Länder überwiegend auf Haider-Seite

27. Juni 2003, 14:58
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Nur Vorarlberg und Steiermark halten Haupt die Stange

Wien - Der Ruf nach Jörg Haider wird in den freiheitlichen Landesorganisationen immer lauter. Nur die Länderchefs von Vorarlberg und Steiermark halten Bundesparteiobmann Herbert Haupt noch die Stange.

Dieter Egger, geschäftsführender Ländle-Parteichef, erklärte in den "Vorarlberger Nachrichten" (Donnerstag-Ausgabe) zur Diskussion um die Parteiführung: "Herbert Haupt macht seine Sache sehr gut." Auf die Frage, ob der Landesvorstandsbeschluss vom vergangenen November, wonach Haider keinerlei Funktion auf Bundesebene mehr ausüben sollte, noch aufrecht sei, antwortete er: "Der gilt noch." Und der steirische Landesobmann Leopold Schöggl meinte vor zwei Tagen in der APA, es gebe "keinen Bedarf an einem Wechsel von Herbert Haupt zu Jörg Haider".

Die restlichen Landesorganisationen sind - fast geschlossen - für eine Rückkehr Haiders an die Parteispitze. Treibende Kraft ist die Kärntner FPÖ. Kärntens Landesparteichef Martin Strutz tritt seit Wochen offen für ein Comeback Haiders ein. Die Wiener Landesgruppe (Vize-Parteichef Heinz-Christian Strache: "Ich wünsche mir Jörg Haider zurück an die Parteispitze") ist ebenso pro-Haider eingestellt wie die Salzburger (Karl Schnell: "Ich habe schon mehrmals gesagt, dass der Ruf nach Haider in der Basis immer lauter wird") und die Burgenländer (Stefan Salzl: "Derzeit ist die Sache so, dass innerhalb der FPÖ sich ein Großteil der Mitglieder und Funktionäre eine Rückkehr Jörg Haiders als Parteiobmann wünscht").

Selbst die Niederösterreicher, die zuletzt in der Diskussion zurückhaltend agierten, bekennen jetzt Farbe: "Es ist zu begrüßen, wenn die Last verteilt wird." Die designierte Landeschefin der NÖ Freiheitlichen, Abg. Barbara Rosenkranz, bezeichnete es auf Anfrage der APA am Freitag als "gut, dass Jörg Haider an die Parteispitze zurück kehrt und dass das im Einvernehmen mit Herbert Haupt passieren wird." Das Wie und Wann des Führungswechsels sei den beiden zu überlassen. An die Adresse des freiheitlichen Koalitionspartners gerichtet meinte Rosenkranz: "Die ÖVP wäre gut beraten, sich nicht den Kopf darüber zu zerbrechen, wer bei der FPÖ Obmann ist."

Und auch für den Tiroler Obmann Willi Tilg stellt eine Rückkehr Haiders "kein Problem" dar. "Alle Uneinigkeiten mit Jörg Haider wurden mir von meinen Gegnern angedichtet", so Tilg im "Kurier" (Tiroler Ausgabe von heute, Freitag). Und: "Wir Tiroler sind immer loyal hinter dem jeweils gewählten Obmann gestanden."

Neutral verhält sich eigentlich nur noch Oberösterreich. Landesparteiobmann Günther Steinkellner will sich weder klar für ein Comeback Haiders noch für den Verbleib von Haupt an der Parteispitze aussprechen. Gerüchte, wonach er sich für eine baldige Rückkehr Haiders ausgesprochen habe, dementiert Steinkellner. "Haupt und Haider werden die Zukunft der FP gemeinsam besprechen und dann dem Parteipräsidium und dem Parteivorstand eine Lösung präsentieren", sagt Steinkellner in den "Oberösterreichischen Nachrichten" (Freitag-Ausgabe). In beiden Gremien ist Steinkellner vertreten. Eine Entscheidung könne letztlich nur auf einem Parteitag getroffen werden. Nur einen Wunsch hat Steinkellner an Haupt und Haider: "Wir stehen vor einer Landtagswahl. Da möchte ich natürlich Klarheit, mit welchem Team ich in den Wahlkampf gehe." (APA)

  • FP-Länderchefs mehrheitlich für Haider

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