Saugwurmlarven lauern auf Badende in Wien

27. Juni 2003, 14:52
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Lästig aber harmlos - Hautausschlag durch gründliches Abfrottieren vermeidbar

Wien - Früher als in vergangenen Jahren sorgen Saugwurmlarven heuer für juckende Hautausschläge bei Badenden in Wien. Grund sind die hohen Luft- und Wassertemperaturen, die die mikroskopisch kleinen Tierchen in stehenden Gewässern besonders aktiv werden lassen. Nach Angaben der Stadtverantwortlichen ist die Plage harmlos. Die Bezirksvertretung der Donaustadt hat auf Antrag der FPÖ dennoch verstärkte Vorbeugungsmaßnahmen und mehr Information der Bevölkerung verlangt.

Ausscheidungen von Wasserschnecken

Saugwurmlarven (Zerkarien) gelangen über die Ausscheidung von Wasserschnecken in Badegewässer wie Alte oder Neue Donau. Bei ihrem "Wirtswechsel" machen sich die winzigen Parasiten auf die Suche nach Wasservögeln und geraten dabei auch an nichts ahnende Badegäste. Beim Versuch, in den Organismus des "Fehlwirts" einzudringen, werden sie vom Immunsystem des Menschen bereits in der Haut abgetötet.

Seichtes Wasser meiden

Die Folge ist laut Dieter Rossboth, Leiter des Wiener Instituts für Umweltmedizin, ein juckender Hautausschlag. Diese "Badedermatitis" sei "eine harmlose Belästigung", vergleichbar mit dem Kontakt mit Brennnesseln, aber wesentlich weniger intensiv. Zum Schutz empfiehlt Rossboth, seichtes Wasser zu meiden und sich nach dem Bad möglichst rasch und gründlich abzufrottieren.

Zerkarien sind nicht auszurotten

Als Gegenmaßnahme werde versucht, die Algen-, Schnecken- und Wasservogelpopulationen nicht ausufern zu lassen. Es sei aber kaum möglich, die Zerkarien völlig auszurotten. Rossboth: "Damit muss man zu einem gewissen Teil leben. Das ist so, wie man im Freibad ja auch mit Gelsen- und Bremsenstichen rechnen muss." (APA)

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