"Bewegung mit produktiver Unruhe"

27. Juni 2003, 17:35
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Wer nicht mit ihm ist, ist weg – die Liste wird immer länger

Einer der ersten, der die "Durchsetzungskraft" von Jörg Haider zu spüren bekam, war Norbert Steger. Beim legendären Parteitag in Innsbruck, Anfang September 1986, wird der damalige Parteichef nach einem "mörderischen Kampf", wie es Steger nannte, von Haider in einer Kampfabstimmung mit 57,7 Prozent besiegt. Haider kündigte damals an, die FPÖ zu einer "politischen Bewegung mit produktiver Unruhe" zu machen.

1992 erklärt Klubobmann Norbert Gugerbauer seinen Rücktritt von allen politischen Funktionen, nachdem am Vortag Haider seine Rückkehr als Klubobmann im Parlament bekannt gegeben hat. Wirtschaftssprecher Georg Mautner-Markhof legt sein Mandat zurück, Haiders "Ziehmutter" Kriemhild Trattnig steigt aus der Partei aus. Ein paar Monate später verabschiedet sich der langjährige Parteiobmann Friedrich Peter.

Mit der Gründung des Liberalen Forums 1993 geht es Schlag auf Schlag: Heide Schmidt, Friedhelm Frischenschlager und Helmut Peter scheiden im Unfrieden von Haider – um nur drei anzuführen. Überworfen hat sich der Kärntner Landeshauptmann mit Walter Meischberger und 2002 mit Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer, Klubobmann Peter Westenthaler und Finanzminister Karl-Heinz Grasser. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 28./29.6.2003)

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