicht weit entfernt vom Fundort der Leiche in einem Wald bei Königstetten - beobachtet haben. "Wir haben aber keine Anzeichen, dass sie im Haus selbst waren", sagt Polizeisprecher Roman Hahslinger.

Sicher ist, dass es bei dem Aufeinandertreffen in der Parkgarage am Georg-Coch-Platz zu einer Auseinandersetzung gekommen sein muss, da Blutspuren des Anwalts sowohl in seinem eigenen Auto als auch dem Mietwagen entdeckt wurden. Nach dem Streit fuhr einer der Verdächtigen mit Rebassos Privatauto aus der Garage, danach folgte sein mutmaßlicher Komplize im gemieteten Fahrzeug.

Mehrere Versionen denkbar

Unklar ist, was danach passierte. Mehrere Versionen sind denkbar: etwa dass das Duo von dem Verletzten immer noch Geld erpressen wollte; er sich weiter gewehrt hat und dann erwürgt wurde; oder die Täter in Panik verfallen sind, als ihr ursprünglicher Plan nicht aufging. Rebassos Auto stellten sie jedenfalls auf einem Parkplatz in Wien-Simmering ab, ehe sie ihren angemieteten Wagen wieder retournierten.

Offen bleibt vorerst auch, wie es juristisch weitergeht. Noch ist nicht entschieden, ob überhaupt ein Auslieferungsantrag an Russland gestellt wird. Falls doch, wäre es wohl ein reiner Pro-forma-Akt. Denn Russland liefert eigene Staatsbürger nicht aus, wie es im Justizministerium gegenüber der Austria Presse Agentur hieß. Das Europäische Auslieferungsübereinkommen, das auch Russland unterzeichnet hat, sieht diese Klausel vor. (Michael Möseneder, DER STANDARD, 18./19.8.2012)

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wie potente anleger

sehen die drei verhafteten nicht aus.
waren eher nur ein überfordertes eintreiberkommando.

ich weiß nicht, ob das etwas zu sagen hat, aber in den russischen Medien-Berichten ist diese ehemalige Betrugssache immer so erwähnt, als ob er sie tatsächlich begangen hätte. Da steht kein "wurde beschuldigt", sondern immer "er hat betrogen". Entweder die wissen nicht, dass er in Österreich freigesprochen wurde oder sie nehmen diesen Freispruch nicht ernst. Und dann ist es auch kein Wunder, wenn die Russen ihn weiter verfolgt haben.

das könnte aber auch daran liegen, dass russen einem gerichtsurteil per se keinen glauben schenken...

Ich entschuldige mich für die
Doppelpostings. :O(

wenn der mnord vorher nicht geplant war, dann ist es totschlag!

Du solltest dein juristisches Wissen nicht aus schlechten Kriminalfilmen beziehen.

Man muss immer berücksichtigen

ob ein Poster aus Deutschland ist oder aus Österreich.

In Deutschland ist ja quasi der Totschlag die "Normalform" der Tötung die nur durch besondere verwerfliche Elemente zum Mord im Einzelfall wird.

Für Österreich ist die Aussage natürlich komplett unrichtig.

Es erwischt immer die kleinen Fische

da wird der Anwalt wegen vergleichbaren kleinen Summen ermordet, weil die Situation eskaliert ist.

Wenn ich mir die richtig großen Betrügereien; Lehmann, Schrottimmos, Immofinanz, Primeo, uvm. ansehe, wundert mich, dass derartige Eskalationen oder Amokläufe öfters vorkommen.

