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Da passt etwas nicht zusammen. An den Aktienmärkten ist bereits verdächtige Ruhe eingekehrt, nur wenige Wochen, nachdem ein Ende der Eurozone nicht ausgeschlossen schien. Der Angstindex, der Volatility Index Vix, der angibt, gegen welche Schwankungen sich die Finanzmärkte absichern, ist auf den niedrigsten Stand seit dem Beginn der Finanzkrise gefallen – zumindest für die USA. Da staunt auch so mancher Fondsmanager nicht schlecht.
Sind die Investoren tatsächlich so ignorant geworden, dass sie an den Kapitalmärkten heute weniger Risiken sehen als vor der Krise? Denn auch andere Indikatoren weisen darauf hin, dass sich viele Anleger kaum mehr fürchten, etwa die Quote von Put- zu Call-Optionen. Ist sie hoch, sichern sich viele Anleger gegen fallende Kurse ab, doch das ist derzeit nicht der Fall.
Eine Erklärung für die Selbstgefälligkeit an den Finanzmärkten sind für Ökonomen die hohen Erwartungen an die Zentralbanken. Ende des Monats könnte die US-Notenbank Fed bei ihrem jährlichen Treffen in Jackson Hole weitere Unterstützungsmaßnahmen für die US-Wirtschaft ankündigen. Weitere Staatsanleihenkäufe zur Ankurbelung der Wirtschaft etwa werden diskutiert. In den ersten beiden Septemberwochen werden zudem wichtige Weichen in Europa gestellt. In der ersten Woche könnte die EZB ihre Pläne konkretisieren, italienische und spanische Staatsanleihen zu kaufen. In der zweiten Woche folgen dann Ankündigungen zur europäischen Bankenunion und das deutsche Bundesverfassungsgericht kündigt seine Entscheidung zum permanenten Rettungsschirm ESM an.
Es hängt also wieder an den Zentralbanken, die Märkte glücklich zu machen. Aus dem viel zitierten "Greenspan Put" ist der "Bernanke Put" geworden. Diese Absicherungspolizzen, die eine Lockerung der Geldpolitik versprechen, sobald wieder makroökonomische Gewitter aufziehen, haben bereits vor der Krise dazu geführt, dass Anleger zu viel Risiko eingegangen sind.
Analysten aus den Investmentbanken werden entgegenhalten, dass die Stimmung für Aktien als Anlagen anhaltend schlecht ist. Das stimmt zunächst einmal, ist aber gleichzeitig etwas kurzsichtig. Tatsächlich haben viele Anleger Aktienfonds verkauft und sind damit im historischen Vergleich "unterinvestiert". Aber vielleicht waren sie einfach in der Vergangenheit auch einfach nur überinvestiert. Darauf deutet ja der massive Anstieg an den Aktienmärkten vor 2007, der mit einem boomenden Fonds und Zertifikate-Volumen einhergegangen ist.
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