Erstes britisches "Online-Baby" im Werden

28. Juni 2003, 13:59
1 Posting

Internet-Service für Lesben - Angeblich bereits 14 Frauen schwanger

In Großbritannien soll in den nächsten vier Wochen das erste so genannte Online-Baby der Insel geboren werden. Ein lesbisches Paar hat sich im Internet einen Samenspender ausgesucht, ließ sich das Sperma ins Haus liefern und nahm selbst die künstliche Befruchtung vor. Wie die Zeitung "Times" am Samstag berichtete, sind auf diese Weise bereits 14 Kundinnen des Internet-Unternehmens "ManNotIncluded.com" schwanger geworden.

"Sehr gesund, braune Haare und blaue Augen

Eine von ihnen, Jaimie Saphier (26), sagte der "Times", dass ihr Kind für den 26. Jänner berechnet sei. Sie habe das Sperma auf der Website unter anonymen Spendern ausgewählt. Dabei wurden unter anderem Hautfarbe, Größe, Haarfarbe, berufliche Qualifikationen und Hobbys der Spender angegeben. Jaimie Saphier und ihre Lebenspartnerin Sarah Watkinson entschieden sich für einen Mann, der "sehr gesund war und braune Haare und blaue Augen" hatte. Bei einer künstlichen Befruchtung mit Samen eines Fremden wird das Sperma mit Hilfe verschiedener Methoden eingeführt, etwa mit einer Spritze. Das Ganze kostete umgerechnet knapp 2.000 Euro.

"Wir wissen, dass einige Leute das nicht gut finden werden"

"Wir wissen, dass einige Leute das nicht gut finden werden", sagte Saphier. "Das ist ihr gutes Recht. Aber solange unser Kind geliebt wird und alles hat, was es braucht, kann ich nicht sehen, was daran falsch sein soll." Zwei Jahre hatten sie bereits die Gründung einer Familie geplant gehabt.

Der Gründer von "ManNotIncluded.com", John Gonzalez (40), sagte, dass er über 5.000 Spender und 3.000 potenzielle Kundinnen registriert habe: "Wir werden unsere Dienste jetzt auch in Spanien anbieten, und wir planen, auch in Deutschland, Holland, Frankreich und Italien zu öffnen." Bisher seien lesbische Paare von Befruchtungskliniken meist abgewiesen worden.(APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.