Deutsche Telekom plant neue Tarife

27. Juni 2003, 14:11
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Regulator skeptisch - Gegen Aufpreis deutschlandweit kostenlose Gespräche auch am Samstag

Die Deutsche Telekom will ihren Kunden neue Tarifmodelle mit Freiminuten und kostenlosen Gesprächen an Samstagen anbieten. Aus Branchenkreisen verlautete indes, bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post gebe es Bedenken gegen die neuen Tarifmodelle.

Modell

Die Telekom teilte am Freitag in Bonn mit, bei der Regulierungsbehörde seien zwei weitere Tarifmodelle zur Genehmigung eingereicht worden. Danach sollen die Kunden für 4,22 Euro extra im Monat zwei Stunden deutschlandweit kostenlose Gespräche im Festnetz führen können. Außerdem sollen künftig gegen einen Aufschlag von 9,22 Euro im Monat alle deutschlandweiten Gespräche im Festnetz an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen kostenlos sein.

Rund drei Millionen Telekom-Kunden nutzen derzeit bereits die Tarifoption, gegen einen monatlichen Aufschlag von 7,61 Euro an Sonn- und Feiertagen deutschlandweit kostenlose Telefonate im Festnetz zu führen. Mit der Ausweitung dieser Tarifoption auf Samstage will die Telekom an diesen Kundenzulauf anknüpfen und verspricht sich davon unter dem Strich Mehreinnahmen. Für kostenlose Samstags-Gespräche sollen die Kunden den Telekom-Plänen zufolge 1,61 Euro zusätzlich bezahlen.

Skeptisch

Aus mit der Situation vertrauten Branchenkreisen verlautete, bei der Regulierungsbehörde seien die neuen Tarif-Modelle der Telekom mit Skepsis aufgenommen worden. Während die Preise für den Verbraucher einen klaren Vorteil brächten, seien die Auswirkungen auf die Wettbewerbssituation noch nicht abzuschätzen. Insbesondere der vergleichsweise geringe Aufschlag von 1,61 Euro für zusätzlich kostenlose Samstags-Gespräche lasse Bedenken aufkommen, da die Gewinnmargen der Wettbewerber bereits derzeit gering seien. Ein Sprecher der Telekom sagte, bei dem neuen Tarif für kostenlose Gespräche am Wochenende und an Feiertagen handele sich um ein Mischkalkulation.

Die Telekom dominiert den deutschen Telekommunikations-Markt und hat ihren Anteil am gesamten Telefon-Verkehr fünf Jahre nach der Freigabe des Wettbewerbs bei rund 75 Prozent stabilisiert. In der Vergangenheit wurden der Telekom von der Regulierungsbehörde wiederholt Preissenkungen untersagt, da die Behörde befürchtete, dass dadurch die Margen der Telekom-Konkurrenten deutliche Einbußen erleiden könnten. Auch das deutsche Kartellamt hatte in der Vergangenheit den Tarif für kostenlose Wochenend- und Feiertags-Gespräche heftig kritisiert. Die Regulierungsbehörde hatte zuletzt für diesen Tarif ihre zunächst nur vorläufig erteilte Genehmigung bis 30. September 2004 verlängert. (APA/Reuters)

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