ÖFB schloss Scharner für immer vom Team aus

  • Kein Weg zurück für Paul Scharner.
    foto: apa/neubauer

    Kein Weg zurück für Paul Scharner.

  • Paul Scharner 2.0 spricht durch Alexander Sedivy zum Volk.

Einstimmiger Beschluss des ÖFB-Präsidiums - Rückendeckung für Teamchef Koller

Wien  - Paul Scharner wird nie wieder für das österreichische Fußball-Nationalteam spielen. Das Präsidium des ÖFB hat in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig beschlossen, dass der 32-jährige Niederösterreicher "unabhängig von der Person des Teamchefs, künftig in keine österreichische Nationalmannschaft mehr einberufen wird", gab der ÖFB am Freitag per Aussendung bekannt.

Schlüsselrolle gefordert

Der Schritt des Verbandes kommt nicht überraschend. Scharner hatte am Mittwoch wenige Stunden vor dem Länderspiel gegen die Türkei das Teamcamp verlassen. Der Verteidiger hatte nach Angaben des ÖFB für das Türkei-Spiel und die im September beginnende WM-Qualifikation eine Schlüsselrolle gefordert, die ihm Teamchef Marcel Koller nicht zugestehen wollte. Koller kündigte schon am Abend des Spiels Konsequenzen an. "Ich kann es nicht akzeptieren, wenn einer einen Stammplatz fordert. Unter mir wird er sicher nicht mehr spielen", sagte er.

Koller erhält Rückendeckung

Der Teamchef erhielt für seine Vorgehensweise in der Donnerstag-Sitzung die volle Rückendeckung. "Das ÖFB-Präsidium hat (...) einstimmig zugesichert, Marcel Koller in seiner Entscheidung hinsichtlich der Causa Scharner vollinhaltlich zu unterstützen", hieß es in der Aussendung.

Kein Stress in Hamburg

In Hamburg wird der österreichische Trubel um Scharner mit hanseatischer Gelassenheit registriert. Scharner hat erst am vergangenen Freitag einen Zweijahresvertrag beim HSV unterschrieben. "Er wird hier gut aufgenommen und war sich der Konsequenz bewusst", sagte HSV-Trainer Thorsten Fink. "Paul ist mental ein starker Spieler, so kann er sich besser auf uns konzentrieren", betonte Fink, der keine Angst hat, dass der neue Innenverteidiger auch in Hamburg für Ärger sorgt.

"Ich brauche keine Angst zu haben, dass er hier genauso reagiert. Paul kennt seine Situation. Ich habe mit ihm geredet. Wenn man alles weiß, ist es einfacher", sagte Fink dem Sport-Nachrichtensender Sky: "Man darf die Spieler eben nicht anlügen - das halte ich für wichtig." Einen Freifahrtsschein erhielt er jedoch nicht. "Er trainiert jetzt erst zwei Wochen mit der Mannschaft und muss auf seine Chance warten", sagte Fink. (APA7red; 17.8.2012)

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