Als Europa geteilt war

29. Juni 2003, 18:18
posten

Ausstellung "Schauplatz: Eiserner Vorhang" im neuen "Demokratieforum" Weitra

Weitra - Wo über Jahrzehnte eine europäische Trennlinie verlief, entstand eine neue Form der nachbarschaftlichen Zusammenarbeit: Im Schloss Weitra im Waldviertel wird Landeshauptmann Erwin Pröll am Montag das "Demokratieforum" eröffnen. Kernstück der Einrichtung ist die Ausstellung "Schauplatz: Eiserner Vorhang" über Geschichte und Geografie des tausende Kilometer langen Stacheldrahts zwischen Ost und West.

Organisation

Projektträger ist der "Verein zur Dokumentation der Zeitgeschichte" bzw. die Stadt Weitra, die mit den tschechischen Gemeinden Borovany und Nove Hrady kooperierte. Die Initiative geht auf Alois Mock zurück. Der Vizekanzler a. D., der ebenfalls zur Eröffnung erwartet wird, hat nach Angaben des Vereins 1999 einen "Lehrpfad" angeregt, um die Erinnerung an dieses dunkle Kapitel in der europäischen Geschichte wach zu halten und vor allem der Jugend die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit politischen Strömungen und deren Auswirkungen auf den Alltag der Menschen zu geben. Aus dieser Idee entwickelte sich das Projekt.

Pröll sicherte seine Unterstützung zu, wobei besonderes Gewicht auf grenzüberschreitende Zusammenarbeit gelegt werden sollte. Neben der Aufarbeitung der Zeitgeschichte trägt das Demokratieforum somit auch zur Belebung des Bildungs- und Kulturtourismus in der Region Waldviertel - Südböhmen bei, in der - nach langer, gemeinsamer Geschichte - zwei ideologische Welten existierten. Finanziert wird das Projekt durch die EU, das Bildungsministerium, die NÖ Landesregierung, Eco Plus, die Gemeinde Weitra sowie private Sponsoren.

Historischer Bogen

Im Renaissanceschloss der Fürstenberger, schon bisher Ort von Begegnungen und Kulturevents, können interessierte Besucher künftig in die Epoche des ehemaligen Eisernen Vorhangs eintauchen. Vom Zweiten Weltkrieg über die Zeit des Kalten Krieges bis hin zum Fall des Eisernen Vorhangs 1989 spannt sich der historische Bogen einer - virtuellen - Reise, die die Besucher von Lübeck im Norden bis nach Triest im Süden führt.

Ein Schwerpunkt liegt auf den Grenzlandschaften rund um Weitra und die tschechischen Partnergemeinden Nove Hrady und Borovany. Persönliche Erlebnisse von Zeitzeugen diesseits und jenseits der einstigen toten Grenze veranschaulichen die Zeitgeschichte. Historisches Bildmaterial und neue Medien wie digitale Fotografie, Videoinstallationen, Computerterminals, Projektionen und interaktive DVD-Technik sorgen für eine umfassende Wissensvermittlung. Eine Webseite ist in Arbeit. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.