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Der Goldpreis genießt den Ruf, ein Fieberthermometer des Geldes zu sein. Je mehr die Währung an Kaufkraft verliert, desto teurer wird das Edelmetall. Dieses Muster wird durch die Krise in den letzten Jahren teilweise außer Kraft gesetzt. In der Regel gilt es aber heute noch.
Wir haben 2012, ein veritables Krisenjahr für die Eurozone. Ein Jahr, das den Goldpreis weiter nach oben treibt. Das verspätete Inkrafttreten des Eurorettungsschirms ESM, das drohende spanische Banken-Hilfsgesuch oder Griechenlands chronische Geldnöte haben ihren Teil dazu beigetragen, den Preis der Krisenwährung Gold in Euro um über acht Prozent steigen zu lassen. Entgegen der Regel half auch die abnehmende Teuerung nichts. Dass die Inflation in der EU unter drei Prozent gefallen ist, konnte dem Wert des Edelmetalls nichts anhaben. Zumindest in Euro, denn in Dollar ist der Goldpreis praktisch der gleiche wie zu Beginn des Jahres.
Anders 2011. Letztes Jahr gesellte sich in Europa zur politischen Dauerkrise auch noch die Inflation. Mit ein Grund, warum der Goldpreis noch stärker stieg als in den ersten acht Monaten dieses Jahres. Kostete eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) im Jänner noch 1.050 Euro, kam sie im Dezember auf 1.200 Euro. Ein Preisanstieg von über 14 Prozent. In Dollar waren es "nur" knapp elf Prozent.
2012 geht die Teuerung in der EU und in den USA zurück. Vor allem in den Vereinigten Staaten kratzt sie an der zwei Prozent Marke. Daraus den Schluss zu ziehen, dass der Goldpreis sinkt, könnte aber falsch sein. Zumindest langfristig. Denn: Das Edelmetall beschreitet in den letzten zehn Jahren in der Regel einen Weg – den nach oben. 2002 bekamen die Anleger eine Feinunze Gold noch für 280 Dollar oder 310 Euro, heute müssen sie dafür 1.600 Dollar oder 1.300 Euro hinlegen. Ist man in der glücklichen Lage, Gold so lange zu halten, bekommt man heute knapp fünf Mal so viele Dollars und über drei Mal mehr Euro dafür.
Der Vermögensverwalter und Rohstoffexperte Uwe Bergold hat in einem Interview mit derStandard.at für 2012 bereits einen Goldpreis von 3.000 Dollar vorausgesehen. Das dürfte sich nicht ausgehen, ist in den nächsten Jahren aber im Rahmen der Möglichkeiten. Die Hauptargumente dafür: Ein etwaiges massives Eingreifen der Zentralbanken, um ganze Länder zu stützen, birgt Inflationsgefahren und erhöht den Goldpreis. Zweitens ist nur ein kleiner Teil des weltweiten Finanzvermögens golden. Über 2.400 Milliarden Euro, immerhin mehr als das Bruttoinlandsprodukt Frankreichs, sind in Gold angelegt. Über 186.000 Milliarden Euro schwirren an Finanzvermögen herum. Nur 1,3 Prozent davon entfallen also auf Gold. Der Anteil war schon weit höher, aber auch niedriger. Im Zuge der zweiten Ölkrise 1979/1980 waren es fast drei Prozent, am Höhepunkt des Aktienbooms 2001 nur 0,2 Prozent, schätzen die Investmentanalysten von Casey Research und die Rohstoff-Verkaufsberater der CPM Group.
In Krisenzeiten ist Edelmetall gefragt. Dabei folgt der Goldkauf privater Anleger widersprüchlichen Mustern. So würde man denken, dass gegenwärtig vor allem Menschen in Eurokrisenländern wie Griechenland, Italien oder Spanien Gold kaufen. Nein, es sind die Deutschen! Von Kiel bis Garmisch-Partenkirchen legte man sich allein in den letzten drei Monaten 34,2 Tonnen in die Tresore. In Frankreich und Italien ist die Nachfrage sogar zurückgegangen. Im "übrigen Europa", einer Rubrik, in der sich auch Österreich befindet, wurden im zweiten Quartal 25,5 Tonnen gekauft, berichtet der World Gold Council.
Die fleißigen Goldkäufer sind es auch, die die Nachfrage nach dem Edelmetall wieder etwas in Richtung Westen verschieben. Aktuell landet nur ein Drittel der Goldverkäufe in Nordamerika und Europa. Knapp 60 Prozent werden in Indien und Ostasien abgesetzt, wo das Edelmetall vorwiegend in der Schmuckherstellung verwendet wird.
