Topkarrieren: Die reine Geldmaschine ist immer seltener Treiber

Karin Bauer, 17. August 2012, 17:13
  • "Fordernd": EZI-Chef in Wien, Markus Schwarz.
    foto: standard/andy urban

    "Fordernd": EZI-Chef in Wien, Markus Schwarz.

"Raus aus den Silos, rein ins Anliegen" , sagt Markus Schwarz, Chef des weltgrößten Führungskräfteberaters Egon Zehnder in Wien

STANDARD: Gibt es heute so etwas wie einen gemeinsamen Nenner großer Karrieren?

Markus Schwarz: Ja, sie werden allesamt von Menschen gemacht, die ein Anliegen verfolgen.

STANDARD: Da gibt es das schöne Schlagwort von "money driven", also das große Geld, das in den äußeren Erfolg einer Karriere lockt ...

Schwarz: Klar gibt es solche, die dem Geld nachlaufen. Das werden aber immer weniger, die reine Geldmaschine zu suchen, das nimmt deutlich ab. Das ist auch ein Thema der Generationen - die Jungen haben nicht mehr diese Herzeige-Statussymbole, da geht es viel mehr um Wirksamkeit. Raus aus den Silos, rein ins Anliegen.

STANDARD: Also doch ein Paradigmenwechsel?

Schwarz: Paradigmenwechsel? Nein, das wäre ja so etwas wie ein Black Swan. Ich nehme einen kontinuierlichen Wandel wahr - mehr Durchlässigkeit, mehr Offenheit, Diversität. Das zeigt sich auch an neuen Berufsbildern. Es findet eine Entwicklung in diese Richtung statt.

STANDARD: Der Feldherr kommandiert also nicht mehr vom Hügel aus?

Schwarz: Er geht öfter ins Feld.

STANDARD: Und ist ausgestattet mit mehr Integrität?

Schwarz: Die neuen, klareren Corporate-Governance-Regeln befördern das, ja.

STANDARD: Ist der Beruf des Topmanagers also fertig mit Überfrachtung von außen und Narzissmus von innen?

Schwarz: Sagen wir so: Das stößt mittlerweile an seine Grenzen. Gute Führungskräfte von heute verfügen über die Souveränität, sich herauszunehmen, Dinge mit Abstand zu betrachten und aus der Reflexion in die Gestaltung zu gehen.

STANDARD: Das verlangt sehr reife Persönlichkeiten - verlangt es Alter?

Schwarz: Nur bedingt. Es ist mehr eine Frage der verschiedenen Perspektiven, die jemand einnehmen kann. Das wiederum resultiert daraus, wie sehr jemand bereit ist, so oft wie möglich seine Komfortzone zu verlassen, aus anderen Lebensbereichen auch zu lernen.

STANDARD: Ihr Wechsel vom Gesundheitsmanagement ins Executive Search war so etwas?

Schwarz: Ich möchte beitragen, Führung auf ein neues Niveau zu heben, Diversität gesamthafter zu sehen, sichtbar machen, welche Rolle Österreich auch in der EU spielen kann.

STANDARD: Haben wir denn so viel "Exportchance" im Management?

Schwarz: Strukturbedingt sind Karrieren hier breiter und weniger hierarchisch funktional im Vergleich zu globalen Konzernen. Das kann ein großer Vorteil sein. Umgekehrt können gute Konzernmanager ihre Systemkenntnis auf kleinere Strukturen gut übertragen.

STANDARD: Executive Search ist oft mit Intransparenz und Netzwerkarbeit beschlagwortet. Was ist es?

Schwarz: Wir sind professionelle Evaluierer und Berater.

STANDARD: Auf Netzwerkbasis?

Schwarz: Das ist ein großes Missverständnis. Sie sind nicht dazu da, einander hochzuziehen, sondern sind Grundlage für Vertrauen.

STANDARD: Verkürzen aber Wege?

Schwarz: Erhöhen die Effizienz.

STANDARD: Frauenquoten?

Schwarz: Dagegen - kein wertschätzendes Instrument.

STANDARD: Wie sind Sie?

