BMW und Williams bis 2009 ein Team

27. Juni 2003, 18:08
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Neuer Fünfjahresvertrag wurde am Nürburgring unterschrieben

Nürburgring - BMW und Williams haben sich auf eine Formel-1-Zusammenarbeit bis 2009 geeinigt. Die beiden Partner hatten sich zuvor bereits auf eine Kooperation über das Jahr 2004 hinaus geeinigt, nun erfolgte die Einigung auf einen bis Ende 2009 laufenden, neuen Fünfjahresvertrag. BMW-Williams ist derzeit noch der Arbeitgeber des BMW-Motorsportdirektors Gerhard Berger, der Ex-Formel-1-Pilot zieht sich momentan allerdings stufenweise und Ende September endgültig aus dem Tagesgeschäft zurück.

Mehr Einfluss für die Bayern

BMW war 2000 bei Williams eingestiegen, der neue Vertrag beginnt Anfang 2005 zu laufen. Die nun beschlossene Vereinbarung stellt die Zusammenarbeit auf eine neue Basis und sichert dem Autokonzern mehr Einfluss. Wie BMW-Williams am Freitag nach dem Einzelzeitfahren zum Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring bekannt gab, sollen künftig die umfangreichen Ressourcen von BMW und das spezielle Know-how von Williams stärker integriert werden.

Details in Ruhe geklärt

"Die Vertragsverhandlungen haben lange gedauert, aber wir haben uns diese Zeit gern genommen und jedes Detail in Ruhe geklärt", sagte BMW-Motorsport-Direktor Marion Theissen. Vertragspartner Frank Williams meinte: "Ich bin in jeder Hinsicht zuversichtlich, dass wir mit der Struktur unserer neuen Vereinbarung in der Lage sein werden, weit reichender von den Möglichkeiten zu profitieren, über die BMW verfügt."

Windkanal entsteht in England

Ein Zeichen der Intensivierung der Zusammenarbeit ist ein neuer, hochmoderner und mehrere Millionen teurer Windkanal am Williams-Standort Grove. Er soll Anfang 2004 in Betrieb genommen werden. Zudem wird sich BMW bei der Entwicklung des Getriebes stärker einbringen.

Die Schildkröte

Der neue Vertrag setzt den Schlusspunkt langer und intensiver Diskussionen, die nach der Vorstellung des neuen Wagens FW25 zu Anfang des Jahres begannen. Das neue Auto blieb lange Zeit hinter den Erwartungen zurück. Das selbst gesteckte Ziel von BMW, bis 2004 einen WM-Titel zu holen, schien in weite Ferne gerückt zu sein. Der Wagen wurde unter BMW-Mitarbeitern als "Schildkröte" verhöhnt. Immer wieder wurde über einen Ausstieg von BMW bei Williams spekuliert, sogar ein eigenes Formel-1-Team der Münchner war im Gespräch.

Als Grund für die Probleme mit dem FW25 wurde die mangelhafte Aerodynamik ausgemacht, für die Williams die Verantwortung trug. BMW liefert mit dem 900-PS-Motor das leistungsstärkste Aggregat in der Formel 1.

Aufwärtstrend in den letzten Rennen

In den vergangenen Wochen zeigte die deutsch-britische Kooperation einen deutlichen Aufwärtstrend. Juan Pablo Montoya gewann den Grand Prix in Monaco, sein Teamkollege Ralf Schumacher wurde in Kanada Zweiter vor dem Kolumbianer. In der Teamwertung rangiert BMW-Williams nach acht von 16 WM-Läufen auf Platz drei. In den vergangenen dreieinhalb Jahren feierte der Rennstall sechs Grand-Prix-Siege, schaffte 29 Podiumsplätze und 13 Pole-Positions. (APA/dpa)

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