Rewe und Kirch streiten um 128 Millionen Euro

28. Juni 2003, 21:24
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Verfahren in München

München - Der Vorstandschef des Handelskonzerns Rewe, Hans Reischl, hat nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" seinem ehemaligen Geschäftspartner Leo Kirch den Streit erklärt. Anlass ist ein Verfahren beim Landgericht München I, wo die insolvente Kirch Media von der Rewe AG 128 Millionen Euro eintreiben will, berichtet das Blatt in der Samstag-Ausgabe.

Diese Summe habe Reischl vor zwei Jahren Kirch für dessen Formel-1-Engagement geliehen und dann nach Ansicht der Insolvenzverwalter auf unzulässige Weise zurück erhalten. Sollte das Landgericht Rewe zur Zahlung an die Kirch Media verurteilen, wolle Reischl sich die 128 Millionen Euro bei Kirch persönlich wieder holen, heißt es in dem Bericht.

Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" am Samstag berichtet, prozessiert Kirch in diesem Zusammenhang unterdessen gegen seine Ex-Firma. Die insolvente KirchMedia habe Rewe bereits im April in einer Teilklage vor dem Landgericht München I auf Zahlung von 20 Millionen Euro verklagt. Nun sei Kirch "dem Verfahren auf der Rewe-Seite beigetreten", zitiert das Magazin Kirch-Anwalt Wolf-Rüdiger Bub.

Für die 128 Millionen Euro, die KirchMedia nun einfordere, habe Kirch persönlich gebürgt. Davor, dass Rewe versuchen könnte, sich das Geld im Fall einer Niederlage bei Kirch selbst zurück zu holen, wolle sich dieser mit seinem Beitritt schützen, schreibt "Focus". Ein für vergangenen Freitag angesetzter erster Gerichtstermin wurde nach "Focus"-Informationen wegen eines Richterwechsels abgesagt. (APA/dpa)

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