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vergrößern 500x333Die Oma hat kein Verständnis für den rasenden Reporter.
Ein lautes Piepsen zerriss das ohnedies schleppende Gespräch, das sich um Salben und nichtsnützige Ärzte drehte. Oma ist 96, da darf man schon über Ärzte herziehen. Der gellende Piepston ließ sich aber nicht ignorieren. "Oma, das ist eine Radarwarnvorrichtung", erklärte ich ihr im Renault Megane, "jedes Mal, wenn ein Radargerät kommt, piepst es." Ich zeigte ihr das Radargerät, an dem wir kurz darauf tatsächlich vorbeifuhren.
"Bub, du sollst nicht so schnell fahren", sagte sie. Weil, das wusste auch die Oma: "Das Radargerät meldet das gleich an die Polizei!"
Die Strecke von Wien über Klosterneuburg nach Zeiselmauer, also ungefähr in Richtung "Gasthof zum lustigen Bauern", ist mit Radargeräten geradezu gepflastert. Keine fünf Minuten später gellte wieder der Piepston durchs Auto, wir unterhielten uns gerade über geschwollene Beine. "Bub", sagte die Oma, "ich hab's dir gesagt, du sollst nicht so schnell fahren." Ich versuchte ihr zu erklären, dass der Piepston nur das Radargerät ankündigt und nicht schon eine Geschwindigkeitsübertretung anzeigt. Oma glaubte mir nicht und schüttelte missmutig den Kopf.
Pieps! Oma war entrüstet. "Ich zahl das aber ganz sicher nicht", rief sie. "Fahr nicht so schnell!" Widerspruch zwecklos.
Pieps! Jetzt setzte es eine Tachtel. "Ja, hörst du nicht?", Oma war außer sich ob der kriminellen Beharrlichkeit des Enkerls. Dabei schlichen wir mit 60 über die Landstraße.
Auf dem Rückweg legte ich das Navi samt Radarwarnung lahm. Oma war zufrieden: "So ist's brav, Bub." (Michael Völker, AutoMobil, DER STANDARD, 17.8.2012)
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Da hättet's Ihr gestern meinen Opapa hören sollen! Hat der geschrien, weil er der Meinung war, mein Radl sei umgefallen. Ich versuchte ihm zu erklären, dass das gar nicht meins war, sondern eine Live-Übertragung im TV aus China. Aber es half alles nix... :((((
Tja, die Radarwarnfunktion ist bei mir deaktiviert. Dafür piepst mein Navi, sobald ich nur 1 km/h schneller fahre. Und dann geh ich vom Gas weg.
Nützt aber nix gegens Radar, weil da gibts ja auch Polizisten, die das mobile Radar gleich hinter der Ortstafel verstecken und schon bei 60km/h Anzeigen verschicken. Sich darüber aufzuregen nützt nix, die werden erst munter, wenn sich alle an die Regeln halten und diese damit - stau mal wieder - konterkarrieren...
Es ist ein Glück für alle Anrainer, dass neuere Autos weniger lärmen. Es ist ein Glück für alle schwächeren Verkehrsteilnehmer, dass Bremswege kürzer oder beherrschbarer werden. Diese Errungenschaften durch höhere Tempolimits zunichte zu machen, halte ich für besonders töricht. Es wurde eh viel zu lang auf "Autogerechtigkeit" geachtet.
Das Problem ist dass sich die Bürger eines der reichsten Länder immer noch nicht leisten können alle Strecken des täglichen Bedarfs im eigenen Auto zurück zu legen. Für ebenso töricht müsste man demnach Spritsparreifen halten, die den Bremsweg gegenüber gripoptimierten Reifen um den einen oder anderen für Fußgänger tödlichen Meter verlägern.
Hab mich nicht beschwert, hab nur gesagt, daß ich sogar darauf besser aufpasse. Das treibt die Polizei, die da hinter der Ortstafel, den Altglascontainern und diversen Hollerstauden ("Hinter der Hollerstaudn sitzt Polizei...") wartet sicher eher zur Verzweiflung, wenn da so 20-30 Autos mit Tempo 49 vorbeifahren als die Autofahrer, die dann der Polizei die lange Nase zeigen können.
warum glauben eigentlich immer alle, dass jemand, der einen bestimmten ausdruck nicht kennt, gleich ein vollpfosten sein muss?
sorry, im südburgenland kennt man diesen ausdruck nicht. vielleicht kennt ihn meine oma, aber zumindest fiel er in meiner kindheit nie, und in wien habe ich ihn auch nicht gehört.
ist en vogue im Standard.
http://lmgtfy.com/?q=tachtel
q.e.d. ;-)
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