Krisensitzung der deutschen IG-Metall ergebnislos

30. Juni 2003, 13:02
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Personelle Konsequenzen nach verlorenem Arbeitskampf offen - Automobil-Bauer nehmen Arbeit wieder auf

Berlin - Die Krisensitzung der deutschen Gewerkschaft IG-Metall nach dem gescheiterten Streik zur Einführung der 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland ist in der Nacht zum Montag ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. IG-Metall-Chef Klaus Zwickel sagte nach der neuneinhalb-stündigen Sitzung vor Journalisten in Berlin, die Gewerkschaftsführung sei noch nicht soweit, aus der Niederlage beim Arbeitskampf Schlussfolgerungen zu ziehen. Diese seien frühestens in der nächsten Vorstandssitzung am 8. Juli zu erwarten.

Auf Antrag Zwickels beschloss die IG Metall wie erwartet, die Streiks in den ostdeutschen Betrieben zu beenden. Der wegen des Arbeitskampfes in der Gewerkschaft in die Kritik geratene designierte Zwickel-Nachfolger Jürgen Peters wich der Frage aus, ob er seine Kandidatur aufrechterhalte. Zwickel hatte den Streik am Samstag für gescheitert erklärt, nachdem in Verhandlungen mit den Arbeitgebern keine Einigung erzielt worden war. Die IG Metall hatte vier Wochen lang vergeblich für eine Angleichung der Arbeitszeit gestreikt. Die größte deutsche Industriegewerkschaft hat damit erstmals seit rund 50 Jahren ein Streikziel verfehlt.

Erste BMW-Beschäftigte nehmen Arbeit wieder auf

Nach dem Ende der Streiks haben am Montag bei BMW die ersten vom Produktions-Stopp betroffenen Beschäftigten wieder die Arbeit aufgenommen. Die Produktion der 3er-Reihe werde am Dienstag wieder gestartet, sagte ein BMW-Sprecher. Zur Vorbereitung und in der Komponenten-Fertigung konnten aber bereits am Montag einige Beschäftigte an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Bei BMW stand seit gut einer Woche die Produktion der 3er-Reihe in München und Regensburg wegen des Streiks bei einem ostdeutschen Zulieferer still.

Auch der Automobilkonzern Volkswagen fährt nach Ende des vierwöchigen Metaller-Streiks in Ostdeutschland die vorübergehend stillgelegte Produktion am Dienstag wieder komplett an. "In den ostdeutschen Werken Mosel und Chemnitz wird seit heute wieder gearbeitet. Damit können wir morgen auch in Wolfsburg wieder regulär produzieren", sagte VW-Sprecher Peter Schlelein am Montag.

(APA/Reuters/AP)

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