Eine Schattenwährung wird aber immer eine Schattenwährung bleiben. Für die Politiker ein Ansporn, mit ihren Weichenstellungen den Euro wieder fit zu machen. (Hermann Sussitz, derStandard.at, 20.8.2012)
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die leut sitzen auf ihrem geld und es ist bekanntlich ja so, dass wenn der rubel nicht rollt, auch nix aufwärts geht aus heutiger sicht. alle sind vorsichtig.
Bzgl. Geldmenge: ja, es gibt mehr geld, welches wiederum aber nicht "rollt" (andernfalls hätten wir ne hohe inflation). das bestätigt, was ich oben erwähnt habe. der umkehrschluss ist, dass die geldmengenerhöhung (eben über den anleihenkauf) die situation etwas entspannen soll; ohne dem würds heut schlimmer aussehen.
bzgl. bargeldreserven abziehen: jo kann sein, trägt auch nichts dazu bei, dass investiert wird.
Lustigerweise, wenn der Goldpreis zulegt, heißt es nur, dass die Leut an Gold glauben ;-) mehr nicht. wenns richtig kriseln sollte, würde ich in medikamente investieren
Das zeigt, die relative Stärke des Euros in diesem Zeitraum.
Also warum jammern eigentlich alle. Es droht eher eine Deflation = Aufwertung des Euros.
Das wird die Schuldner in EU nicht freuen, aber die sollen ruhig ihre Misere selbst ausbaden! Die Südstaaten haben dazu auch gute Möglichkeiten (Mittelmeerstrände!).
Haben sie doch auch eine Zeit lang ganz gut auf Kosten der Sparer gelebt, oder?
Ich hoffe die Merkel kann sich durchsetzen.
Vergleicht man die beiden Kurven im Verlauf der letzten 12 Monate, so hat der Goldpreis in Euro mehr zugelegt durch den Wertverlust des Euros.
Ausgehend von Mai 2012 nimmt sich der Goldpreis in EUR oder Dollar kaum was, er steigt hier und dort.
Eine Deflation droht nicht, die deflationäre Phase war m.E. schon die letzten Jahre da und ich denke, dass diese Phase nun dem Ende zugeht. Wissen kann man das nie, aber bezugnehmend auf die Überschuldung müsste jetzt wohl eher eine (stark?) inflationäre Phase folgen - davon sollte auch Gold profitieren, und obwohl Gold dzt. schon nicht günstig ist, ist noch Luft nach oben.
Sollte tatsächlich eine gewaschene Deflation anstehen, stehen die Schuldner wirklich blöd da. Ich wollte dann nicht tauschen.
die Medien schüren einfach eine extreme Angst und manche Menschen sind drauf anfällig - die Politiker verhalten sich leider unfähig. Man sieht es ja bei den Immobilien, die Leute kaufen Häuser, die früher nicht einmal als Hundehütte durchgegangen wären, die liegen in roten Zonen - und zu Preisen wo man sich auf den Kopf greift. Das ganze wird dann zu 50-70% mit Kredit finanziert. Weil es könnt ja der Euro "umfallen". Verliert einer seine Arbeit, bzw. ist mehr zu renovieren als geglaubt bricht das Finanzkonzept zusammen. Wie in den 80ern muß man momentan nur warten, bald wirds haufenweise Notverkäufe geben.
die er nicht selbst benützt mit einem Kredit finanziert, dem ist ohnehin nicht zu helfen.
Aber ich denke, die Roten werden sich da schon wieder Rettungsmaßnahmen einfallen lassen, wenn es so weit ist, die "armen" Immo-Besitzer zu retten.
Politiker haben diese Misere verursacht. Der ehrliche (sparsame) Anteil im Volk wird es ausbaden müssen. Aber "zum Glück" gibt es da immer weniger, weil die Menschen lernen schnell.
Zustimmung zu:
"Wer eine Immobilie,die er nicht selbst benützt mit einem Kredit finanziert, dem ist ohnehin nicht zu helfen. "
Anm.: Die vielen Wohnbaugenossenschaften - die in Wirkleichkeit Vorfeldorganisationen von VP+SP sind, beeinflussen den Wohnbau massiv. Privates Investment in diesen Bereich verbietet sind daher.
