Gleichstellung als Lotteriespiel

27. Juni 2003, 20:08
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Sobald es um Machtpositionen geht, wird Frauen - allen Gesetzen zum Trotz - der Zugang erschwert - Studie vergleicht elf Arge-Alp-Regionen

Innsbruck - Sobald es um reale politische Machtpositionen geht, wird Frauen - allen Bekenntnissen und Gesetzen zum Trotz - der Zugang erschwert bis unmöglich gemacht: Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Erna Appelt, Monika Jarosch und Klaudia Resch, die die "rechtliche und faktische Situation der Frauen in den Arge-Alp-Ländern" verglichen haben.

Benachteiligung beim Anteil der Bürgermeisterinnen

Besonders deutlich wird die Benachteiligung beim Anteil der Bürgermeisterinnen: Spitzenreiter ist die Region Lombardei mit 8,1 Prozent, Schlusslicht das Bundesland Salzburg mit einer glatten Null. Interessanterweise jedoch ist Salzburg beim Frauenanteil in Landes- bzw. Provinzparlamenten mit 36,1 Prozent an der Spitze, Schlusslicht ist hier das Tessin mit 11,1 Prozent.

Finanzierung über Lotteriefonds

Zielgleich bis ähnlich sind die Gleichstellungsgesetze der Schweiz, Deutschlands, Italiens und Österreichs sowie die Gleichstellungsinstitutionen auf Länder- und Regionsebene. Eine Ausnahme bildete bis 2002 der Schweizer Kanton St. Gallen: Die "Fachstelle für Gleichberechtigungsfragen", beim Dachverband der Frauenorganisationen angesiedelt, finanzierte sich über den Lotteriefonds.

Erfolgreiche Gleichstellungspolitik müsse Strukturpolitik einschließen, lautet ein Fazit der Studie. Neben der flächendeckenden Versorgung mit Kinderbetreuungseinrichtungen gehe es dabei unter anderem um Arbeitszeit- und Verkehrspolitik. (hs, DER STANDARD Printausgabe 28/29.6.2003)

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