Algerien: Terroristen bringen Mutter und sieben Kinder um

28. Juni 2003, 16:10
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Air France fliegt nach achteinhalb Jahren wieder Algier an

Algier - Algerische Terroristen haben acht Mitglieder einer Familie - eine Mutter und sieben ihrer Kinder - in einem abgelegenen Dorf 90 Kilometer westlich von Algier umgebracht. Dies berichteten am Samstag übereinstimmend mehrere Zeitungen in der Hauptstadt Algier.

Die islamistischen Terroristen haben nach diesen Angaben die älteste Tochter der Familie, eine 24-Jährige, entführt. Der Vater sei zur nächtlichen Tatzeit abwesend gewesen. Unklar ist noch, welche der islamistischen Gruppen die Tat verübt hat. Die Terroristen bekämpfen die Versöhnungspolitik des Staatspräsidenten Abdelaziz Bouteflika.

Air France fliegt wieder nach Algier

Nach einer Unterbrechung von achteinhalb Jahren wegen eines Terroranschlags fliegt die französische Luftfahrtgesellschaft Air France wieder Algerien an. Verkehrsminister Gilles de Robien, Air-France-Chef Jean-Cyril Spinetta und führende Unternehmer waren am Samstag an Bord der ersten Maschine, die seit Ende Dezember 1994 nach Algier flog.

Nach der Kaperung eines Airbus A300 der Air France durch vier Männer der algerischen islamistischen Terrorgruppe GIA am 24. Dezember 1994 hatten die Franzosen die Flüge eingestellt. Das GIA-Kommando hatte drei Menschen getötet und war dann in Marseille von französischen Spezialeinheiten erschossen worden.

Alle Sicherheitsbedingungen für die Wiederaufnahme der Flüge von Paris und Marseille nach Algier seien erfüllt, sagte Spinetta. So sind dreifache scharfe Gepäckkontrollen vor dem Flug vorgesehen. Von Paris aus fliegt Air France zwei Mal täglich die algerische Hauptstadt an. (APA/dpa)

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