Beschaulichkeit und Muße sind angebracht

  • Die Kampsteiner Schwaig-Hütte.
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  • Gesamtgehzeit 5¾ bzw. 3¾ Stunden, Höhendifferenz 650 bzw. 500 m. Kampsteiner
 Schwaig-Hütte (bis Ende  Oktober bei Schönwetter zwischen 9  und 16 Uhr
 offen); Feistritzer Schwaig (während der Almsaison offen); 
Franz-Kaupe-Hütte (bis Ende Oktober offen, Dienstag Ruhetag). ÖK25V
 Blatt 4218-Ost (Vorau) und  5213-West (Aspang Markt), Maßstab 1:25.000;
 Freytag & Berndt Atlas  Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000
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    grafik: der standard

    Gesamtgehzeit 5¾ bzw. 3¾ Stunden, Höhendifferenz 650 bzw. 500 m. Kampsteiner Schwaig-Hütte (bis Ende Oktober bei Schönwetter zwischen 9 und 16 Uhr offen); Feistritzer Schwaig (während der Almsaison offen); Franz-Kaupe-Hütte (bis Ende Oktober offen, Dienstag Ruhetag). ÖK25V Blatt 4218-Ost (Vorau) und 5213-West (Aspang Markt), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000

Es hat lange gedauert, bis sich der Wechsel als Wandergebiet durchsetzte. Wir machen eine Wanderung von Sankt Peter auf die Kampsteiner Schwaig

Bei Wanderungen über die aus gedehnten Schwaigen - wie hier die Almen heißen - des Wechselgebiets ist Beschaulichkeit angebracht, denn der Charakter dieser Landschaft erschließt sich vor allem jenem, der Zeit und Muße findet, sein Augenmerk der näheren und weiteren Umgebung zuzuwenden. Allein, das fast völlige Fehlen einer Krummholzzone ist etwas ungewohnt, der abrupte Übergang vom Wald zu den freien Hochflächen allerdings überaus reizvoll. Auch wenn der einzige Gipfel dieser Tour, der Kampstein, keine Rundsicht bietet, hat man doch immer wieder freie Sicht zu Schneeberg und Rax, in das Wiener Becken und vor allem zu den freien Rücken, die sich gegen den Hochwechsel hin ziehen.

Viele markierte Wege verlaufen auf uralten Trassen, die den versumpften und durch Hochwasser gefährdeten Niederungen auswichen und vermutlich schon in prähistorischer Zeit benutzt wurden. Das Steinerne Kreuz oberhalb der Feistritzer Schwaig erinnert an die Zeit, als sich die Pröpste von Vorau in Sänften über den Wechsel nach Pitten tragen ließen, um dort Gericht zu halten.

Es hatte relativ lange gedauert, bis sich der Wechsel als Wandergebiet durchsetzte, denn die benachbarten Kalkstöcke mit den höchsten Erhebungen Niederösterreichs bildeten eine starke Konkurrenz. Die Routen im östlichsten Urgesteinsmassiv Österreichs sind nicht besonders schwierig, weil meist starke Steigungen fehlen, nur bei schlechtem Wetter muss man auf den freien Flächen aufpassen. Vor allem bei Nebel kann es da Orientierungsprobleme geben. Die hier empfohlene Tour jedoch bleibt meist unter der Waldgrenze, wo Markierung und Beschilderung keinen Wunsch offenlassen.

Die Route: Von der Kirche in Sankt Peter geht es ein Stück die Straße aufwärts, unmittelbar neben dem Feuerwehrhaus geht es in einen Graben und auf einer grün-gelben Markierung den Hang hinauf. Später wechselt man nach rechts auf eine gelb-rote, später nur rote Markierung, auf der man - teilweise auf einer Forststraße, teilweise auf einem Pfad oder einem alten Karrenweg - bis zur Kampsteiner Schwaig ansteigt. Gehzeit ab Sankt Peter 2 Stunden.

Für den Abstecher zur Feistritzer Schwaig und zurück braucht man ebenfalls zwei Stunden.

Vom Gasthaus auf der Kamp steiner Schwaig gelangt man auf der blauen Markierung zum Gipfel des Kampsteins und steigt dann zur Franz-Kaupe-Hütte - vulgo Herrgottschnitzerhaus - ab. Ab Kampsteiner Schwaig eine Dreiviertelstunde. Da der gelb markierte Weg durch aufgearbeitete Windbrüche arg in Mitleidenschaft gezogen ist und die Mar kierung gravierende Lücken aufweist, geht es auf dem Güterweg weiter hinab bis zur Anstiegsroute, auf der man zum Ausgangspunkt zurückkehrt. Gehzeit ab Kaupe-Hütte eine Stunde. (Bernd Orfer, Album, DER STANDARD, 18.8.2012)

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