Glaubwürdigkeit der US-Geheimdienste wird untersucht

28. Juni 2003, 10:14
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Demokraten fordern Überprüfung des aussschlaggebenden Informationsmaterials vor Irak-Krieg

Washington - Die Demokraten im Streitkräfteausschuss des US-Senats wollen selbst die Glaubwürdigkeit der Geheimdienstberichte vor dem Irak-Krieg untersuchen.

Dabei geht es vor allem um die irakischen Massenvernichtungswaffen, die bisher nicht gefunden wurden, und die vermuteten Beziehungen des Irak zur Terrororganisation El Kaida. Die Ankündigung von Senator Carl Levin steht schon stark unter dem Eindruck der Wahlen in den USA im kommenden Jahr. Die Demokraten haben sich in beiden Häusern des Kongresses für weitergehende Untersuchzungen eingesetzt.

Levin und der Vorsitzende des Ausschusses, der Republikaner John Warner, betonen sonst oft ihre parteiübergreifende Arbeit. Levin erklärte am Freitag, die Demokraten im Streitkräfteausschuss hätten sich zu einer eigenen Untersuchung entschlossen, weil Warner dies für den Ausschuss abgelehnt habe. Warner hatte darauf verwiesen, dass diese Fragen derzeit von den Geheimdienstausschüssen von Senat und Repräsentantenhaus untersucht würden, deren Berichte er abwarten wolle.

Demokratische Politiker warfen der Regierung von Präsident George W. Bush vor, das Geheimdienstmaterial manipuliert oder dessen Bedeutung zumindest stark übertrieben zu haben. Dass der Irak im Besitz von Massenvernichtungswaffen gewesen sein soll, war die wichtigste Begründung von Bush für den Irak-Krieg. Mehr als zwei Monate nach dem Fall von Bagdad wurden aber noch keine Massenvernichtungswaffen gefunden. (APA)

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