"Until Dawn": Acht Teenager gingen zum Sterben in den Wald

Zsolt Wilhelm, 18. August 2012, 10:37

Das Genre des Teen-Horror erreicht die Videospielwelt. Vielversprechend.

Teen-Horror-Filme laufen immer nach dem selben Prinzip ab. Sie sind so durchschaubar, dass es eigene Streifen und Bücher gibt, die sich über die todsicheren Gesetze des Genres mokieren. Und dennoch sind sie gern gesehen. Weshalb? Weil sie gruselig sind, leicht bekleidete und zumeist paarungswillige junge Menschen zeigen und jede Menge seichte Witze liefern.

Den Flair dieses amerikanischen Popcorn-Kinos versuchen nun erstmals die Herren und Damen von Supermassive Games in einer größeren Videospielproduktion einzufangen. Im 2013 erscheinenden "Until Dawn" übernehmen die Spieler die Rollen von acht Teenagern, die sich zum Feiern und Anbandeln in ein luxuriöses Ski-Quartier in den nebligen Wäldern des Mount Washington zurückgezogen haben.

Wenn es dunkel wird

Wie es kommen muss, liefert die Story gleich zu Beginn Anlass für die Aufsplittung der Gruppe und läutet damit den Anfang vom Ende der romantischen Glückseligkeit ein. Auf der Gamescom spielten die Entwickler vor gebanntem Publikum Kapitel 3 um den zum Leben erweckten Horror zu veranschaulichen.

In den stets schlecht beleuchteten Kulissen dient die Taschenlampe als bevorzugte Lichtquelle. So ist auch zu erklären, weshalb das Spiel von der Konzeptphase an für PlayStation Move konzipiert wurde. Mit dem Bewegungs-Controller steuert man die Lampe und die Hände der Akteuere eins zu eins mit den Gesten der eigenen Hand. Lediglich zwei Tasten sind für Interaktionen benötigt, die Navigation durch die eng abgesteckten Pfade ist frei möglich.

Schaurig

In Kapitel 3 wird ein junges Pärchen von den Freunden ins "Sexil" geschickt, um einander ungestört näherkommen zu können. Doch bereits bei ihrer Suche durch den verschneiten Wald nach einer kuscheligen Hütte geschehen die ersten ungeheuren Dinge. Einmal erschrickt ein aufspringender Hirsch das Liebespaar, ein anderes Mal verlaufen sie sich in eine polizeilich abgesperrte Mine. In der Hütte ist schließlich der Strom ausgefallen und es wirkt, als ob jemand von außen an die Wände klopfen würde.

Doch bevor jetzt der blutige Höhepunkt des Akts verraten wird, sei festgehalten, dass alle denkbaren Klischees bedient werden, um dem Genre alle Ehre zu machen.

Halb nackt, halb tot

Die klassischen Adventure-Elemente gehen vom Generator aktivieren über das Suchen von Hinweisen, die über die mysteriösen Hintergründe aufklären und werden mit seichten Dialogen und platt-erotischen Szenen verknüpft. Inszeniert wird das Schauspiel mit musikalisch effektiv untermalten Schockmomenten, wodurch man auch in harmlosen Momenten angespannt bleibt.

Der bislang geheimgehaltene "Hollywood-Autor" hat die Story-Entwicklung zumindest teilweise offen gelassen, wodurch man selbst für das Ab- oder Überleben der Protagonisten verantwortlich ist. Eine clevere Idee ist den Designern eingefallen, um mehrere Spieler in die Geschichte aktiv einzubinden. Die Akteure wechseln im Spiel laufend die Führungsrolle, in dem sie die Taschenlampe an andere übergeben. Ein guter Zeitpunkt, um den zuschauenden Freund oder die mitfiebernde Freundin einzubinden. "You are safe as long as I am around..." Ganz bestimmt. (Zsolt Wilhelm aus Köln, derStandard.at, 19.8.2012)

Kommentar posten
22 Postings

Horrortipp von mir: Slender.

naja ...

... würde mich eher interessieren wenn es eine Simulation wäre, bei der man selbst die Monster auf die Teens loslässt (à la "The Cabin in the Woods") oder sie soweit bringt bis sie sich selbst umbringen (à la "Tucker and Dale vs Evil"). ;)

cool, dann kann man endlich den Abklatsch eines Abklatsches eines Abklatsches als Abklatsch auf der Konsole zocken.. Toll!!

Eine clevere Idee ist den Designern eingefallen?!?

Die Charaktersteuerung von Maniac Manson zu fladern ist ein cleverer Einfall?! ;-)

Gibts da auch eine Pumpgun?

Die Handlung erinnert mich an

das Spiel "Friday 13th" am Spectrum und C64, aber diese war ohne Taschenlampe und hatte mehr Handlungsfreiheit.

leider nur ab 16 , schade das hätte was nettes für erwachsene seien können.

Was der Autor meint sind Slaher und Backwood Filme ein Subgenre des Horrorfilms,da müßen eben ein paar draufgehen,würde man die Hauptdarsteller erledigen wäre der Film nach 5 Minuten fertig.)

"Acht Teenager gingen zum Sterben in den Wald"

"Vielversprechend."

Also ich darf dann was strohdummes spielen, dass von etwas noch dümmeren verfolgt wird. Juhu.

*gähn*

juhu endlich gibt es auch Teenager gehen in den Wald spiele.

pf... wer braucht das? da spiel' ich lieber eine runde fischen!
http://www.youtube.com/watch?v=opOtiyENKa0

Sieht vielversprechend aus.

Abwarten und Tee trinken.

In der Tat gibt es kaum Videospiele mit dieser Thematik. "ObsCure" war nah dran, aber eben nicht ganz -

Obscure war ansich die Videospieladaption von "The Faculty" ein unglaublich cooler Film ^^

Mochte beide Obsucres, auch wenn ich glaub ich den 2. Teil nie ganz fertig bekommen habe…

War das der an "Body Snatchers" angelehnte Film, oder gibt es noch einen anderen mit dem Titel?

Jop, einer von Robert Rodriguez' ersten Filmen, wo die Bodysnatcher die Highschool übernehmen.

Mit Josh Hartnett, Elijah Wood und einigen anderen.

und hartnetts figur zeke wurde ja praktisch 1:1 ib das spiel übernommen. und kenny tat mir ja sooooo leid ;-)

sieht nach einem spiel ohne viel handlungsspielraum aus.

und einfacher dummheit

Passend zur Genrevorlage.

Sign me up, please :)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.