Türkischen Zyprioten wollen nicht als Minderheit betrachtet werden

27. Juni 2003, 20:17
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Gleichbehandlung gegenüber den griechischen Zyprioten bei Verhandlungen um eine Vereinigung der Insel

Crans-Montana - Die Vertreter der türkischen Zyprioten haben am Freitag beim Forum in Crans-Montana in der Schweiz eine faire Behandlung im Konflikt um die geteilte Insel gefordert. Die griechischen Zyprioten blieben der Veranstaltung fern. Vor allem die Europäische Union solle ihren guten Ruf nicht aufs Spiel setzen, indem sie die türkischen Zyprioten ungerecht behandle, sagte Rauf Denktas, Präsident der "Türkischen Republik Nordzypern", deren Regierung nur von Ankara anerkannt wird. Diese ungleiche Behandlung sei jedoch seit Jahrzehnten an der Tagesordnung.

Denktas bezog sich auf die wirtschaftliche Diskriminierung durch die internationale Gemeinschaft gegenüber seiner Region, führte er aus. Weiters zählte er auch die gegenwärtigen Verhandlungen der EU mit der Republik Zypern über einen Beitritt zur Gemeinschaft dazu. Zypern soll am 1. Mai 2004 EU-Mitglied werden, auch wenn die Teilung der Insel bleiben sollte. Die Pläne der UNO zur Wiedervereinigung blieben bisher erfolglos.

Die Verhandlungen um eine Vereinigung der Insel sind nach zahlreichen Versuchen wieder ins Stocken geraten. "Wir wollen nicht mit einer Regierung wie der griechisch-zypriotischen zusammenarbeiten, die uns als Minderheit betrachtet", sagte Denktas.

Erst im Juni hatte die EU-Kommission Zypern finanzielle Hilfe zum Zusammenwachsen der beiden Regionen angeboten. Drei Millionen Euro sollten für die Annäherung des griechischen Südteils an den türkischen Nordteil zur Verfügung gestellt werden. Die Trennungslinie besteht seit 1974 und ist die letzte Mauer Europas. (APA/sda)

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    Mauer an der Grenze zwischen Nord- und Südzypern in Nicosia.

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