Jugendforscher: Onkel Frank kommt bei Jugend nicht gut an

Bernhard Heinzlmaier sieht Vorurteile der Jungen über heimische Politik bestätigt

Wien - Würde eine Stronach-Partei jugendliche Wähler anziehen? Wohl kaum, sagt der Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier vom Institut für Jugendkulturforschung. Viel mehr würde Frank Stronach mit seinen Anti-Euro- Forderungen diese Zielgruppe abschrecken.

Im Gespräch mit dem STANDARD argumentiert Heinzlmaier: "Jungwähler könnten mit einer Stronach-Partei nichts anfangen, da sie auf junge Leute kaum eingehen würde." Die Einzigen, die von Stronach profitieren würden, wären laut Heinzlmaier "Unternehmer, die sich eine Amerikanisierung Österreichs wünschen".

Eine grundsätzliche Politikverdrossenheit der unter 30-Jährigen kann der Jugendforscher nicht beobachten. Die Jugendwertestudie 2011 (der Standard berichtete) zeigte, dass deren Interesse an der Politik in den vergangenen Jahren sogar gestiegen ist.

Schlechtes Image

Das Vertrauen in politische Parteien ist dagegen sehr gering. Heinzlmaier: "Junge Leute wollen mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten, etwa durch direkte Demokratie. In Parteien sehen sie diese Möglichkeiten nicht."

Auch der Korruptionsskandal in Kärnten bestätigt laut Heinzlmaier die Jungen in ihrer negativen Einstellung zur Politik und bekräftigt deren These, dass Politiker ohnehin nur ihre eigenen Interessen verfolgen würden.

Und die Piraten? "Die bringen zwar Themen ein, die junge Leute interessieren", sagt Heinzlmaier und verweist auf mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten oder die Freiheit im Internet. Aber: Es komme auf die Umsetzung an. "Die Grünen sind damals auch als Partei für junge Leute angetreten. Inzwischen fühlen sich viele jugendliche Wähler auch von den Grünen im Stich gelassen." (Onur Kas, DER STANDARD, 18.8.2012)

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