Farben gehen, Regierungsfunk bleibt bestehen

11. August 2003, 20:40
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Sechs Jahre Mediawatch zeigen: Wer immer regiert, die TV-Präsenz der Opposition bleibt konstant, der Frauenanteil verschwindend - Daten als Download

Sechs Jahre Mediawatch zeigen: Wer immer regiert, die TV-Präsenz der Opposition bleibt konstant, der Frauenanteil verschwindend. Als Dauergast der "ZiB 1" liegt Wolfgang Schüssel uneinholbar an der Spitze.

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In der politischen Wende des Jahres 2000 erkennen die TV-Beobachter von Mediawatch "keine Zäsur" für die Medienpräsenz der Regierung. Ziemlich konstant kommt die Regierung in den sechs erfassten Jahren auf rund 70 Prozent der Redezeit in der wichtigsten Nachrichtensendung des Landes. Welche Couleurs gerade regieren, ändert daran wenig.

Ein bisschen doch: Seit der Wende konnte die Opposition ihre Präsenz leicht steigern, die bisher höchsten Werte ermittelte Mediawatch im ersten Halbjahr 2003. In den Nachrichten von ATV und nun ATVplus schneiden die Oppositionsparteien etwas besser ab.

Nach Köpfen und ihren Wortspenden in der "ZiB 1" entscheidet erwartungsgemäß der Kanzlerbonus: Bis zur Wende dominierte Viktor Klima (SPÖ), seither führt der bürgerliche Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Dem der ORF inzwischen über sechs Jahre gerechnet mehr als doppelt so viel Redezeit einräumte wie dem Zweitplatzierten Jörg Haider (FPÖ).

Frauen kommen kaum zu Wort: gerade 17 Prozent aller Wortspenden, erhob Mediawatch. Hier liegt die ehemalige FP-Chefin und Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer vor Außenministerin Benita Ferrero-Walder an der Spitze.

Nach Fraktionen führt über die vergangenen sechs Jahre die ÖVP mit 40 Prozent der Redezeit - naturgemäß als einzig durchgehende Regierungspartei. Am stärksten werden die Grünen von ihrem Parteichef medial vertreten, am wenigsten die Volkspartei.

Dramatisch abgenommen hat laut Mediawatch der Anteil von Sachfragen in der Wahlkampfberichterstattung: Von 1995 rund sechzig Prozent auf 1999 und 2002 rund 30. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 28./29.6.2003)

  • Mediawatch: Medienpräsenz-Analyse (27.6.1997 bis 24.6.2003)

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