Galaxienhaufen der kosmischen Rekorde entdeckt

  • Links ein Bild des Phoenix-Clusters, zusammengestellt aus Aufnahmen im Röntgenbereich und im sichtbaren Teil des Spektrums. Rechts eine künstlerische Darstellung der Zentralgalaxie des Clusters: Heißes Gas ist rot dargestellt, kühleres in blau. Die Gasströme erscheinen als bandförmige Strukturen.
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    foto: x-ray: nasa/cxc/mit/m.mcdonald; uv: nasa/jpl-caltech/m.mcdonald; optical: aura/noao/ctio/mit/m.mcdonald; illustration: nasa/cxc/m.weiss

    Links ein Bild des Phoenix-Clusters, zusammengestellt aus Aufnahmen im Röntgenbereich und im sichtbaren Teil des Spektrums. Rechts eine künstlerische Darstellung der Zentralgalaxie des Clusters: Heißes Gas ist rot dargestellt, kühleres in blau. Die Gasströme erscheinen als bandförmige Strukturen.

Cluster produziert außergewöhnliche Röntgenstrahlung und bildet mehr Sterne als andere Haufen

London - US-Forscher haben einen gigantischen Galaxienhaufen entdeckt, der gleich mehrere kosmische Rekorde bricht. "Phoenix" produziere besonders starke Röntgenstrahlen, zudem werden dort Sterne in einem schnelleren Takt geboren, als jemals im Zentrum eines derartigen Clusters festgestellt wurde, berichtete ein Team um Michael McDonald vom Massachusetts Institute of Technology. Die US-Astronomen hatten den Galaxienhaufen mit Hilfe des Südpol-Teleskops SPT erspäht und dessen besondere Eigenschaften daraufhin mit dem Weltraumteleskop Chandra aufgedeckt.

Beide Rekorde von Phoenix hängen aber auch zusammen, erklärte Markus Landgraf, Physiker von der Europäischen Weltraumagentur (ESA) in Darmstadt. "Durch die Strahlung kühlt sich das heiße Gas im Innern des Clusters ab - und diese Abkühlung lässt Sterne entstehen."

Auch Landgraf bezeichnete Phoenix, der etwa 5,7 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt ist, als "außergewöhnlich". Er betont aber auch, dass solche Interpretationen sehr theorielastig seien. "Man weiß ja nicht genau, was darin vorgeht. Man sieht die Strahlung und versucht das zu interpretieren." Die Erkenntnisse beruhten auf wenigen Daten und Modellrechnungen. Bisher sei das aber die einzige und beste Methode, solche Objekte zu untersuchen. (APA/red, derStandard.at, 18. 8. 2012)

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