EU-Kommissarin: Keine Gesetze gegen nackte Frauen in der Zeitung

27. Juni 2003, 13:38
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Diamantopoulou für Verhaltenskodex - "Bild-Zeitung" bedeckt aus Protest Nacktfoto mit schwarzem "EU-Balken"

In der Debatte um Nacktfotos in Zeitungen hat sich die griechische EU-Kommissärin für Soziales, Anna Diamantopoulou, für einen neuen Verhaltenskodex ausgesprochen. "Diese Themen können nicht gesetzlich oder mit Zensur geregelt werden", sagte sie nach heftigen Protesten vor allem einiger Boulevardmedien. "Wir brauchen aber wohl eine Art Codex, wonach wir uns richten können", sagte sie im griechischen Rundfunk am Freitag.

Schwarzer "EU-Balken"

Die "Bild"-Zeitung drückte ihren Protest gegen die Pläne am Freitag dadurch aus, dass sie die die nackte Brust ihres so genannten Seite-1-Mädchens mit einem schwarzen Balken bedeckte - mit der Aufschrift: "Zensiert!" und dem Hinweis auf weitere Nacktbilder "ohne störenden EU-Balken" im Innern des Blatts. Bereits nach Bekanntwerden der Pläne hatten britische und deutsche Boulevardzeitungen, aber auch die deutsche Versicherungswirtschaft Kritik geübt.

Diamantopoulou sagte: "Ich bin keine Feministin der Extreme." Mit einem Kodex solle darauf hingewirkt werden, dass sexistische Werbung vermieden wird. "Wir müssen dafür sorgen, dass die Würde des Menschen und in diesem Fall der Frauen geschützt wird."

"Das geht zu weit"

"Diese Richtlinie ist komplett überflüssig!", sagte dagegen der Europa-Abgeordnete Elmar Brok (CDU) in "Bild". "Das geht zu weit! Das ist ein Eingriff in die redaktionelle Freiheit, das ist nackte Zensur." Die CDU-Sozialexpertin im EU-Parlament, Anne-Katrin Glase, sprach ebenfalls von "Zensur". "Es ist nicht Aufgabe der EU, sich in Medieninhalte einzumischen!" Die Grünen-Europaparlamentarierin Heide Rühle meinte: "Das ist der nackte Wahnsinn! Als Grüne bin ich für die Quote: Neben jeder nackten Frau ein nackter Mann!" (APA/dpa)

Nachlese

EU will Nacktbilder von Frauen in Medien verbieten - "Bild"-Zeitung fürchtet um "Sonnenstrahl"
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