@José Atento: Die Problematik ist ja, dass es auch die Leute sind die die Häuser selbst benützen und diese extrem überteuert kaufen und das ganze mittels Kredit finanziert wird. Bei uns in der Nachbarschaft hat sich ein Ehepaar mit 2 Kindern (Einkommen des Mannes 1.100 netto) ein Grundstück und ein Fertigteilhaus aufstellen lassen mit kaum Eigenkapital. Euro Kredit war vor 3 Jahren unfinanzierbar, dafür haben sie einen Fremdwährungskredit genommen. Wie es ausgegangen ist, muß man wohl eh nicht schreiben als die Zinsen steigen - das Haus können sie heute nur noch von außen anschauen und ohne Mietzinsbeihile für die neue Wohnung müßten sie unter der Brücke schlafen.
JA, ich kennen auch solche Fälle.
Es ist schon unglaublich mit welchem Unvermögen Menschen solche Verpflichtungen eingehen, die sie NIEMALS einhalten werden können.
Aber das ist in unserer Zeit, in der Anstand und Moral nicht mehr viel gilt, Standard geworden.
Traurig dabei ist, dass die Kleinen für ihre Dummheit ihren Kopf hinhalten müssen, während die Großen von Poliitkern gerettet werden.
Ich denke der Teifpunkt dieser gesellschaftlichen Fehlentwicklungen ist noch länger nicht erreicht.
... deshalb bin ich der Meinung, dass das keine Wirtschafts/Währungskrise ist sondern eine Identitätskrise. Was nützt es zu den nationalen Währungen zurückzugehen - damit ist nichts gelöst. Beispielsweise gehört ein sofortiges Spekulationsverbot auf volkswirtschaflich wichtige Güter wie Lebensmittel/Energie. Das wird wohl kaum der österr. Bundeskanzler lösen können - das geht nur im großen. Es bräuchte allerdings Politiker die "Auftreten haben". Kreisky kann man viel nachsagen, aber er strahlte Autorität und man hat zumindest hingehört wenn er sprach. Ein Faymann/Spindelegger/Strache werden sicher nicht die Probleme unserer Zeit lösen - die Welt ist größer geworden und hört nicht an den österr. Staatsgrenzen auf.
die lage ist ernst und die schuldenberge sind nur mehr durch währungsreformen mit schuldenschnitt - d.h. enteigung der sparer - wegzubekommen.
daß immobilien sehr mit vorsicht, da staatsbekannt und leicht besteuerbar sind, zu genießen sind, ist ein anderes kapitel. aber wer nichts unternimmt, ist sein geld - so er welches erspart hat - bald los.
Kann ihnen nur zustimmen, ein Investment in Immobilien verbietet sich.
Die Neiddebatte die jetzt schon lange geführt wird, wird dafür sorgen, dass dann - wenn SP+Grüne die nächste Regierung bilden, alle die ein Haus oder eine 150m2-Wohnung besitzen als REICH bezeichnet werden - und "Reichensteuer" zahlen müssen.
Anfang der 80er Jahren war bei uns ein Bauboom der seinesgleichen gesucht hat. Mitte/Ende der 80er Jahre sind dann Häuser wie Sand am Meer verkauft worden. Teilweise standen die Rohbauten noch 10 Jahre - verkauft wurde dann man extremen Verlust. Viel anders wirds heute auch nicht sein, wenn man sich die Preise anschaut. Hab einen befreundeten Makler, der erzählt dass die Leute bis vor kurzem fast jeden Preis bezahlt haben. Allerdings ist seit Anfang des Sommers ein Abwärtstrend zu beobachten (zumindest bei uns in der Gegend wie er erzählt hat).
dass Immobilien billiger werden. Doch man muss hier sehr viel Geduld aufbringen und darf jedenfalls das Kapital nicht in Euro-Cash halten!
Gegenüber Gold fallen ja die Immopreise seit vielen Jahren. D.h. real betrachtet sind auch Immos in einer Baisse. Aber sie könnten noch viel weiter fallen.
Ein schönes Haus für 30 Oz. Gold, darauf spare ich ;-)
Vor etwas mehr als 10 Jahren musst man für ein brauchbares Häuschen noch ca. 800 Unzen Gold hinlegen, heute sind es noch immerhin 300 Unzen.
Also es wird wohl noch etwas mehr (viel) Wasser die Donau hinunterrinnen, bis die 30 (50) Unzen ausreichen werden ? Man benötigt unendliche Geduld! Aber wenn man die aufbringt, kann man sehr dafür "belohnt" werden.
...Irgendwann muss mensch wieder zu "realer" Währung zurückkehren ...also Gold in Dollar tauschen ? Gold in Renminbi ? Den grossen Crash abwarten und dann die neue Geldeinheit wechseln ?
Oder glauben die Leute sie können in schlechten Zeiten ihre Dukaten beim Hofer eintauschen ?
Der derzeitige Preis ist hochspekulativ und es ist abzusehen dass die Blase platzen wird...
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