Möchte jetzt gar nicht beurteilen in welchem Ausmaß oder auch nicht er nun in dieses Pyramidenspiel involviert war.

wo rauch da feuer

Die dritte Person musste wieder freigelassen werden,wegen Mangel an Beweisen.Dürfte sich um die Person am Foto rechts handeln.Also von links nach rehts das dürften die zwei Verdächtigen sein.

http://kp.ru/daily/259... 3/2882093/

Die dritte Person musste wegen Mangel an Beweisen freigassen werden,dabei dürfte es sich um Person am Foto rechts handeln. http://kp.ru/daily/259... 3/2882093/

lasst sie in Russland verurteilt werden. Wer so vom Opfer vom Täter wird...

bekommen dafür sicher weniger als die pussys

Ziemlich erschreckend finde ich, dass am hellichten Tag

in einer öffentlichen Parkgarage ein Mann unter offensichtlicher Gewalteinwirkung (ist so ein Streit nicht lautstark? Würde er nicht um Hilfe gerufen haben?) entführt werden kann, ohne dass irgendjemand etwas bemerkt/unternimmt.

Ist diese Garage so schwach frequestiert, bzw. so abgelegen? Die Akustik in solchen Garagen ist ja üblicherweise sehr verstärkend, sodass Schreie/Hilferufe ja laut und weit tragend sein sollten?

UND NATÜRLICH...

und natürlich ein, über jahrhunderte gewachsenes system der willkür und unterdrückung, das die menschen prägt. allerdings...eine neue "klasse" gibt es heute, der mittelstand. vereinfacht, es gibt nicht mehr nur SKLASSE, BRABUS-G und 7erBMW, HUMMER etc ODER wolga, lada oder schlimmeres. es gibt jetzt auch VW und nicht nur den phaeton. seit putin werden die löhne ausbezahlt und nicht mehr schuldiggeblieben, ein relativer wohlstand hat sich breitgemacht und GEFESTIGT. jetzt wollen die menschen auch andere dinge: freiheit, mitspracherecht und sicherheit. eigentlich ist es schon mörderisch, eine strasse zu überqueren, hier offenbart sich bereits die wahrheit. wer im weg steht, wird weggeputzt. darum liebt der russe das schöne land österreich.

Lt. Medien sollen in der Garage sehr wohl Menschen gewesen sein.

Sogar der Kampf von Mag. Rebasso wurde angeblich gesehen. Vom Auge zum Hirn und dann weiter zur Hand (Handy - Polizeinotruf) ist der Weg offenbar viel zu weit!

Das ist erschütternd! Müsste man diese Leute nicht wegen unterlassener Hilfestellung belangen?

SITTENIMPORT

AM HELLICHTEN TAG hab ich in moskau dinge erlebt, vor den augen aller, also ehrlich...

ob das jetzt ein, von der polizei geschützer wagenkonvoi ist, der passanten umfährt und nicht mal stehenbleibt...
leute, die mitten auf der tverskaya (gigantische mariahilferstrasse) dermassen zusammengeschlagen werden, dass nur mehr gulasch überbleibt...
wildwestszenen in angesagter sushibar...
die obligatorischen "leichen", die auf den gehsteigen rumliegen...

jeder handarbeitsladen hat seinen eigenen security.
schwer bewaffnete polizisten beim einkaufen im dixi-markt...

andere sitten, andere härten, das überleben als täglicher kampf...komplett korruptes system...vom kindergarten bis zum abgang. wer sich nicht vordrängt oder dafür zahlt, verliert.

Der kam wohl nicht mehr zum Schreien.

Und so stark können Garagen schon wegen ihrer Flächen gar nicht frequentiert sein, dass immer jemand in Rufweite wäre.

Garagen sollte man meiden. Nicht nur am Valentinstag.

Die verhaftung von den zwei Verdächtigen.

http://www.5-tv.ru/news/5865... /?comment=

Danke,

ganz einfach Danke für die Mitteilung

Hier ein Video wie sie die Russen verhaften am Video sieht man eine dritte Person die Verhaftet wird.

http://www.5-tv.ru/news/5865... /?comment=

Wie konnte die ö. Staatsanwaltschaft eine Feststellung treffen, dass der Name missbräuchlich verwendet wurde, wenn die Betrogenen (die 2 Täter) bzw die Anschuldiger nicht einmal eingeladen oder vertreten waren?

Das ist mir ein Rätsel.

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