Schwarz: Fordernd, ich gebe mich nicht mit Zurücklehnen im Status quo zufrieden. Ständiges Arbeiten an der Persönlichkeit ist mir wichtig. Stundenzählen finde ich nicht angemessen, man muss sich leidenschaftlich identifizieren. (Karin Bauer, STANDARD, 18./19.8.2012)

MARKUS SCHWARZ (44) leitet das Wiener Büro von Egon Zehnder International, hat einen PhD in Immunologie, einen MBA der IESE (Barcelona), kommt aus dem Gesundheitsmanagement, war wesentlich am Aufbau der Paracelsus-Privat-Uni beteiligt und ist dort auch Stiftungsvorstand.

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19 Postings
Topkarrieren?

Ganz klar ist mir diese Wertesystem nicht. Wenn man den Bestand an Überlegungen darüber hernimmt, wie zu leben es sich lohnt oder lohnen könnte, dann kommen mir diese sog. Topkarrieren allesamt sehr gescheitert vor und ein solches Lebensprojekt eher als Kunst des Nichtlebens, des Nichtdenkens. Wie soll man sagen, es scheint ein großes Spektakel zu sein, hinter dem die gähnende Leere herauslugt. Es scheint ein Problem zu sein, wenn zu viele einem solchen Leben verfallen.

Na klar doch UND

geht's der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut

Leistung wir belohnt

wer viel leistet, kann alles schaffen

bei einem Promill Vermögenssteuern gehen alle Reichen mit ihrem Geld weg

UND WIEVIELE SOLCHER LÜGEN DÜRFEN WIR UNS NOCH BIETEN LASSEN???

Die reine Geldmaschine ist immer seltener Treiber

Klar, es ist purer Altruismus, gepaart mit absolutem Commitment zu Firma und der deren Mitarbeitern und dem Produkt. Die störend hohen Einkünfte werden sozusagen zähneknirschend akzeptiert. Was für ein wunderbarer 'kontinuierlicher Wandel mit mehr Durchlässigkeit, mehr Offenheit, Diversität'...

Beim lesen des Interviews

hätte ich locker zwei Partien Bullshit-Bingo gewonnen...

Schau, schau,

ein gescheiterter Immunologe ....

Is schon recht

würd man in Oberösterreich zu dem Text sagen.

peinliches und schwachsinniges blabla

in möglichst viele wortfloskeln gehüllt oder in seiner sprache: keine operationale kommunikation, fehlende zielorientierung des feldherrn und keine funktion im system

Rosstäuscherei im Endstadium.

die sind das wirkliche problem unserer wirtschaft schwätzer ohne sinn und verstand die uns entgültig an die wand fahren

der könnte kanzler werden

Welche Leute wir an der Spitze wirklich brauchen

...
- Hominibus bonae voluntatis
- Honeste vivere, neminem laedere, suum cuique tribuere (Ulpian)

Aufgrund der in den Medien kolportierten Praktiken diverser „Unternehmenslenker“, bedarf es selbstverständlich auch in der Branche der Head Hunter und des Executive Search eines Umdenkprozesses. Ich hatte die Gelegenheit mit einer befreundeten Führungskraft (WU Absolvent, MBA, 1.ME) zu sprechen und musste einigermaßen irritiert feststellen, dass – abseits von Fragen der Moral und Ethik – Absolventen der Wirtschaftsuniversität, so wurde mir dies vom Betroffenen auch bestätigt – die wichtigsten wirtschaftsstrafrechtlichen Tatbestände NICHT überblicken, geschweige denn die neuere Judikatur dazu kennen...
Bitte Executive Searcher umdenken!

ein guter mann

der kennt sich offensichtlich aus

War das

ironisch gemeint?

Viele dieser Topmanager zeichnen sich gerade

durch ihre Non-Identity aus.

Der einzige gemeinsame Nenner ist Geld und ihre einzige Kompentenz sind Zahlenakrobatik.

Excelsheets, i call them.

Excelsheets, i call them.

Excelshits, i call them.

Ein Wirtschaftssystem, in dem solche Leute sehr gut leben können, ist krank

keine schweinerei die man dort nicht lernen kann

da werden die großen wirtschaftsverbrecher in die richtigen positionen gebracht

bissi einseitig ihre perspektive

nicht alle arbeiter sind faule hunde und nicht alle führungskräfte sind verbrecher.

gute führungskräfte sind nicht nur für das unternehmen sondern genauso für die mitarbeiter wichtig

das ist eine ausbildungsstädte für narzissten und psychophaten die fühlen sich dort besonders wohl

jetzt würde mich interessieren, woher sie ihre informationen haben

übrigens: narzist und psychopath ist redundant

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