Regierung meldet Sieg über Rebellen

28. Juni 2003, 09:47
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Präsident Charles Taylor feierte die Vertreibung der Aufständischen mit Triumphzug - Präsident kündigt "Jagd auf Terroristen" an

Monrovia - Die liberianische Regierung hat nach eigenen Angaben die Schlacht um die Hauptstadt Monrovia gewonnen. Präsident Charles Taylor feierte die Vertreibung der Rebellen am Freitagabend mit einem Triumphzug durch die seit Tagen umkämpfte Stadt, in der allein in den vergangenen vier Tagen rund 500 Menschen getötet wurden. Zuvor hatte bereits der Befehlshaber der Streitkräfte, General Benjamin Yeaten, erklärt, die Rebellen seien auf der Flucht.

Heftige Kämpfe um den Hafen

Die Gefechte ließen am Nachmittag nach, nachdem am Morgen erneut heftige Kämpfe um den Hafen entbrannt waren. Zu Beginn des Monats waren die Rebellen schon einmal am Hafen zurückgeschlagen worden. Die Rebellen in Liberia kämpfen seit drei Jahren gegen Taylor. Sie brachten in den vergangenen Wochen mindestens 60 Prozent des Landes unter ihre Kontrolle. Am Dienstag vergangener Woche war bereits ein Waffenstillstand vereinbart worden, den die Rebellen jedoch mit neuen Kämpfen am Dienstag gebrochen hatten.

Einseitig verkündeter Waffenstillstand zurückgewiesen

Taylor hatte zuvor den von der größten Rebellengruppe des Landes einseitig verkündeten Waffenstillstand zurückgewiesen. Die Regierungstruppen hätten die "Terroristen" aus der Hauptstadt Monrovia vertrieben, sagte Taylor in seinem eigenen Radiosender Kiss FM am Freitag. Eine große Anzahl der Rebellen sei dabei getötet worden, unter ihnen auch "wichtige Anführer". Im Zuge einer "massiven Jagd" sollten die übrigen Kämpfer aufgespürt werden. "Sie werden der Justiz nicht entgehen", sagte der Präsident. Er sehne sich zwar nach Frieden, wolle seine Landsleute aber nicht "in den Händen von Mördern" lassen.

Nach tagelangen schweren Kämpfen um Monrovia hatten die Rebellen der Vereinigten Liberianer für Versöhnung und Demokratie (LURD) zur "Vermeidung einer humanitären Katastrophe" einen sofortigen Waffenstillstand verkündet. Die einseitige Waffenruhe trat demnach am Mittag (MESZ) in Kraft, um die dringend benötigte Hilfe für die Zivilbevölkerung zu ermöglichen. Der innen- und außenpolitisch in die Enge getriebene Staatspräsident hatte Forderungen nach seinem Rücktritt erneut eine Absage erteilt. (APA/AP)

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    Präsident Charles Taylor feierte die Vertreibung

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