Serie von Attentaten reißt nicht ab

29. Juni 2003, 14:56
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Tägliche Verluste für Besatzungstruppen

Bagdad - Die Serie von Angriffen auf US-Truppen im Irak reißt weiterhin nicht ab. Bei einem Sprengstoff-Anschlag auf eine US-Fahrzeugkolonne in Bagdad sind am Sonntag ein irakischer Zivilist getötet und zwei Angehörige der US-Militärpolizei verletzt worden. Am Freitagabend ist bei einem Angriff auf eine US-Militärkolonne im Nordosten von Bagdad ein amerikanischer Soldat getötet worden. Vier Soldaten und ein irakischer Übersetzter seien verletzt worden, teilte eine US-Militärsprecher am Samstag mit. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sieht in der den Angriffen jedoch weiterhin keinen Guerilla-Krieg gegen die Besatzungsmächte.

Einige Stunden vor dem Anschlag am Sonntag in Bagdad waren in der Nähe von US-Soldaten, die vor dem irakischen Nationalmuseum postiert waren, zwei Granaten explodiert. Die Soldaten blieben unverletzt, ein Geschäft wurde aber beschädigt. Einer der Soldaten sagte, er wisse nicht, ob sie oder der kleine Laden in ihrer Nähe Ziel des Anschlags gewesen seien.

Vermisste Soldaten tot aufgefunden

Zunächst unklar waren die Umstände des Todes von zwei weiteren US-Soldaten, deren Leichen am Samstag 30 Kilometer nordwestlich von Bagdad tot aufgefunden wurden. Die Männer waren bei Balad nördlich von Bagdad mit ihrem Geländewagen unterwegs, als der Kontakt zu ihnen abbrach. Wie das US-Zentralkommando mitteilte, wurden während der intensiven Suche nach den seit Mittwoch vermissten Soldaten insgesamt zwölf Iraker festgenommen. Bei Hausdurchsuchungen fanden die Militärs am Freitag mehrere persönliche Gegenstände des Oberfeldwebels und des Gefreiten. Am selben Tag wurde auch ihr Fahrzeug entdeckt. Ihre Waffen sind verschwunden.

Die Anschläge auf die Soldaten sind nach Ansicht von US-Verteidigungsminister Rumsfeld nicht Teil eines Guerilla-Krieges gegen die Besatzungsmächte. In vielen Fällen handle es sich bei den Angreifern um gewöhnliche Kriminelle, hatte Rumsfeld am Freitag in Washington gesagt. Rumsfeld machte aber auch Anhänger des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein verantwortlich.

Geduld

Angesichts der nicht abreißenden Angriffe auf US-Soldaten im Irak mahnte US-Außenminister Colin Powell zur Geduld. Die US-Regierung habe stets betont, dass der Einsatz im Irak "eine gefährliche Operation" sein würde, sagte Powell in einem Interview mit dem öffentlichen US-Rundfunk. Auch nach dem Ende der größeren Kampfhandlungen sei mit Angriffen von Anhängern der entmachteten irakischen Führung zu rechnen gewesen. "Ich hoffe, das amerikanische Volk bringt Geduld und Verständnis für die Lage auf", betonte der US-Chefdiplomat.

Zugleich äußerte Powell die Erwartung, dass die steigende Zahl der Opfer unter den US-Soldaten nicht zu wachsendem öffentlichen Druck zu einem vorzeitigen Rückzug aus dem Irak führen werde. Vielmehr hoffe er, "dass der Druck auf uns wächst, die Sicherheitslage schneller unter Kontrolle zu bringen". Um die Lage zu stabilisieren, werde eine große Zahl von Soldaten noch "über Monate" im Irak bleiben müssen.

Am Samstag gingen in Bagdad zwei Lager in Flammen auf. Augenzeugen sahen zwei mächtige Rauchsäulen über einem Depot der Irakischen Elektrizitätskommission mit Komponenten für die Stromwirtschaft sowie Spulen und Kabeln und einem Lager des irakischen Handelsministeriums. In den vergangenen Tagen hatte es bereits mehrere Explosionen an irakischen Öl- oder Gasleitungen gegeben. In Bagdad war die Stromversorgung wegen der Sabotageakte mehrfach zusammengebrochen. (APA/Reuters/dpa/AP)

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