Tirol: Bergsteiger nach Blitzschlag verletzt

29. Juni 2003, 13:52
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Murenabgänge, Kellerüberflutungen und Verkehrsbehinderungen - Roppener Tunnel am Samstag Abend gesperrt

Innsbruck - Folgenschwere Unwetter haben Tirol am frühen Samstagabend heim gesucht. Ein Bergsteiger wurde von einem Blitz getroffen und lebensgefährlich verletzt. Auf Grund von Muren, Blitzschlägen und heftigem Regen kam es zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen. Im Bezirk Lienz ging ein Holzschuppen in Flammen auf. Zahlreiche Keller mussten ausgepumpt werden.

Bei Blitzschlag lebensgefährlich verletzt

Der Bergsteiger war während eines heftigen Gewitters gerade beim Abstieg über den Ostgrat des Rosskogels in den Stubaier Alpen (Bezirk Innsbruck-Land). In Folge des Blitzschlages stürzte der Mann hundert Meter über eine steile Rinne ab. Ein Begleiter konnte die Rettungsleitstelle alarmieren. Gegen 21.00 Uhr barg der Notarzthubschrauber den Verunglückten. Der Mann wurde lebensgefährlich verletzt in die Innsbrucker Klinik geflogen, teilte die Gendarmerie am Sonntag mit.

Roppener Tunnel gesperrt

Der Roppener Tunnel (Inntalautobahn) war von 18.15 Uhr bis 18.40 Uhr gesperrt. Im Tunnel war es laut Autobahnmeisterei Imst zu einem Stromausfall auf Grund eines Blitzschlages gekommen.

Zum Löschen eines brennenden Holzschuppens in Thurn (Bezirk Lienz) musste die Freiwillige Feuerwehr mit einem Rüstfahrzeug und 15 Mann ausrücken. Erhebungen ergaben, dass der Brandausbruch mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen Blitzschlag in unmittelbarer Nähe zurückzuführen sein dürfte.

Überflutete Wiesen und Wohnhäuser

Gegen 17.00 Uhr gingen auch im Bereich Mayrhofen (Bezirk Schwaz) und den Ortsteilen Laubichl, Hollenzen und Eckertau schwere Gewitter mit starkem Regen nieder. Dadurch wurden im Ortsteil Hollenzen die Keller von etwa zwei Wohnhäusern unter Wasser gesetzt. Durch den starken Regen wurden zudem zahlreiche Wiesen überflutet und teilweise vermurt.

Zahlreiche Straßen gesperrt

Auch über das Sellraintal ab Sellrain (Bezirk Innsbruck-Land) bis nach Kematen und Völs sowie das westliche Mittelgebirge (Axams, Birgitz und Götzens) gingen ab 17.45 Uhr heftige Unwetter nieder. Dabei kam es zu Überschwemmungen des Seigesbaches. Der Sellrainer Sportplatz und drei Wohnhäuser mussten evakuiert und die L13 (Sellraintal-Landesstraße) vorübergehend gesperrt werden.

Weiters wurde die unter Wasser stehende Axamer Straße (L394) gesperrt, ebenso die Götzener Straße (L12) nach einem Murenabgang. Auch die Praxmarer Landesstraße (L234) war wegen Muren- und Steinschlaggefahr vorübergehend nicht befahrbar. Im Ortsgebiet von Völs wurden Kanaldeckel herausgedrückt, die "Völser Unterführung" (L11) musste gesperrt werden. Zahlreiche Häuser standen unter Wasser.

Auf Grund der schweren Unwetter waren die Freiwillige Feuerwehr Götzens, Birgitz, Axams, Grinzens, Völs, Kematen, Sellrain und Gries im Sellrain im Einsatz. Personen kamen nicht zu Schaden. Auch die Freiwillige Feuerwehr Absam musste zu umfangreichen Einsätzen ausrücken. (APA)

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