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"Fordernd": EZI-Chef in Wien, Markus Schwarz.
STANDARD: Gibt es heute so etwas wie einen gemeinsamen Nenner großer Karrieren?
Markus Schwarz: Ja, sie werden allesamt von Menschen gemacht, die ein Anliegen verfolgen.
STANDARD: Da gibt es das schöne Schlagwort von "money driven", also das große Geld, das in den äußeren Erfolg einer Karriere lockt ...
Schwarz: Klar gibt es solche, die dem Geld nachlaufen. Das werden aber immer weniger, die reine Geldmaschine zu suchen, das nimmt deutlich ab. Das ist auch ein Thema der Generationen - die Jungen haben nicht mehr diese Herzeige-Statussymbole, da geht es viel mehr um Wirksamkeit. Raus aus den Silos, rein ins Anliegen.
STANDARD: Also doch ein Paradigmenwechsel?
Schwarz: Paradigmenwechsel? Nein, das wäre ja so etwas wie ein Black Swan. Ich nehme einen kontinuierlichen Wandel wahr - mehr Durchlässigkeit, mehr Offenheit, Diversität. Das zeigt sich auch an neuen Berufsbildern. Es findet eine Entwicklung in diese Richtung statt.
STANDARD: Der Feldherr kommandiert also nicht mehr vom Hügel aus?
Schwarz: Er geht öfter ins Feld.
STANDARD: Und ist ausgestattet mit mehr Integrität?
Schwarz: Die neuen, klareren Corporate-Governance-Regeln befördern das, ja.
STANDARD: Ist der Beruf des Topmanagers also fertig mit Überfrachtung von außen und Narzissmus von innen?
Schwarz: Sagen wir so: Das stößt mittlerweile an seine Grenzen. Gute Führungskräfte von heute verfügen über die Souveränität, sich herauszunehmen, Dinge mit Abstand zu betrachten und aus der Reflexion in die Gestaltung zu gehen.
STANDARD: Das verlangt sehr reife Persönlichkeiten - verlangt es Alter?
Schwarz: Nur bedingt. Es ist mehr eine Frage der verschiedenen Perspektiven, die jemand einnehmen kann. Das wiederum resultiert daraus, wie sehr jemand bereit ist, so oft wie möglich seine Komfortzone zu verlassen, aus anderen Lebensbereichen auch zu lernen.
STANDARD: Ihr Wechsel vom Gesundheitsmanagement ins Executive Search war so etwas?
Schwarz: Ich möchte beitragen, Führung auf ein neues Niveau zu heben, Diversität gesamthafter zu sehen, sichtbar machen, welche Rolle Österreich auch in der EU spielen kann.
STANDARD: Haben wir denn so viel "Exportchance" im Management?
Schwarz: Strukturbedingt sind Karrieren hier breiter und weniger hierarchisch funktional im Vergleich zu globalen Konzernen. Das kann ein großer Vorteil sein. Umgekehrt können gute Konzernmanager ihre Systemkenntnis auf kleinere Strukturen gut übertragen.
STANDARD: Executive Search ist oft mit Intransparenz und Netzwerkarbeit beschlagwortet. Was ist es?
Schwarz: Wir sind professionelle Evaluierer und Berater.
STANDARD: Auf Netzwerkbasis?
Schwarz: Das ist ein großes Missverständnis. Sie sind nicht dazu da, einander hochzuziehen, sondern sind Grundlage für Vertrauen.
STANDARD: Verkürzen aber Wege?
Schwarz: Erhöhen die Effizienz.
STANDARD: Frauenquoten?
Schwarz: Dagegen - kein wertschätzendes Instrument.
STANDARD: Wie sind Sie?
Schwarz: Fordernd, ich gebe mich nicht mit Zurücklehnen im Status quo zufrieden. Ständiges Arbeiten an der Persönlichkeit ist mir wichtig. Stundenzählen finde ich nicht angemessen, man muss sich leidenschaftlich identifizieren. (Karin Bauer, STANDARD, 18./19.8.2012)
MARKUS SCHWARZ (44) leitet das Wiener Büro von Egon Zehnder International, hat einen PhD in Immunologie, einen MBA der IESE (Barcelona), kommt aus dem Gesundheitsmanagement, war wesentlich am Aufbau der Paracelsus-Privat-Uni beteiligt und ist dort auch Stiftungsvorstand.
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Ganz klar ist mir diese Wertesystem nicht. Wenn man den Bestand an Überlegungen darüber hernimmt, wie zu leben es sich lohnt oder lohnen könnte, dann kommen mir diese sog. Topkarrieren allesamt sehr gescheitert vor und ein solches Lebensprojekt eher als Kunst des Nichtlebens, des Nichtdenkens. Wie soll man sagen, es scheint ein großes Spektakel zu sein, hinter dem die gähnende Leere herauslugt. Es scheint ein Problem zu sein, wenn zu viele einem solchen Leben verfallen.
geht's der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut
Leistung wir belohnt
wer viel leistet, kann alles schaffen
bei einem Promill Vermögenssteuern gehen alle Reichen mit ihrem Geld weg
UND WIEVIELE SOLCHER LÜGEN DÜRFEN WIR UNS NOCH BIETEN LASSEN???
Klar, es ist purer Altruismus, gepaart mit absolutem Commitment zu Firma und der deren Mitarbeitern und dem Produkt. Die störend hohen Einkünfte werden sozusagen zähneknirschend akzeptiert. Was für ein wunderbarer 'kontinuierlicher Wandel mit mehr Durchlässigkeit, mehr Offenheit, Diversität'...
...
- Hominibus bonae voluntatis
- Honeste vivere, neminem laedere, suum cuique tribuere (Ulpian)
Aufgrund der in den Medien kolportierten Praktiken diverser „Unternehmenslenker“, bedarf es selbstverständlich auch in der Branche der Head Hunter und des Executive Search eines Umdenkprozesses. Ich hatte die Gelegenheit mit einer befreundeten Führungskraft (WU Absolvent, MBA, 1.ME) zu sprechen und musste einigermaßen irritiert feststellen, dass – abseits von Fragen der Moral und Ethik – Absolventen der Wirtschaftsuniversität, so wurde mir dies vom Betroffenen auch bestätigt – die wichtigsten wirtschaftsstrafrechtlichen Tatbestände NICHT überblicken, geschweige denn die neuere Judikatur dazu kennen...
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