Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Ikea-Service Warenverfügbarkeit: "Der Artikel ist wahrscheinlich wieder erhältlich am ...", heißt es von Tag zu Tag.

Kein Grund für uns, auf Verdacht eine Fahrt nach Vösendorf zu unternehmen. Der Gedanke, vielleicht doch mit der Sitzgarnitur der Erbtante vorlieb nehmen zu müssen, macht sich breit.
Es ist Ende Juli. Wir brauchen einen neuen Couchtisch und entdecken ihn im Ikea-Katalog. "Stockholm" heißt er und ist in goldbraunem Eichenfurnier gehalten.
Also fahren wir nach Vösendorf und besichtigen den "Stockholm" vor Ort. Die Mitarbeiterin am Informationsschalter prüft die Verfügbarkeit, druckt ein Infoblatt aus und erklärt uns, in welchem Regal in der Selbstbedienungshalle wir den Tisch abholen können. Unten gähnende Leere im Regalfach. Wir reihen uns in eine lange Schlange am Infostand ein. Nach 15 Minuten informiert ein Ikea-Mitarbeiter: "Ich muss dich leider enttäuschen, der Tisch ist derzeit nicht verfügbar. Die gute Nachricht: Du bekommst ihn wahrscheinlich Ende kommender Woche."
Wahrscheinlich - ein unheilschwangeres Wort. "Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit?", lautet unsere Frage. "Kann ich leider nicht sagen", muss uns der Mitarbeiter enttäuschen. Ob man den Tisch reservieren könne? "Leider nein, das ist bei uns nicht möglich", informiert er, denn "unser Contact Center kann leider keine Artikel aus den Einrichtungshäusern für dich reservieren", so lauten die Ikea-Statuten. Akzeptiert, aber ob wir dann den Tisch jetzt gleich kaufen und ihn nächste Woche abholen können? "Das ist leider auch nicht möglich", meint der Mitarbeiter und verweist auf das Service der Warenverfügbarkeit auf der Ikea-Webseite.
In der ersten Augustwoche erfahren wir online: "Stockholm" ist "nicht verfügbar bei IKEA Wien-Vösendorf". In der zweiten und dritten Augustwoche ist täglich ein Exemplar "wahrscheinlich verfügbar". Weshalb wir an einem Abend kurz vor Kassenschluss telefonisch bei Ikea anfragen, ob wir am nächsten Morgen den Tisch erwerben könnten. Man verweist auf die Verfügbarkeitsabfrage auf der Webseite. Über den Ikea-Onlineshop ist das Objekt der Begierde übrigens gar nicht zu bekommen.
"Das Diagramm zeigt die voraussichtliche Warenverfügbarkeit der gesuchten Produkte an. Die Balken zeigen Hochrechnungen basierend auf den Verkaufszahlen in deinem Ikea-Einrichtungshaus an. Der Bestand datiert sich alle 30 Minuten auf", heißt es auf der Webseite." Kein Grund für uns, auf Verdacht eine neuerliche Fahrt nach Vösendorf zu unternehmen. Kein "Stockholm" zur Sitzgarnitur. Vielleicht gibt es den "Stockholm" in Wirklichkeit gar nicht?
Dann, eines Tages Ende August, sollen bei Ikea Nord ganze vier Stück lagernd sein. Und, noch besser: Das riskante "wahrscheinlich" auf der Warenverfügbarkeitsseite ist einem beruhigenden "voraussichtlich" gewichen. Eine halbe Stunde später ist auch schon ein Exemplar verkauft. Also kurz entschlossen mitten am Tag freigenommen, ins Auto gesetzt, zu Ikea Nord gefahren und einen der drei letzten Tische erworben. Anders wäre es auch nicht möglich gewesen. Die große Freude am Neuerwerb kann durchaus auf den menschheitsgeschichtlich dokumentierten Jagdinstinkt zurückzuführen sein. Letzten Endes gilt jedoch: viel Zeit, viel Energie und viele Zeilen für ein Stück furniertes schwedisches Design. (red, derStandard.at, 5.9.2012)
Eine überschwängliche Entschuldigung samt Gratisdessert lässt den Gram, dass nur ein Hauptgericht serviert wurde, verschwinden
Welche Botschaft will ein Möbelhaus vermitteln, das im Service- & Wartebereich einen Securitymann mit Hund ohne Beißkorb aufmarschieren lässt?
