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Berlin - Verlegerin Friede Springer hat sich zu ihrem 70. Geburtstag großzügig gezeigt. Wie der Medienkonzern Axel Springer am Freitag mitteilte, schenkt die Witwe des Verlagsgründers Axel Springer dem Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner Springer-Aktien im Wert von fast 73 Millionen Euro - ein Anteil am Grundkapital von zwei Prozent. Die Mehrheit am Unternehmen verliert Friede Springer durch diesen Schritt nicht.
Offiziell wollte sich der "Bild"- und "Welt"-Verlag nicht zu der Schenkung äußern, da sie einen "privaten Hintergrund" habe. Einem Insider zufolge will Friede Springer mit diesem Schritt Döpfner, der seit zehn Jahren den Verlag leitet, noch enger ans Unternehmen binden und für Kontinuität sorgen. Döpfner selbst verfügt nun über ein Aktienpaket von 3,26 Prozent.
70. Geburtstag
Friede Springer feierte am Mittwoch mit rund 200 Gästen - darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel - ihren 70. Geburtstag. Einen Tag zuvor hatte sie die Aktien-Schenkung an Döpfner, die erst am Freitag durch die Pflichtmitteilung öffentlich wurde, auf den Weg gebracht. Der Schlusskurs der Springer-Aktie lag am Dienstag bei 36,825 Euro. Damit entsprach das Präsent einem Wert von exakt 72,869 Mio. Euro. Döpfner überreichte Friede Springer zum Geburtstag einen Gutschein für einen Tango-Kurs.
Friede Springer hielt vor der Schenkung sieben Prozent direkt am Springer-Verlag, indirekt kamen weitere 46,39 Prozent hinzu. Diese liegen bei der Axel Springer Gesellschaft für Publizistik, die insgesamt mit 51,5 Prozent an dem Medienkonzern besitzt. An der Gesellschaft ist die Springer-Witwe mit 90 Prozent beteiligt. Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin erfolgte die Schenkung aus der direkten Beteiligung, die damit auf fünf Prozent sinkt. Damit kommt die 70-Jährige nun auf einen Mehrheitsanteil von 51,39 Prozent an dem 1946 von ihrem Mann gegründeten Verlag.
Das im MDax notierte Unternehmen ist bekannt für attraktive Vergütungsmodelle für seine mehr als 12.000 Mitarbeiter. Der 49-jährige Döpfner gilt als einer der bestbezahlten Manager in Deutschland. Unter ihm durchlief der Verlag im Internet-Zeitalter eine umfassende Transformation. Springer konzentriert sich immer stärker auf das digitale Geschäft, das zuletzt bereits mehr als ein Drittel zum Gewinn beitrug. (Reuters)
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