EU-Kommission gibt Empfehlungen für Embryonenforschung aus

27. Juni 2003, 22:11
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Richtlinie gilt als Voraussetzung für Forschungsförderung aus EU-Geldern

Brüssel - Am kommenden Dienstag wird die EU-Kommission ihre Empfehlungen für die Forschung an embryonalen Stammzellen beschließen. Diese müssen dann noch von den Mitgliedsländern und dem EU-Parlament beschlossen werden, sie gelten aber als Voraussetzung dafür, dass diese Forschung aus EU-Geldern unterstützt werden kann.

Grundsätzlicher Ansatz sei es, keine Projekte in den EU-Ländern zu fördern, in denen solche Forschung verboten ist, sagte Fabio Fabbi, Sprecher von Forschungskommissar Philip Busquin, am Freitag in Brüssel vor Journalisten. Auch dürften wohl ForscherInnen aus diesen Staaten von den Projekten ausgeschlossen werden. Allerdings würde es über das 6. Rahmenprogramm Forschung, in das alle EU-Staaten einzahlen, zu einer Förderung der Projekte kommen, sodass auch Staaten in denen Embryonenforschung verboten ist, indirekt mitzahlen würden. "So funktioniert der EU-Haushalt", sagte Fabbi dazu.

Obwohl im 6. Rahmenprogramm Forschung, das den aktuellen Rahmen für die Forschungsförderung in der EU vorgibt, auch Embryonenforschung vorgesehen war, haben sich die Mitgliedsländer bis Ende 2003 auf ein Moratorium geeinigt, bis man sich auf den Umgang mit dem sensiblen Thema geeinigt hat.

EU-Ethikkommission ruft zu Zurückhaltung auf

Fabbi wollte keine Details zum Vorschlag der EU-Kommission bekannt geben. Die Institution werde sich aber an die Vorschläge der EU-Ethikkommission vom November 2000 halten, sagte er. Diese Gruppe hatte in ihrer Stellungnahme zu Zurückhaltung aufgerufen, und vorrangig die Forschung an adulten Stammzellen empfohlen, ohne aber grundsätzlich die Nutzung überzähliger Embryonen für die Forschung (etwa aus der künstlichen Befruchtung) auszuschließen.

Rücksicht auf Frauen

Wo Forschung an Embryonen zugelassen sei, müsse es eine strenge öffentliche Kontrolle geben. Genehmigungen sollten "äußerst selektiv und nur im Einzelfall" erteilt werden. Es solle transparente Verfahren und eine laufende ethische Überwachung geben. Auch sei sicherzustellen, dass Frauen durch die Nachfrage nach überzähligen Embryonen und Eizellenspenden nicht noch mehr belastet werden, wenn sie sich einer Unfruchtbarkeitsbehandlung unterziehen, so die Stellungnahme der Ethiker damals. (APA)

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