Die Ankündigungen für Valentinstag-Geschenke, die uns in der Lifestyle-Redaktion erreichen, erweisen sich oft als unfreiwillig komisch
Ein traditionsreiches Naschmarktlokal kassierte von einem Achtjährigen zwei Euro für einmal Klogehen
Was hat ein Burger mit Benzin zu tun? Geht es etwa um Futter im doppelten Sinn? Zu fast jedem McMenü gibt es jetzt einen Gutschein für einen Liter OMV-Kraftstoff
Warum ist es Modefirmen von billig bis teuer heutzutage nicht möglich, einen Knopf an einem Kleidungsstück so anzunähen, dass er auch hält?
Im Hochzeitsmonat Mai setzt eine Wiener Coiffeuse auf Scheidungsfrisuren: "Endlich können sich Frauen auf ihrem Kopf so ausleben, wie sie es immer schon wollten"
"Bitte einen Tee mit Milch", serviert wird Earl Grey - Es handelt sich um Schwarztee, aber um aromatisierten - Ein kleiner, aber gravierender Unterschied
Die "Woman"-Fashion-Redaktion traut Frauen in Bezug auf ihren Kleiderschrank nicht recht viel eigenständiges Denken zu
Ohne Reservierung ins Flatschers, selber schuld - Es ist gesteckt voll, und dennoch bekommen wir einen Sitzplatz nach dem anderen
schauen Sie doch mal auf willhaben nach!
Was uns heute als "Designermöbel" verkauft wird, ist der selbe Schrott wie bei allen Möbelhäusern, nur eben teurer und gestylter.
Individualisten und Kenner setzen auf Stile, die wahrhaft klassisch sind, aber eben nicht trendy. Denn Trends vergehen schnell, aber auf Klassiker kommt man immer wieder zurück!
Also hinein ins Auto und ab nach Vösendorf.
Gattin schon schwer nervös, da auf IKEA-Entzug.
Wir kurven rum, finden einen Parkplatz und los geht's. Rein ins Vergnügen, neue Designs erkennen und freudlos erkennen, dass da eigentlich nichts wirklich neu oder anders ist als wie beim letzten Mal.
Trotzdem, IKEA!
Also in den Shop für Kleinteile, Gläser und sonstigen Kram.
Irgendetwas findet Frau immer.
Das was man will ist nicht da, es ist nur da was da ist.
Egal, rein ins Einkaufswagerl damit!
Anstellen an der Kassa, nein - lieber "Selfservice".
Alles in Papiersackerl, danach in den Kofferrraum und ab nach Hause.
Uff!
Zuhause mal alles auspacken, zusammenbauen, ärgern und fluchen - aber egal - ist IKEA!
Frau muss neuen Katolog 2013 aufschlagen!!
Bitte nächstes Mal die Geschichte "Wie ich beim Baumarkt eine Stunde vorm Schraubenregal stand und die richtigen Schrauben aussuchte" erzählen.
Aber das hätte ich gerne aus der Sicht der Frau.
Die hätt wahrscheinlich in der Zwischenzeit den halben Gartencenter leergekauft und findet sie nach einer Stunde noch immer unschlüssig vorm gleichen Regal.
Die Prekariatsjournalistin ist wahrscheinlich aus der Generation:
"Ich will alles und das sofort."
Und wenn das Geld nicht reicht, schreib ich halt einen Artikel drüber.
Jede Woche ein Anruf und sich nach ca. 3 Wochen freuen, dass er doch schon da ist - ist besser als die Alternative der anderen Möbelhäuser mit Wartezeiten von 6-8 Wochen.
Oder gehns mal zu einem Tischler und lassens etwas anfertigen. Die Wartezeit drückt sich dann in Monaten aus.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.